Hörenswertes im Bistum Erfurt

Hörenswertes im Bistum Erfurt

Vorträge, Interviews und Predigten

Transkript

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00:00:06: Hörenswertes, Ihr Podcast aus dem Bistum Erfurt.

00:00:09: Und der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Erfurcht.

00:00:19: Herzlich willkommen zum politischen Salon im Kulturhaus Dacherröden in Erfurg!

00:00:23: Unsere Frage heute – wie viel Pflege leisten wir uns?

00:00:28: Ich bin Ulrich Böhmer und ich begleite Sie durch den

00:00:30: Abend.

00:00:31: Meine Gäste sind... Anja Badge König, Pflegekraft in der Intensivpflege in Jena.

00:00:38: Wer den Film Who Cares vorhin gesehen hat konnte sie auch schon kennenlernen.

00:00:42: Sie ist einer der Protagonistinnen des Streifens.

00:00:45: wir werden gleich noch mehr über sie erfahren.

00:00:47: Guten Abend Anja badge könig.

00:00:55: Auf der anderen Seite nehmen wir Dr.

00:00:56: Sigrun Fuchs vom Verein Wir Pflegen, das ist die Interessenvertretung und auch das Selbsthilfe-Netzwerk pflegender Angehöriger in Thüringen.

00:01:05: Begrüßen Sie mit mir SigrunFuchs!

00:01:12: Rainer Herzhucke eigentlich ein Radiomacher wie ich.

00:01:15: Manche kennen ihn von Radio Freie hier in Erfurt.

00:01:18: Er hat aber auch als Pflegekraft, dreizehn Jahre bei einem ambulanten Pflegedienst gearbeitet und ist derzeit als Alltagsbegleiter unterwegs.

00:01:26: Herzlich willkommen Rainer Thucke!

00:01:33: Frau Dr.

00:01:33: Fuchs Sie gehören zum Vorstand des Vereins Wir Pflegen.

00:01:37: Was ist denn die Aufgabe dieses Vereins?

00:01:39: Wenn wir über Pflege reden oder an Pflege denken dann denken ganz viele Menschen reflexartig Anpflegeheime an ambulante Dienste und die kleinen Autos, die man immer so sieht.

00:01:50: Und die meisten Menschen denken nicht an die häusliche Pflege und auch nicht auf die Pflege von Angehörigen.

00:01:55: Dazu muss man sagen dass mittlerweile neunzig Prozent der Menschen in der Häuslichkeit gepflegt werden überwiegend durch Angehöhrige, überwiegt ohne Pflegedienst.

00:02:06: aber alle diese Menschen haben keine Lobby.

00:02:09: da gab es eigentlich nichts und irgendwann haben wir gesagt das kann nicht so weitergehen.

00:02:16: Es ist gut, wenn sich solche Menschen zusammenschließen zum einen um sich auszutauschen miteinander und von der viel berühmten Schwarmintelligenz zu profitieren und vom Wissen der anderen aber auch unbestimmte Dinge an die Politik ranzutragen und die Stimme zu erheben.

00:02:31: und genau dafür sind wir da.

00:02:33: Beruflich haben Sie selbst keine Pflegeausbildung?

00:02:35: Nein Aber sie haben seit Jahren mit Pflege zu tun.

00:02:38: wie genau?

00:02:39: Ich bin selber pflegende Angehörige, meine Mutter ist pflegebedürftig.

00:02:43: Ich mache im Job was ganz ganz anderes.

00:02:45: aber dahingehend geht es mir so wie ganz vielen Menschen.

00:02:49: Pflege läuft uns so zu im Leben das sucht sich keiner freiwillig aus.

00:02:55: üblicherweise wir können alle davon ausgehen dass wir es mindestens einmal in dem leben haben werden eher mehrfach Und egal in welchem Beruf wir sind, ob Verkäuferin oder Backerfahrer.

00:03:05: Also alle die keine Ahnung von Pflege haben stehen mit mal vor diesem Problem und genau so geht es mir.

00:03:10: Was treibt Sie und Ihren Verein gerade besonders um?

00:03:12: Worauf liegt der Fokus Ihrer Arbeit?

00:03:15: Na was ganz viele Angehörige umtreibt ist zum einen die Situation dass... und das wissen wir eigentlich alle immer mehr Menschenpflege bedürftig werden und gleichzeitig die Zahl professionellen Kräfte nur geringfügig steigt, wenn überhaupt.

00:03:33: Das heißt für den Einzelpflegebedürftigen ist rein statistisch immer weniger Angebot verfügbar.

00:03:38: es müssen immer mehr Dinge über Angehörige geleistet werden häufig neben dem Job, häufig neben anderen Kindern in der Familie und und und weil.

00:03:49: das geht ja auch nicht nur um Seniorenpflege, das sollte man auch nicht unterschätzen.

00:03:52: wir denken häufig an alte Menschen bei Pflege.

00:03:54: Es geht um die Pflege von Partner-Partnerinnen von Kindern, egal in welchem Alter und Pflege eines Kindes ist keine Sache von wenigen Jahren meistens sondern von Jahrzehnten.

00:04:07: Und alle diese Themen da haben die Menschen gerade das Gefühl es wird nicht besser und mit dem Pflege-Neuordnungsgesetz würde es vermutlich auch nicht besser werden.

00:04:18: und im Moment ist vor allem eine wahnsinnige Verunsicherung bei den Menschen weil nicht klar ist was kommt wann kommt wie geht dass dann funktioniert noch, was bisher halbwegs funktioniert hat und das ist eine ganz fürchterliche Situation für die Leute.

00:04:34: Wir werden versuchen dass an diesem Abend ein bisschen zu vertiefen.

00:04:37: Frau Badgekönig wer den Film Huckers im ersten Teil der Veranstaltung oder auch sonst irgendwann schon gesehen hat kennt sie als engagierte Pflegefachfrau in der Intensivpflege sind Sie das immer noch wie es ihr Werdegang im Beruf?

00:04:54: Mittlerweile bin ich verantwortlich Pflegefachkraft.

00:04:57: Pflegedienstleitung gibt ja immer mal einen neuen Begriff für Pflege.

00:05:00: Seit mittlerweile drei Jahren in Jena, der Film hat sich ja noch ein Erdwort abgespielt.

00:05:04: In Jena ist prinzipiell das gleiche Unternehmen auch eine Intensivpflege aber auch mit einer häuslichen ambulanten normalen Tour wo wir auch Menschen in der Häuslichkeit betreuen.

00:05:14: ich bin aber immer noch sehr regelmäßig selbst am Bett erst heute und auch gestern.

00:05:18: es gibt ja auch immer Ausfälle in der Pflege krankheitsbedingt und ich gehe immer gerne zurück.

00:05:24: Das, was man hoffentlich auch im Film gesehen hat ist meine Leidenschaft und von daher bin ich manchmal auch nicht traurig wenn mal jemand krank wird.

00:05:33: Was hatte sie denn damals bewogen bei dem Film als Protagonistin mitzuwirken?

00:05:38: Die friedriche Ebert-Stiftung hat bei uns damals im Unternehmen angerufen und hat halt gefragt ob wir Tranteil nehmen möchten und ich hatte ja den Fall noch andere Vorgesetzte die darüber entschieden haben und haben gesagt das es eigentlich eine gute Lobby halt auch Menschen zu zeigen.

00:05:51: Was bedeutet Pflege?

00:05:52: Welche Bereiche vom Pflege gibt es, was hat das für Hürden und auch für positive Seiten.

00:05:58: Und zum damaligen Zeitpunkt war ich leitende Praxisanleiterin und da dachte man sich naja ob's jetzt zwanzig Schülern zeigt oder vor einer Kamera wird sie kein Problem haben.

00:06:07: und somit wurde ich erwählt dazu und habe das auch sehr gern gemacht und bin sehr froh teil gewesen zu sein von diesem Film.

00:06:15: Ein bisschen schwieriger war es womöglich mit dem passenden Patienten.

00:06:19: Volker hat dann letztendlich mitgemacht, können Sie sagen was ihm bewogen hat?

00:06:24: Was ihn ermutigt hat das zu tun?

00:06:27: Völker war ja zum damaligen Teilpunkt auch noch gar nicht so lange von uns versorgt.

00:06:30: Es war ja wirklich erst drei Wochen und dann kommt man um die Ecke und sagt, wir würden hier gerne mal im Film drehen.

00:06:35: bist du bereit dich da zu zeigen?

00:06:36: Und der wird vielleicht auch überall präsentiert.

00:06:39: und er hat aber sofort gesagt Ja ich möchte dass man sieht was in der Pflege geleistet wird und ich bin da gerne bereit auch meine Krankheitsgeschichte zu präsendieren und zu zeigen wie schnell sich eben etwas verändern kann.

00:06:51: Herr Hoke vom Radiomacher zur pflegekraft Wie kam das denn?

00:06:55: Das wäre ich häufiger gefragt, ist auch berechtigt die Frage weil Radio immer noch meine Leidenschaft ist.

00:06:59: Deswegen mache ich das ja jetzt ehrenamtlich für radiofrei und ich habe das ein paar Jahre hauptberuflich gemacht also Geld dafür bekommen in Nordrhein-Westfalen damals und ich hab aber da gespürt als ich das gemacht habe für einen Lokalradio, Radio Leverkusen war der Nachrichtensprecher dass sich irgendwas nicht richtig anfühlt und zwar unter anderem auch Heimatverbundenheit.

00:07:20: Ich wollte dann nach Thüringen zurück bin ja nach Thüringen zurück und habe gemerkt, dass hier die Radiolandschaft zumindest nicht so meins war.

00:07:27: Und dann habe ich dann entschieden mit thirty-sechsen, dreißig Jahren nochmal einen Wechsel zu machen und dann eben Pflegekraft Alltagsbegleiter zu werden um das vorwegzunehmen.

00:07:37: Ich hab den Schritt nicht bereut.

00:07:39: also es war da wirklich so, dass sich dann im Job gemerkt hat wow Das ist es!

00:07:44: Dass ich das gemacht hatte viel damit zu tun dass ich Zivilingsleister war, mit einer neunziger Jahre in Erfurt.

00:07:49: Damals gab es noch eine separator-otopädische Klinik und da habe ich für mich festgestellt das ich jetzt erstmal prinzipiell kann weil das ist ja auch so eine Frage, wenn man sich für den Job entscheidet, kann ich dann auch Leute waschen?

00:08:02: Kann ich denn, wenn dann Stuhlgang ist, kann nicht alles damit umgehen?

00:08:07: Und ich wusste für mich, weil ich das einigen Jahr lang gemacht hab als damals zwanzig Jäger, dass ich das auf jeden Fall kann und das hat die Entscheidung dann auch nochmal erleichtert.

00:08:14: Was für eine Ausbildung haben Sie denn bekommen?

00:08:18: Jetzt im Pflegebereich.

00:08:19: Damals war es noch so, das war in dem Jahr zwölf.

00:08:24: Das war ja geregelt im Sozialgesetzbuch elf, Paragraf siebenundachtzig B und das ist dann eben diese pflegekraftschicht- schichtalltagsbegleiter.

00:08:34: Das ging ein knappes Jahr.

00:08:35: ich habe da noch überlegt also gibt er verschiedene Bausteine ob ich dann noch weiter mache.

00:08:40: aber aufgrund des Alles hab ich nicht weiter gemacht.

00:08:42: Es gibt ja auch noch berufsbegleitende Pflege, das wäre eine weitere Option gewesen.

00:08:46: Da hat man dann nach vier Jahren die Ausbildung zur Pflegefachkraft.

00:08:49: aber ich habe mich damals knapp dagegen entschieden.

00:08:53: Jetzt arbeiten Sie als Alltagsbegleiter und nachdem sie nicht mehr bei dem ambulanten Pflegedienst sind was ist denn der Unterschied?

00:09:01: Das versuche ich gerade noch rauszukriegen da.

00:09:03: es gibt schon klar es gibt einen eindeutigen Unterschied.

00:09:07: also der Pflegebereich ist ja das was wir gesagt haben oder was im Film auch vorkam, die ihn gesehen haben.

00:09:13: Das ist die Grundpflege also das Waschen und mitunter dann bei Fachkräften die Behandlungspflege, also Kompassionsverbände anlegen oder Blutzucker messen.

00:09:20: Also das alles der Pflegebereich.

00:09:22: Der alltagsbekleidende Reich ist genau drumherum.

00:09:24: Ich glaube im Film gab es ja auch irgendwie eine Stelle wo es darum ging dass gesagt wurde dass die Leute die man in der häuslichen Umgebung aufsucht oft ganz gerne immer noch mal Gespräch hätten und das suchen, dann die Zeit fehlt oder einen Kaffee trinken.

00:09:37: Und das deckt zum Teil auch der alltagsbegleitende Bereich ab.

00:09:40: nicht nur es geht auch um Arztbesuche Es geht darum eine Tagesstruktur zu schaffen.

00:09:44: Jetzt habe ich viel mit geistigem körperlich behinderten Menschen zu tun aber Ich sehe da schon eben parallel Aber wenn man so will Die andere Seite der gleichen Medaille Frau Fuchs Welche Hilfe sind denn solche Alltagsbekleiter für pflegende Angehörige?

00:10:03: Auf jeden Fall eine große Hilfe, weil das muss man immer sagen.

00:10:09: Angehörige brauchen dringend professionelle Unterstützung und häufig sagen Pflegefachkräfte auch natürlich brauchen sie auch die Angehöhrigen, weil Sie für vieles gar keine zeitlichen Möglichkeiten haben.

00:10:22: Das geht nur gemeinsam.

00:10:24: Das ist nichts was ein Gegensatz von unserer Sicht her.

00:10:29: Wenn jemand häufig ja auch jahrelang pflegt, sage ich dann auch die Leute kriegen so eine Art Tunnelblick.

00:10:37: Die haben meist nicht mehr die Möglichkeit aus dieser Situation quasi geistig mal rauszugehen und mal drauf zu schauen.

00:10:45: vieles entwickelt sich bei Pflege schleichend immer noch ein bisschen mehr und immer noch etwas mehr.

00:10:50: das merkt man im Prozess häufig gar nicht.

00:10:52: und wenn dann jemand von außen drauf schaut und einem auch mal manches bewusst macht die Möglichkeit von Entlastung bringt, auch einen Alltagsbegleiter der bestimmte Zeiten abdecken kann.

00:11:07: Das ist was Extrem wertvolles für die Menschen weil quasi vierundzwanzig sieben, dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr... Das ist Sorgearbeit, das definieren wir nicht als Arbeit.

00:11:19: Weil es ging ja also Arbeit auch überhaupt nicht im deutschen Recht muss man sagen.

00:11:24: aber natürlich ist es eine permanente Beansprung der Leute und dafür ist das ganz wichtig und das ist ja auch eine Geschichte die da kommen wir später sicher noch dazu wenn es um Pflege-Neuerordnungsgesetz geht wo sie gerade jetzt auch anfangen wollen ganz viele Dinge rauszunehmen wo viele Angehörige sagen ja wenn das jetzt auch noch alles wegfällt wie soll es denn dann gehen?

00:11:46: Und dahingehend ist das was ganz Wichtiges.

00:11:49: Erst mal, dass jemand professionell drauf schaut auf eine Situation einem auch vieles erklärt und zeigt wie geht denn das?

00:11:56: Wir haben es doch alle nicht gelernt.

00:11:59: und zum zweiten aber eben auch diese Variante der professionellen Entlastung.

00:12:04: Das ist ganz wichtig.

00:12:06: Herr Hucke hatte den Begriff Zivildienst erwähnt.

00:12:08: Der ist ja eng mit der Werkkflicht verknüpft und deshalb auch seit zweitausender elf ausgesetzt.

00:12:13: würde ein neuer sozialer Pflichtdienst hilfreich sein, um das Pflegesystem insbesondere aber die pflegenden Angehörigen zu entlasten?

00:12:22: Auf jeden Fall.

00:12:22: Ich kann es ja nur für mich sprechen.

00:12:24: Wobei man sagen muss jetzt auch die andere Lösung Bufdi also Bundesfreiwilligendienst ging ja auch da schon eine gute Richtung.

00:12:29: Da kann man das ja entdecken.

00:12:30: ich finde die Idee generell gut.

00:12:33: Also eben auch gerade mit einem Freund darüber gesprochen, dass man oft in Situationen ist nach der Schule.

00:12:36: Dass Leute manchmal noch nicht wissen was sie machen sollen.

00:12:39: so ging es mir damals auch und da kann das schon sehr hilfreich sein egal ob das Buch die heißt zur Zivildienst.

00:12:44: Das man dann etwas macht und darüber dann feststellt okay das ist es oder eben okay das is es nicht.

00:12:51: auch das ist ja eine Erkenntnis.

00:12:53: aber je früher ich solche Erkenntnisse habe das zu besser.

00:12:55: also ein eindeutiges Jahr wieder auch für den Zivildienst.

00:12:58: Ja das war schon war schon eine gute Sache.

00:13:01: Haben Sie das mal erlebt, dass ein früherer Bufti dann zur Pflegefachkraft wurde?

00:13:05: Da ich ja selber meine Ausbildung auch in einem Krankenhaus absolviert habe hatten wir wirklich viele Zivildienstleistende die sich wirklich im Anschluss von diesem Jahr für diese Pflegerausbildung entschieden haben.

00:13:14: Es war wirklich so.

00:13:15: also sind ganz viele wirklich die das erlebt haben und gesagt haben genau das ist es gerade mit dieser.

00:13:20: man weiß nicht wohin wo geht's hin was mache ich Vor meiner Ausbildung auch ein freiwilliges Soziales Jahr gemacht in der stationären Pflegeeinrichtung.

00:13:28: Ich bin damals sogar dort mit eingezogen, weil das ziemlich weit von meinem Zuhause weg war.

00:13:32: Also ich habe schon einmal einen Jahr lang mit im Pflegeheim gewohnt.

00:13:35: War wirklich eine interessante Erfahrung.

00:13:37: aber das hat mir gezeigt dass ist das was ich für mein Leben machen möchte.

00:13:41: Wie sieht es überhaupt mit einer Personalentwicklung in der Pflege aus?

00:13:43: Sie müssen ja täglich Dienstpläne machen.

00:13:48: kriegen sie die Schichten immer besetzt?

00:13:50: Nein, also man merkt das deutlich dass das auch massiv zurückgeht.

00:13:53: Man kann sich auch selbst von Mitarbeitern die Tonäplik haben und wo man sagt eigentlich ist es nicht mehr das was wir uns unter Pflege vorstellen, man kann sich nicht mal von diesen Mitarbeiter trennen weil man auf jeden einzelnen wirklich angewiesen ist Und es stehen nicht mehr Bewerber vor der Tür Schlange und man kann sich noch aussuchen, sondern ein Bewerbungsgespräch läuft eigentlich anders drum ab.

00:14:15: Ich stelle mich als Unternehmen vor und grundsätzlich ist so eine Gehaltsfrage immer die wichtigste gefühlt und dann gehe ich eigentlich ins Bewerbersverfahren ob wir das Unternehmen werden wo die Fachkraft jetzt anfängt oder ob sie sich doch für jemand anderen entscheidet einfach wirklich anders.

00:14:32: Es ist so zurückgegangen und von da haben wir wirklich Argo-Probleme auch oft, unseren Dienstbahnheit zu einiger Prozent in einer ausgeglichen Live Balance zugestalten.

00:14:43: Und was machen Sie denn wenn sie eine Schicht nicht besetzen können die aber unbedingt besetzt werden muss?

00:14:49: In der Intensivpflege hat man wirklich das Problem, dass man an Versorgungsschüsse geknüpft ist.

00:14:54: Ich kann niemanden wegfallen lassen!

00:14:55: Ich kann nicht so wem kann was sagen okay dann arbeiten wir in der Schicht mal heute mit jemand weniger oder auch unter stationären Pflege ein und es geht leider bei uns nicht.

00:15:02: Das wäre Vertragsbruch.

00:15:04: ich muss diese Schicht in der Intensive Pflege immer ersetzen und im Zweifel ist das meist ich selbst oder meine Kollegin als stellvertretende Pflegedienstleitung die dann auch zehn Stunden oder zwölf Stunden machen.

00:15:16: Wir verlangen das nicht mit unseren Mitarbeitern, aber wir sehen ja die Pflegenden, die ja versorgt werden müssen und dass es abgedeckt werden muss.

00:15:22: ambulant ist es dann so.

00:15:24: da können wir es ja wegfallen lassen wenn da jemand ausfällt und dann sind wir wirklich auf Angehörige angewiesen weil von jetzt auf gleich auch wenn wir da keine Lösung finden, dass jemand kommt rufen wir da Toren an sagen Toren ab Das können auch Angehörige gar nicht so schnell umsetzen zu sagen, weil ich muss ja dann morgen auch an die Arbeit oder mein Leben geht ja auch weiter.

00:15:45: Das ist wirklich schwierig.

00:15:46: also wir versuchen möglichst wirklich alles eins zu eins wieder abzudecken aber das gelingt nicht immer.

00:15:52: Ja dazu muss man eben auch sagen, Angehöre dürfen quasi auch nicht krank werden und es ist einfach nicht vorgesehen im System.

00:15:59: Ich kenne viele Leute mit vierzig Fieber Angehöhre versorgen.

00:16:03: Weil wie soll es denn gehen?

00:16:06: Klar, ich rufe jetzt mal Samstag irgendwo den Pflegedienst an damit die Sonntag früh kommen oder wie Hallo träumt weiter und daran sieht man ja schon wie knapp das alles bemessen ist.

00:16:16: Oder auch wenn Angehörige oder auch Pflegebedürftige sagen sie sind mit einer Leistung gar nicht zufrieden was ja auch passieren kann.

00:16:23: Die Chemie stimmt nicht.

00:16:25: es geht ja um sehr individuelle private Dinge die haben überhaupt gar keine Auswahl.

00:16:30: Die können gar nicht sagen, nee wir probieren das jetzt mit jemandem anderen entweder du nimmst was du kriegst oder du hast halt gar nichts.

00:16:38: und das führt auch natürlich zu vielen Konflikten weil diese gefühlte und bestehende Abhängigkeit tut beiden Seiten nicht

00:16:48: gut.".

00:16:49: Und es kommt dann ja auch plötzlich jemand fremdes ins Haus unter Umständen?

00:16:53: Wie geht es denn mit der Situation eigentlich den, die gepflegt werden?

00:16:58: Also wenn Sie jetzt von diesen Nutschern sprechen und so.

00:17:00: Es gibt ja Versumpfen, die verstumpfen die oder finden sie sich damit ab oder so.

00:17:07: also Wenn ich von mir ausgehe, wenn irgendwas ist... Ich

00:17:12: möchte

00:17:12: dann mal mit Liebe gepflegt werden.

00:17:14: Ja klar, arrangiert man sich mit vielleicht irgendwelchen Leuten aber wie geht's denen denn?

00:17:20: Also wissen Sie ja Ja doch, beide die pflegen

00:17:26: auch.

00:17:26: Also ich verstehe das total.

00:17:28: Ich möchte ja auch mal selber wenn ich in diesen Zustand komme mit Liebe gepflegt werden.

00:17:33: und auch in der Intensivpflege gibt es viele hat man ja bei Völker gesehen kommunikative Klienten die mir dann auch schildern Also mit deren der Fachkraft das geht für mich gar nicht.

00:17:42: Die hat keine Empathie oder die kann ich auf mich eingehen, also ich kriege das ja dann in dem Fall als Leitung gesagt um dass sich dann zusehen kann, dass ich vielleicht Turnum plane, dass die Mitarbeiter dort nicht mehr hingehen wenn es die Möglichkeit halt gibt.

00:17:54: aber leider Gottes muss ich auch den zu Pflegenden sagen wir haben ja auch nur eine gewisse Kapazität zur Verfügung und ich kann alles versuchen, dass der Mitarbeiter erst mal zukünftig nicht mehr diese Tour fährt, dass sie nicht von ihm gepflegt werden aber für immer verhindern und versprechen, dass derjenige nie wieder an ihrem Bett steht.

00:18:11: Das kann ich leider

00:18:12: nicht.".

00:18:13: Ich glaube das ist pflegebedürftigen Menschen damit häufig nicht gut geht weil die auch sehen, wie Pflegekräfte am Rennen sind.

00:18:22: Wie die Sehen wie Angehörige über ihre Grenzen gehen wieder und wieder, die dann häufig sagen ich will niemanden zur Last fallen.

00:18:30: so kommen sie sich vor.

00:18:31: natürlich Ich weiß nicht wer es gestern gesehen hat.

00:18:34: in der ARD war ja gestern großer Bericht auch von einer Frau die ins Pflegeheim umziehen musste weil das Sozialamt die Kosten für die Pflege zu Hause nicht mehr in der Höhe übernehmen will und zwar auch in ein bestimmtes Heim.

00:18:50: Und nicht den Eins, dass sie eigentlich wollte.

00:18:52: diese Frau war Entschuldigung dort unglücklich.

00:18:55: Die will nur eins wieder nach Hause.

00:18:57: Sie ist im Kopf soweit klar.

00:18:59: Sie weiß auch, dass es an den Finanzen liegt, dass das nicht geht.

00:19:04: Das sind ganz schreckliche Dinge anders kann man das nicht nennen glaube ich.

00:19:08: Kann auch nur bestätigen, dass dies in der Tat ein großes Problem ist.

00:19:12: Ich muss mal sagen, ich war dreizehn Jahre nicht umsonst zu meinem gleichen Pflegedienst.

00:19:16: Das habe ich zumindest den Aspekt immer als sehr angenehm empfunden, bringe jetzt nochmal ein Begriff rein der da ja immer wieder fällt.

00:19:22: also wir hatten wirklich so bezugspflegen.

00:19:24: das klingt immer so theoretisch aber dass ist wirklich Leute gab Pfleger und Pflegarin, die bei bestimmten Patienten besonders gut ankamen.

00:19:33: Die besonders oft eingesetzt wurden wo sich wirklich ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat.

00:19:36: Das kann man ja nicht vorher so planen das entsteht dann währenddessen Und dann hat die Chefin schon bei den Tourenplänen darauf geachtet möglichst oft dann.

00:19:43: bestimmte leute bei denen Leuten waren in der Tat durch aber auch raus.

00:19:47: das schließt dann nicht aus dass mal jemand anders dann auch da ist.

00:19:50: Aber damit fängt es dann vielleicht sogar schon an dass man eben darauf dann achtet.

00:19:57: Das war bei uns der Sonderfall so, das fand ich immer ganz angenehm.

00:20:00: Meine Chefin hatte immer so was die den zeitlichen Ablauf angehen und war sie sehr entspannt und hat also jetzt klar wenn jetzt jemand statt der vorgezählen zehn Minuten eine ganze Stunde da gewesen wäre hätte sich schon etwas gesagt.

00:20:15: Also er hat aber gesagt Leute mir ist nur wichtig dass ihr halbwegs pünktlich bei den Leuten seid und wenn es mal länger dauert dann ist das ebenso.

00:20:24: ja Das fand ich immer sehr dankbar, weil es bei uns vorkam.

00:20:29: Genau die Situation war eine ältere Dame schon weit über neunzig.

00:20:33: da war Ritual das nachdem wir sie gewaschen geduscht hatten dass sie dann Frühstück gemacht hat.

00:20:40: also ich habe nur einen Kaffee getrunken aber das war ihr wichtig.

00:20:43: Sie wäre sauer gewesen wenn ich das nicht gemacht hätte oder auch bei den Kollegen und das hat die Chefin zugelassen.

00:20:47: und dann entsteht eben sowas um darauf ihre Frage zu beantworten wo man sich wirklich auf einem Pflegedienst freut.

00:20:54: Und die Kunst, das noch als letzten Satz dazu ist natürlich trotzdem immer auch gewesen.

00:20:59: Das war mir mal wichtig und meinen Kollegen auch, dass wenn man eine Wohnung betritt – es war ja auch häusliche Pflege -, dass man den Leuten nicht das Gefühl vermittelt Zeitdruck zu haben, obwohl ich oft trotzdem Zeitdrucks hatte aber dass ich nicht irgendwie hektisch reinlaufe oder so sondern sich entspannt rede meistens immer unauffällig geguckt habe.

00:21:17: wo ist die Uhr?

00:21:19: Aber das verrate ich jetzt mal!

00:21:21: Aber trotzdem war mir wichtig Und das habe ich den Leuten auch immer gesagt, wenn dann so Sprüche kamen wie Sie müssen ja gleich weiter.

00:21:29: Zunächst habe ich gesagt Nein jetzt bin ich bei Ihnen.

00:21:32: Das habe ich auch ernst gemeint und jetzt nehme ich mir die Zeit.

00:21:35: Also das war speziell in diesem ambulanten Pflegedienst möglich.

00:21:39: Bin ich meiner jetzt leider verstorbenen Chefin sehr dankbar dass sie das so gesehen hat.

00:21:43: Ein Stückchen ist es glaube ich auch so nach dem Motto Wie es in den Wald hineinschallt zu schalt ist heraus.

00:21:50: Im ambulanten, wie auch jetzt im stationären Pflegebereich habe ich diese Erfahrung machen können und bin dafür ganz dankbar.

00:21:59: Was ich aber in dem Zusammenhang mal erwähnen wollte was manche unserer Politiker oder Schreibtisch-Täter sagen es war dann immer die Frage wer kommt denn morgen?

00:22:11: Und dann gab es eben ein neues Gesetz des Datenschutzes, dass die Mitarbeiterinnen, die wollten es gerne sagen wer morgen kommt, die wussten halt sie kommen nicht.

00:22:22: Aber sie durften's nicht sagen weil jemand nicht in den Dienstplan des anderen schauen durfte.

00:22:29: Das ist doch aber für die Pflegenden ganz wichtig.

00:22:32: Die haben sich auf jemanden eingestellt, die freuen sich dann morgen kommt die und die mit.

00:22:38: Wir halten uns daran nicht, so bin ich ehrlich.

00:22:40: Bei uns kommt auch immer die Frage gerade im ambulanten Wer kommt morgen oder selbst bei den Intensivklinien?

00:22:45: Wer kommt morgens muss ihn da ganz erst an dem Fall scheiß sich auf einen Datenschuss als mit der Pflege wichtiger und das Gefühl zu geben dass derjenige weiß wer dann morgen kommt.

00:22:55: Interessant ist es dann immer wenn derjenigen dann nicht kommt weil er vielleicht wirklich spontan ausgefallen ist und ich stehe dann wieder selber dar.

00:23:01: Dann schmunzeln sie meist und sagen Es wird krank geworden.

00:23:05: Ja

00:23:06: Also ich sehe es auch so um das Gott zu ergänzen.

00:23:08: Wir haben dann auch den Vornamen genannt, wobei ich trotzdem sagen muss... Man hat ja immer am Gesicht ablesen können, wenn ich einen bestimmten Vornamen genannt habe.

00:23:15: Freut sich oder jetzt derjenige?

00:23:17: Oder freut sich nicht?

00:23:17: Wenn ich das gesagt hab... Ja morgen kommt Herr Frank und dann hab' ich schon mal gesehen dass die Mundwinkel nach unten ging!

00:23:22: Ich kann's ja nicht ändern in dem Moment.

00:23:23: Ich kann gar nicht sagen, gut, da kommt Frank nicht, dann kommt Beate.

00:23:26: Das kann ich ja keinen Einfluss drauf.

00:23:29: Deswegen gebe ich zu, entweder hab ich den Namen genannt oder ich hab wirklich gesagt, naja wusste ich es auch nicht und konnte nicht reinschauen.

00:23:34: Da hab' gesagt, ich weiß es leider nicht.

00:23:36: Lassen Sie mich überraschen, es kommt auf jeden Fall jemand weil wie gesagt wir könnens nicht ändern.

00:23:40: Das muss man auch dazu sagen.

00:23:41: Weitere Fragen gerade?

00:23:42: Ja, dahin.

00:23:43: Ich muss leider anmelken dass es wieder eine Pflegerreform geben soll ist ja schon im Gange.

00:23:51: die pflegestufe eins wird schon gar nicht mehr praktiziert.

00:23:54: die geht unter so wie mit bösen folgen für alle anderen stufen.

00:23:59: das geld wird mal weniger und ich muss die frage stellen wieso wird in der pflegige reform nicht von den Leuten gemacht die ahnung haben?

00:24:07: die fachkräfte sind die interpflege arbeiten.

00:24:11: Ich habe eine stehende Gesundheitsminister, aber der hat von fachlichen Pflege bestimmt keine Ahnung.

00:24:18: Und so ist es leider... Da gibt's eine Kommission von Bundestagsabgeordneten, wo wir die vor nichts ne Ahnung haben und legen dann fest!

00:24:28: Ich möchte gerne etwas klarstellen.

00:24:30: Das wird wahrscheinlich keiner hier wissen.

00:24:32: Unser Ministerium hat im letzten Jahr mit allen Ministerien zusammen versucht eine Lösung zu finden.

00:24:41: Es ist keine gefunden worden, die können nicht zaubern!

00:24:46: Die Pflegekosten explodieren und man hat versucht diese Pflegereform menschlich zu gestalten und unsere Ministerin für Soziales in Thüringen ist wirklich eine Vorkämpferin für die Menschen aber sie kann eben auch nicht die Mathematik überwinden.

00:25:05: das müssen wir einfach wissen.

00:25:07: Die Pflegekosten haben sich aufgrund des demografischen Wandels extrem verändert, massiv gestiegen.

00:25:14: Also ich will das deshalb sagen weil das wissen wir alle nicht so genau.

00:25:18: Das schreibt niemand so richtig und irgendwie muss man sehen wie man mit dem Geld klar kommt.

00:25:24: Und die Pflege ist immer teurer geworden.

00:25:28: Wir haben höhere Löhne bekommen.

00:25:30: Ich bin Mitglied im Vorstand des Landespflegerates Das ist eine Interessenvertretung der Pflegeeinrichtungen oder der Pflegeverbände, das gefällt mir nicht.

00:25:40: Aber es ist einfach so!

00:25:42: Also auch ich kann keine neue Mathematik erfinden und dieses Ringen ist furchtbar und keiner will so richtig die Wahrheit sagen.

00:25:52: Frau Fuchs vielleicht dazu?

00:25:53: Das geht aber ein bisschen an die Grundwerte unserer Gesellschaft kleiner Probleme nicht und das Thema nicht, weil es ist alles richtig.

00:26:02: Pflegekräfte verdienen wesentlich mehr als noch vor Jahren und es ist auch richtig und wichtig.

00:26:06: Weil es war... Es ist immer eine schwere Arbeit gewesen, ist es immer noch und sie wurde Entschuldigung sehr bescheiden bezahlt.

00:26:13: mittlerweile sind viele Löhne glaube ich ganz akzeptabel in der Pflege was ich auch aus der Profession höre immer wenn der Lohn steigt reduzieren Leute ihre Arbeitszeit weil sie sich irgendwie mit dem Gehalt eingerichtet haben zeitweise wenigstens raus wollen, also dadurch kriegen wir eher noch weniger Stunden ans Bett als ein Zuwachs.

00:26:35: Natürlich ist es dadurch insgesamt teurer geworden, gar keine Frage und die Zahl der Pflegebedürftigen ist gestiegen und wird vermutlich auch weiter steigen Und das wissen wir aber seit dreißig Jahren, weil Demografie in dem Bereich fällt jetzt mal nicht plötzlich und unerwartet vom Himmel.

00:26:48: Da hat noch mein Gesundheitsminister, der wäre erstaunt wie die Zahlen gestiegen sind, wo ich mir dachte, hallo Junge!

00:26:53: Warum bist du erstaunt?

00:26:54: Das war vorher zu sehen.

00:26:56: mitunter ist die Steigerung noch höher als wir dachten Aber dieses Steigen wird...das wissen wir seit dreizig Jahren.

00:27:01: Punkt.

00:27:02: Es ist also alles andere als ein Überraschungseffekt.

00:27:06: Ich gebe zu, ich bin der Meinung Wir sollten auch mitdenken.

00:27:09: Wir sind eine der stärksten Volkswirtschaften dieser Erde.

00:27:13: Wir sind ein reiches Land!

00:27:15: Es ist nicht so, dass wir kein Geld haben und dass wir keine Ressourcen haben.

00:27:19: Die spannende Frage ist nur wofür es will sie ausgehen?

00:27:22: Und wenn ich sehe, wenn es darum geht das die Pflegeversicherung noch Geld vom Bund zu kriegen hat in mehreren Milliardenhöhen aus Corona Zeiten wo die quasi dem Bunden das Haushalten-Kredit geben haben.

00:27:34: Und die Rückzahlung schieben Sie jetzt noch mal weiter und nochmal weiter!

00:27:38: Dann frage ich mich manchmal, vielleicht mache ich mich jetzt unbeliebt?

00:27:42: Ist es der Tankrabatt oder ist es die Pflegeversicherung?

00:27:44: oder was ist es... Wir müssen einfach darüber nachdenken und wahrscheinlich neu nachdenke, was uns wichtig in unserer Gesellschaft ist.

00:27:52: Worüber definieren wir uns und was ist uns ein Mensch, der jetzt nicht jung dynamisch erfolgreich im Arbeitsleben?

00:28:01: Was ist der uns wert?

00:28:03: Was sind wir uns selber wert.

00:28:06: Es geht auch nicht immer nur um andere, es geht auch immer um unsere Zukunft und ich glaube im Moment reden wir wesentlich mehr über Pflege dass wir uns irgendwann diese Diskussion stellen müssen.

00:28:17: und natürlich kann man sagen man überträgt das alles dem Markt Und welche Folgen das hat, immer schneller, immer intensiver in immer kürzeren Zeiten.

00:28:27: Pflege wird noch nicht besser wenn ich eine ältere Dame immer schneller wasche.

00:28:32: So funktioniert es doch nicht und darüber werden wir reden müssen sonst kommen wir aus diesem Dilemma auch nicht raus glaube ich.

00:28:44: Ich war mit diesen Filmen schon mal ein ganzes Jahr in Thüringen unterwegs.

00:28:47: Ein ganzes ja und ich saß mit vielen Menschen auf so einem Podium mit Krankenkassen am Anfang noch die sich irgendwann daraus gezogen haben, weil ihnen die Fragen aus dem Publikum nämlich zu viel geworden sind.

00:28:58: Mit Politikern, die dann auch irgendwann zuschussendlich kann man immer zu derselben Frage was sind wir uns denn selber wert?

00:29:05: Und das Gesundheitssystem?

00:29:06: und wo fließt innerhalb dieses Landes einfach das Geld?

00:29:09: an Stellen und Orte, wo es vielleicht nicht diesen Bedarf hat wie in der Pflege.

00:29:14: Und Fachkräfte werden immer weniger Leistungen sind an Zeiten gebunden und Pflege wird auch teurer ohne Frage.

00:29:21: aber warum wird denn Pflegeteurer?

00:29:22: Weil alles drum herum teurer wird.

00:29:24: die Autos in dem die Pflegefachkräfte auch sitzen mit denen sie fahren müssen Die Versicherung der Sprit der da reinfließt die ganzen Investitionen die ja auch pflegedienste trotzdem leisten müssen um überhaupt zu pflegen, zu können.

00:29:36: Und ohne Frage ich habe es für tausend Euro netto gemacht als Fachkraft und hab's trotzdem gerne gemacht auch für Tausend Euronetto.

00:29:44: heute verdient man gutes Geld.

00:29:45: aber ich sage das auch und ich sitze ja nun auch jetzt in zwei Positionen mit.

00:29:49: Ich sehe was unsere Pflegefachkräfte verdienen und wie das Gehalt steigt.

00:29:53: und ich kann da ganz ehrlich auch zu meiner Geschäftsführung sagen Das was Pflege jetzt verdient ist gutes Geld und es reicht dann auch.

00:30:00: Es muss nicht ständig steigen steigen.

00:30:03: Es ist auch okay, wenn es dann auch mal stagniert.

00:30:05: Ja, das ist ein wichtiger Punkt definitiv!

00:30:07: Also ich kann es ja auch noch sagen... Ich habe dreizehn Jahre im gleichen Pflegedienstgabend, hab' ich ja schon erwähnt und ich habe auch anfangs für eine volle Stelle netto das bekommen was sich jetzt für eine halbe Stelle oder am Ende für eine Halbestelle bekommen hat.

00:30:18: also die Entwicklung ist gut und das muss man auch immer wieder kommunizieren weil manchmal die Leute immer noch so ein Bild davon haben.

00:30:25: Also ich finde es super, dass sich das so entwickelt.

00:30:27: Aber manchmal die Leute mal noch ein Bild davon haben ja die schlecht bezahlte Pflegefachkraft oder schlechte... Das ist nicht mehr so genau und da geht's wirklich so darum eben die Gesamtkosten im Blick zu behalten.

00:30:39: Ich habe auch so gedacht Ja wie sehe denn eine ideale Welt aus?

00:30:42: Das ist jetzt utopisch.

00:30:42: was ich sage war ein ideale welt wäre so also weil das eh mir auch schon anklang, dass bei einem kleineren Pflegedienst der etwa zwölf Mitarbeitende hat am besten erstmal alle zwölft Fachkräfte sind.

00:30:53: aber Deswegen ist es utopisch.

00:30:57: Es ist immer genau so gewesen, dass die Pflichtanzahl an Fachkräften erfüllt wird und das hat man ja schon so gelöst damit es überhaupt möglich ist.

00:31:04: Das wäre ideal!

00:31:05: Und dann habe ich immer so aus Spaß gesagt oder gedacht... ...es muss eigentlich am besten.

00:31:10: wenn man sich für ein Heim entscheidet müsste es bestens so sein, dass man so viel Erspartes hat, dass er aus eigener Tasche finanzieren könnte wie man sich eine Wohnungsmittel leistet.

00:31:21: Und davon sind wir wirklich malenweit weg.

00:31:23: Also man ist immer darauf angewiesen, dass man einen Pflegegrad hat das dann die Pflegekasse zuschießt und so weiter und selbst dann Ist der Eigenanteil immer noch so hoch.

00:31:33: Sie wissen wahrscheinlich besser wahrscheinlich wenn man eine hohen bei zweieinhalb tausende jetzt auch gesagt drei Tausend ins dreienhalb inzwischen Und dann weiß man es ganz schnell Dann auch das ersparte dann auf gebraucht.

00:31:45: also das so schaut's jetzt gerade aus.

00:31:47: und das noch als letzten punkt ich befürchte und ich habe auch mit meinem Chef, noch mal drüber gesprochen bevor dann der Pflegedienst geschlossen wurde wo ich gearbeitet habe.

00:31:56: Dass die Konsequenz wenn es so bleibt dann wirklich so ist dass immer mehr das immer wieder bei ihnen Leute eben ihre Mütter und Eltern selber pflegen weil es eben nicht mehr finanzierbar ist also dass man dann Verhältnisse hat wie man's eigentlich vor hundert Jahren hier schonmal hatte.

00:32:12: Frau Fuchs wir werden denn eigentlich pflegende Angehörige vergütet?

00:32:18: Ich will jetzt nicht sagen falsche Frage nächste Frage Gar nicht, muss ganz kurz zu machen.

00:32:23: Überhaupt gar nicht!

00:32:25: Es gab unter der letzten Bundesregierung die wir mittlerweile mit dem Namen Ampel-Regierung verbinden die Idee für diejenigen Menschen die ihre Arbeitszeit reduzieren oder ganz aus dem Job aussteigen müssen eine Lohnersatzleistung zu machen so ähnlich wie Elterngeld sage ich jetzt mal weil das ist auch ne Form von Sorgearbeit am Anfang des Lebens.

00:32:49: Das stand im Koalitionsvertrag.

00:32:52: Ich weiß auch, dass das Gesetz bis zum letzten Komma Fixon fertig war weil wir auch in solche Prozesse mit eingebunden sind.

00:32:59: Blöderweise kam es nicht mehr zu diesem Beschluss.

00:33:02: Im jetzigen Koalisionsvertrag steht drinnen bis Ende nächsten Jahres ein Prüfauftrag ob und wie vielleicht irgendwann sie an schon wieder ausgehen wird.

00:33:14: zumindest in dieser Koalition wird da vermutlich nichts kommen.

00:33:19: Das führt dazu, dass viele Menschen sowohl pflegebedürftig aber auch die Angehörigen massiv verarmen muss man sagen.

00:33:27: Wer das gestern gesehen hat, viele leben vom Bürgergeld.

00:33:32: Viele gehen damit in die Altersarmut.

00:33:34: Es ist es uns einfach nicht wert!

00:33:39: kostenfrei so, einfachso und was uns nicht kostet ist und nichts wert in diesem Land muss man sagen.

00:33:45: Und das trifft eben auf diese Form der Sorgearbeit massiv

00:33:48: zu.".

00:33:48: Ich habe jetzt rausgehört dass also auch in der laufenden Reformdiskussion das gar nicht mit vorgesehen ist?

00:33:55: Die laufende Diskussion dabei geht es darum Milliarden aus der Pflege rauszusparen!

00:34:00: Nicht jetzt irgendwas Neues positives dazuzupacken ist nirgendwo zu finden.

00:34:06: Weil das, was mich auch im Moment so fürchterlich stört der Grundansatz war nicht und der Auftrag wie kann ich Pflege besser machen?

00:34:15: Der Grundansatz war in dem Jahr sieben Milliarden, im nächsten Jahr sechzehn Milliarden sparen.

00:34:20: Irgendwo müssen wir die finden!

00:34:22: Und das ist... Das ist die falsche Zielrichtung aus unserer Sicht also eine Vergütung für pflegende Angehörige.

00:34:29: andere Länder haben solche Konstruktionen muss man sagen.

00:34:32: In Deutschland sind mit Meilen weit entfernt.

00:34:34: Sind Sie schon angehört worden in dem Kontext oder wird Ihre Organisationen in die Anhörung im Rahmen des Verfahrens im Bundestag mit einbezogen?

00:34:44: Oder werden sie da gar nicht mitreden können.

00:34:46: Wir bringen uns ein, einer unserer Sprüche heißt immer mit uns und nicht über uns.

00:34:52: In der jetzt neu gegründeten Expertenkommission sind Angehörige nicht dabei auch Pflegepraktiker wohl kaum wie man so hört von den Verbänden.

00:35:02: Wir reden viel auch mit Bundestagsabgeordneten, natürlich viel mit dem Ministerium.

00:35:08: Aber die Zielrichtung ist einfach eine ganz andere muss man sagen.

00:35:12: wir organisieren Demonstrationen zusammen auch mit der professionellen Pflege.

00:35:16: Wir machen Petitionen, wir versuchen uns da massiv einzubringen.

00:35:21: Aber starke Lobbyverbände sind was anderes!

00:35:25: Wir machen das in Thüringen alles ehrenamtlich.

00:35:27: Stoßen im Pflegebereich vielleicht zu unterschiedliche Interessen aufeinander?

00:35:31: Naja, wir haben prinzipiell viele Bereiche kommerzialisiert vor vielen Jahren.

00:35:38: Diese Entscheidung haben wir in Deutschland getroffen.

00:35:41: Ich bezweifle dass es die richtige war.

00:35:42: andere Länder lösen vieles anders.

00:35:45: Wir sagen angehörigen Frege ist die Eiswert-Variante weil die kostet uns im Prinzip fast nix.

00:35:51: die stößt an ihre Grenzen unter anderem, weil es gleichzeitig natürlich Menschen betrifft.

00:35:55: Die wir letztlich im anderen Bereich aufgrund von Fachkräftemangel ganz massiv eigentlich in anderen Jobs bräuchten, die jetzt aber sagen müssen Hallo ich muss jetzt mal pflegen gehen und bei das zeitgleich geht nicht immer so perfekt und umfänglich wie ihr es gerne hättet.

00:36:11: also Wir schaffen uns damit auch in den ganzen anderen Bereichen noch neue Probleme muss man sagen.

00:36:19: Da muss man sich entscheiden, ob man das will oder nicht.

00:36:23: Wir haben uns so entschieden in diesem Land aber ich glaube nicht dass es langfristig tragen wird weil wir merken an so vielen Ecken und Enden.

00:36:32: das ist den Menschen die es betrifft und denen die es leisten egal ob jetzt einer professionellen oder in der häuslichen Pflege einfach nicht gut tut.

00:36:41: eine Frage zum Nachwuchs der pflege Fachkräfte und der pflege Assistenten.

00:36:47: nächstes Jahr pflege Fachassistenten.

00:36:50: Ich sehe in der Stadt proppenvolle Klassen von Azubis mit hohen Anteil nicht Muttersprachlern, die explizit eingeworben wurden.

00:37:04: Vornehmlich wird aus Vietnam und aus Indien.

00:37:12: Es müsste auch inzwischen den ersten Jahrgang geben, das hat ja dreiundzwanzig angefangen.

00:37:18: Also es müsste fast oder schon den ersten Jahrgang geben wo diese hohen Anzahlen auch schon in die Praxis gehen weil etwa siebzig Prozent absolvieren die Pflegeausbildung.

00:37:29: Ja Wir haben inzwischen in Erfurt mindestens vier private Pflegeschulen dies vor vier Jahren noch gar nicht gab außerhalb der staatlichen medizinischen Fachschule hier am Leipziger Platz, die ja auch tausend vierhundert Azubis hat.

00:37:47: Und ich vermisse jetzt so ein bisschen dass sie in der Praxis noch gar nicht merken das es da eigentlich einen guten Zuwachs von unten geben müsste.

00:37:56: also jetzt Ausbildung und dann in die Praxis gehen weil ja auch die Azubi-Vergütungen an Berufe wie IT-Administrator durchaus angeglichen sind und sie auch selbst sagen, dass nachher auch die Verdienste ganz ordentlich sind.

00:38:14: Wo bleiben diese vielen Leute wenn Sie sie gar nicht sehen in der Praxis?

00:38:18: Das ist eine sehr gute Frage!

00:38:20: Also wir selbst haben sieben Auszubildende, davon sind tatsächlich für das neue Ausbildungsjahr was ja jetzt am ersten Neuen begonnen hat.

00:38:27: Wir haben auch drei aus Indien hierher nach Deutschland geholt die in Jena dann die Ausbildung machen.

00:38:32: und vor drei Jahren haben wir sehr gute Erfahrungen mit der Mongolei gemacht.

00:38:35: unsere Auszubilde ist ja jetzt fertig geworden war auch Jahrgangsbeste.

00:38:39: wo der ganze Rest ist?

00:38:40: es ist für mich fragt ich habe ja auch unsere Ausgebildenden gefragt, Mensch ihre Klasse war doch auch voll?

00:38:46: Wo sind denn alle hingegangen?

00:38:48: Und tatsächlich wandern sehr viele ins Krankenhaus ab.

00:38:52: Also gehen wirklich viele in die Kliniken gar nicht in stationäre Pflegeeinrichtungen oder auch ambulante Pflegedienste, sondern durch diese Generalistik dieses Vereinen dieser drei Ausbildung ist das Interesse natürlich in dem Zeitraum sehr hoch für Krankenhäuser, weil dieses Spektrum an unterschiedlichen Bereichen zu arbeiten natürlich viel größer ist wie wenn ich mich für eine ambulanten Pflegedienst entscheide oder für eine stationäre.

00:39:16: Auch aus Erfahrung, wenn wir mal mit anderen Pflegediensten zusammensitzen oder auch in Quali-Zirke mit stationären Pflegeeinrichtungen, die merken das besonders.

00:39:23: Also diese reine Altenpflege für die man sich früher ja bewusst entschieden hat gehen nach der generalistischen Ausbildung sehr weniger.

00:39:31: Also war das nun gerade nicht der Pringer?

00:39:34: Obwohl es eigentlich der Pränger sein sollte?

00:39:36: Ja, nicht für die Pflege!

00:39:37: Also ich finde sowieso schwierig, jeweils drei Jahre Ausbildung in einmal drei Jahre zu packen.

00:39:45: Das ist für mich schon sehr komplex.

00:39:46: wie soll man das denn schaffen?

00:39:48: Was vor insgesamt neun Jahren gedauert hätte wenn ich alles dreis gemacht hätte und ich sehe es ja auch einfach wie sich das in der Ausbildung entwickelt hat.

00:39:55: Ich war bevor die Pflegediensthaltung geworden ist habe ich zehn jahrelang auszubildende begleitet Und diese Generalistik hat schon viel verändert.

00:40:03: Vorher haben sich ja wirklich viele bewusst dafür entschieden, ich möchte alten Pfleger machen!

00:40:07: Ich möchte alte Menschen pflegen in stationären Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten Und natürlich mache ich einen Praktikum im Krankenhaus und er war das dann immer so ein bisschen erschrecken, wenn die aus der Klinik wieder kamen.

00:40:18: Er sagte alles so hektisch und es muss schnell, schnell gehen und waren dann auch wieder froh halt bei den Bewohnern zu sein, die man ja denn auch immer hat.

00:40:26: aber mittlerweile wird ihn ja überall durch diese Generalistik so ein roter Teppich ausgeräut was ja gut ist weil überall mangelt's gell?

00:40:34: Und dass man ja in allen Bereichen damit arbeiten kann Aber es verteilt sich halt schlecht.

00:40:40: Das soll ja nun eigentlich zum ersten, ersten sieben und zwanzig schon an Kraft treten.

00:40:46: Es ist noch nicht mal im Bundestag gelandet was käme da auf einen Pflegedienst wie Ihren zu?

00:40:52: Ja es wird sich einiges verändern gerade auch Betreuungs- und Entlastungsleistungen für viele Pflegendienste.

00:41:01: ein großes Thema, was ja über diese hundert und dreißig Euro in allen Pflegengraden aktuell auch im Pflegegrad eins noch ausgezahlt wird.

00:41:09: Wo viele sich einfach wirklich dann Unterstützung oder wo auch die Angehörigen entlastet werden konnten indem man den Haushalt mitübernimmt, den Einkauf vielleicht absolviert Das können ambulante Pflegerendienste in dem Sinne gar nicht mehr so abrechnen.

00:41:21: Pflegegrad eins fällt da komplett raus, Verhinderungspflege sollen nur noch Pflegedienste machen dürfen oder stationäre Pflegeeinrichtungen das dürfen gar keine pflegende Angehörige mehr machen oder Bekannte ja also Vertrauensperson sagen was so?

00:41:36: Ich frage mich, wo denn das Portfolio herkommen soll?

00:41:39: Dass diese ganzen Pflegedienste diese Verhinderungspflege machen sollen.

00:41:43: Weil pflegende Angehörige sollen und ich denke dass auch verdient auch einmal Urlaub machen oder mehrfach Urlaub im Jahr und sind dann ja einfach verhindert.

00:41:52: Und dann ist es ja gut wenn man jemanden in der Familie hat oder der das dann übernimmt aber die dürfen das ja nicht mehr ausgezahlt bekommen von der Krankenkasse.

00:41:59: Es dürfen nur noch professionelle Pflegendienste arbeiten.

00:42:01: Die haben ja sowieso schon Mangel.

00:42:03: also wann sollen?

00:42:05: Also wir haben selber schon relativ viele Anfragen auch in diesem Jahr für Verhinderungspflege bekommen.

00:42:10: Wir mussten das ablehnen, weil wer gesagt hat ich kann nichts zu sichern wenn mir im Nachgangspersonal fehlt und ich dann wieder anrufe, weil der pflegende Angehörige ist ja schon verhindert wen soll ich denn dann anrufen?

00:42:19: Wenn wir es auch gerade nicht stemmen können?

00:42:21: deswegen muss ich von vornherein ehrlich sagen wir haben die Kapazität nicht.

00:42:25: Frau Fuchs!

00:42:26: Gerade das Thema der Verhnderungspflege sorgt im Moment für ganz viel Bestürzung bei den Leuten.

00:42:33: So wie Sie sagen, auf der professionellen Seite sind die Kräfte gar nicht da.

00:42:38: Gleichzeitig haben Menschen über längeren Zeitraum sich ein soziales Netz aufgebaut, auch pflegende Eltern.

00:42:46: Wo es darum geht dass immer wieder jemand kommt den das Kind schon kennt und nicht notfalls Entschuldigung vom Pflegedienst alle zwei Wochen jemand anderes weil das können sie gar nicht absichern weil da gibt's Sachen mit Urlaub und Krankheit das ist einfach so.

00:43:01: die wissen im Moment alle nicht wie das funktionieren soll.

00:43:05: Und was häufig ja auch als Argument gebracht wurde, dann können Angehörige mal Urlaub machen.

00:43:11: Da muss man mittlerweile sagen das ist für viele ein schöner Traum.

00:43:16: Ganz häufig kriegen es die Angehöre nicht mal hin wenn sie selber ins Krankenhaus müssen.

00:43:22: Wenn's wirklich dringend ist für Sie.

00:43:25: Nicht mal da funktionieren bestimmte Sachen suchen Sie mal einen Kurzzeitpflegeplatz.

00:43:30: Sexamolotto ist nichts dagegen sage ich immer.

00:43:33: Die können nicht mal ihre eigene Gesundheit stabilisieren und sichern, weil sie einfach diese Entlastung nicht kriegen.

00:43:40: Und alles was da jetzt auf Sie zukommt sorgt auch für eine unheimliche Unsicherung.

00:43:44: Sie haben jetzt angesprochen das soll am achtzehnten zwölften gegebenenfalls beschlossen werden zum ersten Ersten.

00:43:51: Wie stellte euch das vor?

00:43:52: die Pflegekassen müssen viele Systeme ändern.

00:43:55: es müsste geschulte Berater dazu geben.

00:43:58: Ja klar, wir unter Weihnachtsbaum.

00:44:00: Es weiß im Moment niemand wie das zum ersten Ersten funktionieren soll.

00:44:03: Bestimmte Sachen sind ja im Moment übertragbar von einem Jahr bis ins erste halbjahr des nächsten Jahres.

00:44:08: Kein Mensch weiß ob das nächstes Jahr gültig ist oder nicht.

00:44:10: Man sagt immer so schön kein Gesetz geht so in den Bundestag rein, wie es dann rauskommt?

00:44:15: Keine Ahnung was die noch Veränderungen auf diesem Weg beschließen aber dass alles kurz vor Weihnachten und ab Januar soll es gültigt sein.

00:44:21: Was sie im Moment neben allen Kürzungen auf jeden Fall schaffen alle beteiligten Parteien in der professionellen Pflege bei den Angehörigen, bei den Pflegebedürftigen.

00:44:30: Der dazu verunsichern und dem Chaos nahezubringen ist es einfach auch unverantwortlich muss ich sagen weil im Moment kann dir niemand sagen was im Januar ist und dann sollst du irgendwas planen.

00:44:43: auch professionelle kräfte Arbeitgeber müssen etwas planen.

00:44:48: viele professionelle Träger sagen mittlerweile sie haben die Sorge dass sie in den Serventz gehen.

00:44:53: dadurch Weil bestimmte Leistungen können nicht mehr abgerechnet werden, so schnell Entschuldigung kann man ja gar keinen kündigen.

00:45:00: Das hat im ländlichen Raum die Gefahr dass wenn ein Träger in die Insolvenz geht das auch Leistung die finanziert werden weiterhin auch mit wegbrechen einfach weil dann kein Arbeitgeber mehr vor Ort ist also das was da im Moment passiert es alles andere als eine gute Lösung.

00:45:17: ich bin sehr entsorgelt gebe ich echt zu

00:45:19: Können Sie das vielleicht nochmal genauer erläutern, was das jetzt das Problem für die Träger ist?

00:45:24: Sie hatten von Zertifikaten gesprochen.

00:45:27: Also unsere Geschäftsführung geht sehr auch darum.

00:45:29: also wir haben zum Beispiel auch in jener drei Riesentouren, wo wir halt reine Betreuungs- und Entlastungsleistungen anbieten.

00:45:36: Das betrifft drei Mitarbeiter die fahren vom Montag bis Freitag wirklich von frühes halb sieben bis Nachmittags um vier und unterstützen da im Einkauf in der Höchstigkeit, reinigen die Wohnung

00:45:46: etc.,

00:45:47: das fällt halt alles weg.

00:45:48: und unsere Geschäftsführung ist da halt auch, Sie sagen was soll ich machen?

00:45:53: Ich weiß nicht, ob ich die Mitarbeiter dann kündigen muss.

00:45:55: Es betrifft fünfundneunzig Klienten, die wir da anfahren.

00:45:58: Wann sage ich denen Bescheid zum Weihnachtsgruß zu heilig abends?

00:46:01: Schick mir dann Postentschuldigung sah aber erst den ersten Kommen nicht mehr weil wir dürfen es einfach nicht mehr erbringen diese Leistung als nicht das wir's nicht wollen sondern wir dürfen uns einfach nicht abbringen und wir dürfen sie nicht mal mit der Kasse abrechnen Weil man muss sich dafür zertifizieren.

00:46:14: Man muss sich da neu registrieren.

00:46:16: Das gibt es auch alle schon, diese Anträge.

00:46:19: Aber das sagt auch jedes Amtsbrunnen noch nicht ausfüllen weil ich weiß keiner ob das Gesetz wirklich so erscheint und bevor sie das Papier befüllen, warten Sie noch einen Moment?

00:46:27: Na ja aber wie lange warte ich denn jetzt auf diesen Moment?

00:46:30: also meine Chefin hat sich heute erst wieder gegenüberstehen gesagt Ich weiß gar nicht was ich machen soll.

00:46:35: Was machen wir denn dann auch in Zukunft mit unseren Betreuungskräften?

00:46:39: Wir können die ja nicht in den Sieflege einsetzen, sondern nur Pflegefachkräfte gewünscht sind.

00:46:44: Da darf keine Betreuungskraft arbeiten.

00:46:46: und in der ambulanten Torfragenheit – auch die Angehörigen sehen sie an den Nachrichten – viele sind mittlerweile auch mit Handy unterwegs und lesen nach und man kann diesen Gesetzentwurf ja auch lesen haben viele Fragen und unsere Pflegekräfte oder Betreuungskräfte stehen ja dann auch da und sagen, wir können Ihnen keine Antwort geben.

00:47:05: Keiner weiß wie es zum ersten Ersten weitergeht?

00:47:09: Und ob wir denn noch an Ihrer Seite sind oder nicht?

00:47:12: Also als wäre es jetzt weitergegangen mit dem ambulanten Pflegedienst Und meine Chefin nicht gestorben wäre es, also im Konjunktiv wären genau das die Fragen gewesen.

00:47:22: Ich weiß noch wie der Juniorchef immer schon uns genau auf diese Situation vorbereitet hat und gesagt ihr als pflegekräfte Betreuungskräfte da könnte was kommen.

00:47:29: und Es war jetzt ja Zufall dass ich jetzt in die Alltagsbegleitung jetzt bei einem anderen Arbeitgeber gewechselt bin wo erst mal noch gesichert ist.

00:47:36: aus anderen Gründen gibt's auch Fragezeichen das er jetzt nicht mit der Thematik zu tun aber klar.

00:47:41: Also mir dann auch persönlich bewusst geworden Als das schon dann im Raum stand im Sommer dass, wenn jetzt nicht der Jobwechsel gewesen wäre dann auch ein großes Fragezeichen gewesen wäre.

00:47:52: Also das genau wie es hier beschrieben wird, das treibt gerade alle ambulanten Pflegedienste definitiv her.

00:47:59: Ich würde noch mal konkret auf diese onehundert und dreißig Euro Entlastungsbetrag kommen.

00:48:03: Das klingt ja im ersten Moment nicht viel.

00:48:05: Da sind ja grade mal knapp vier Euro am Tag.

00:48:07: aber warum ist dieser Betrag so wichtig?

00:48:10: Dieser Betrag kann bisher für Verschiedenes verwendet werden, unter anderem auch zum Beispiel für das Thema der Nachbarschaftshilfe.

00:48:18: Da komme ich mit hundert einen dreißig Euro weiter als die zwei Stunden bei der professionellen Unterstützung.

00:48:25: angesichts sehr kostensätze muss man sagen und da sind viele Dinge, die verdammt wichtig sind – auch gerade im Pflegegrad eins eine Tagesstruktur, die Einkäufe erledigen Und nicht, ich sag mal Entschuldigung.

00:48:45: Ich esse jetzt mal nur das aus der Dose sondern auch was Frisches die Wohnung wird gereinigt es wird etwas aufgeräumt und ich stolpern nicht über irgendwas was da halt liegt und solche Sachen.

00:48:57: dass das klingt so banal so banale ist es in der praxis nicht.

00:49:00: das ist für die leute etwas sehr sehr wichtiges.

00:49:04: Viele Dinge sind im Moment so ein bisschen paradox.

00:49:07: Wir wollen ganz viel in die Prävention gehen, wir wollen jetzt gerade am Anfang der Pflege entlasten und besser machen und gleichzeitig nehmen wir genau solche Sachen raus.

00:49:19: Das ist für viele Menschen auch nicht stimmig.

00:49:21: was da im Moment passiert muss man sagen

00:49:23: Genau und pflege gerade ein, sondern es ja mehr Beratung geben als bisher mit dem Ziel dass das gar nicht erst schlimmer wird.

00:49:30: Niemand weiß wer diese Beratungen leisten soll weil die professionellen Dienste die im Moment auch vor Ort sind und die Familien kennen sollen sie dann ja erstmal nicht machen.

00:49:38: Pflegestützpunkte haben wir bisher immer noch nicht.

00:49:41: überall soll besser werden.

00:49:42: aber bis das soweit ist und das ist eben auch so eine Sache wie wir zerstören jetzt eine Struktur und haben die Neue noch gar nicht und wissen auch noch gar Das macht so schwierig.

00:49:55: Ich glaube, wir hatten eine Meldung aus dem Publikum... Wenn man die Pflege zu Hause familiär macht, es eine gewaltige Aufgabe ist.

00:50:28: Die eine ganze Person und meistens eine ganze Familie erfordert, die am Ende nicht anerkannt wird von der Gesellschaft.

00:50:37: Und das ist das Vorsprache!

00:50:38: Da waren jetzt zwei Punkte drin.

00:50:40: einmal die Anerkennung von zugewanderten Fachkräften.

00:50:44: haben Sie damit auch Erfahrung?

00:50:46: Ja Man hat ja viele Bewerbungen aus dem Ausland, aber geht es immer um Ausbildungsplätze.

00:50:54: Aber auch wenn man sich mit anderen Pflegediensten unterhält die Anerkennung in Deutschland für eine Ausbildung aus dem Austand ob das jetzt Fachkräfte sind in der Pflege oder auch Ärzte also dieses Verfahren Bürokratie ist hier einfach ganz groß geschrieben in allen Bereichen nicht nur im Gesundheitssystem.

00:51:12: Das dauert einfach viel zu lang.

00:51:13: Es dauert viel zu lange und dann hat man wirklich Fachkräfte, die sagen nach einem halben Jahr, die als Pflegeassistenten oder Pflegehelfer eingesetzt werden in stationären Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, die verbrannt werden weil sie das gleiche tätigen wie eine Fachkraft aber nicht das Geld dafür kriegen.

00:51:29: Die wandern ab aus dem Beruf, die machen dann einfach was anderes.

00:51:32: Es dauert einfach zu lang!

00:51:34: Sie hatten den Film von gestern Abend schon erwähnt, von Karin Mioska und wer fragt nach mir pflegende Angehörige am Rande der Erschöpfung.

00:51:42: Eine der Protagonistinnen hat darin gesagt dass oft gefragt werde wie es der pflegebedürftigen Person geht.

00:51:48: selten aber wie ist die pflegenen Personen geht?

00:51:51: Aber was würde das ändern?

00:51:53: Es ändert etwas in der Wahrnehmung.

00:51:58: Diese Frage ist erstmal auch eine Frage der Wertschätzung.

00:52:01: Wenn sie ernst gemeint ist und wenn ein ernstes Interesse da ist, auch die Antwort zu hören.

00:52:06: Und es nicht nur so die Floskel ist wie geht's dir denn?

00:52:09: Man erwartet schon mal dass er andere sagt ja geht schon alles gut weil dann funktioniert das nicht muss man auch sagen aber wenn es eine ernst gemeinte Frage ist hat das auch die Möglichkeit darüber zu reden und das ist etwas das ist schon wesentlich besser geworden.

00:52:26: wir reden viel zu wenig über Pflege mittlerweile mehr als vorher, wer vor Jahren schon gepflegt hat.

00:52:31: Da war das mal was ganz Seltenes wenn das Thema überhaupt aufkam und dass gibt Menschen auch die Möglichkeit mit anderen im nahen Umfeld zu reden und auch um Hilfe zu bitten oder auch das Angebot für Hilfe zu kriegen.

00:52:47: Und da geht es jetzt nicht um Pflege im engen Sinne.

00:52:51: Mal Zeit haben, mal da sein Spazierengehen gemeinsam Kaffee trinken und es klingt jetzt völlig paradox, damit man nur mal in Ruhe duschen kann.

00:53:02: Weil man ist ständig in Hab Acht.

00:53:04: in vielen Fällen muss man echt sagen!

00:53:06: Und in dem Bereich können andere entlasten.

00:53:08: aber das funktioniert nur wenn ich mit denen darüber rede dass es nicht leicht ist und nicht nur schön.

00:53:18: Und wir haben teilweise auch Broschüren, bei mir heißt das immer die Hochglanz lächtet Fotos und da sitzt eine Pflegebedürftige mit frischondulierten Haaren.

00:53:29: Pflege zu Hause ist nicht immer nur schick und schön!

00:53:31: Da kriegen Leute auf dem Zahnfleisch.

00:53:33: Das war gestern in diesem Film auch sehr prägnant dargestellt wie schwierig das mitunter ist, bestimmte Dinge dann leisten zu müssen Tag für Tag Und über solche Sachen zu reden, halte ich für was ganz Wesentliches.

00:53:48: Weil das auch einfach mit einem realistischen Bild von Pflege zu tun hat.

00:53:52: Haben pflegende Angehörige überhaupt irgendeine Möglichkeit sich darauf vorzubereiten, was auf sie zukommt?

00:53:58: Gibt es

00:53:59: eine Leitung?

00:54:00: Theoretisch schon!

00:54:01: Aber machen tut's im Prinzip niemanden ein.

00:54:04: Frag jetzt mal nicht wer hat alles ne Vorsorgevollmacht, ne Patientenverfügung?

00:54:08: und wir bereiten uns auf viele Katastrophen im Leben eher weniger vor muss man sagen.

00:54:13: Natürlich gibt es Kurse bei den Pflegekassen, aber niemand der mit dem Thema zu tun hat macht so einen Kurs schon mal präventiv quasi.

00:54:20: das tun wir einfach nicht und wenn ich dann in dieser Situation bin habe ich blöderweise leider keine Zeit.

00:54:26: Das macht es so schwierig.

00:54:28: gleichzeitig muss man dass viele Angehörige in einem medizinisch auch sehr eng begrenzten Bereich häufig ein hohes Fachwissen über Krankheiten oder Behandlungen haben.

00:54:40: mitunter kommen dann auch professionelle Kräfte, denen man als Angehöriger erklärt wie das ist.

00:54:47: Das gehört zur Wahrheit muss man auch sagen.

00:54:50: einfach durch diese jahrelange Pflege entsteht natürlich auch eine Kompetenz.

00:54:55: dahingehend wird es alles aber nicht anerkannt.

00:55:00: Das ist uns alles nichts wert

00:55:02: Denn man könnte ja theoretisch diese Kompetenz auch im Nachhinein noch nutzen, also...

00:55:07: Ja natürlich.

00:55:08: Es gibt auch Menschen die in irgendeinem Job waren und dann lange gepflegt haben und hinterher dann auch quasi in der professionellen Pflege arbeiten.

00:55:16: Auch so etwas gibt es mitunter jetzt nicht massenhaft weil das manchmal auch nicht so einfach ist, dann da einzusteigen oder auch noch eine Ausbildung zu machen.

00:55:25: Aber auch so etwas gibt es.

00:55:27: natürlich erwerben die Leute eine Kompetenz in der Zeit.

00:55:30: Natürlich liest man viel darüber und man redet mit Menschen, man redete mit Ärzten, mit Therapeuten.

00:55:36: Natürlich wissen die Leute irgendwann ne ganze Menge darüber.

00:55:38: Versuchen wir nochmal die Perspektive zur Pflegenden, der pflegebedürftigen Person einzunehmen?

00:55:45: Die hat ja eigentlich gar keine Chance sich irgendwie darauf vorzubereiten oder sich darauf einzustellen ist letztendlich in irgendeiner Weise dann auch ja dem Partnerin oder der Partner, den Partner und den Kindern.

00:55:58: Ich will jetzt nicht sagen ausgeliefert aber komplett abhängig!

00:56:01: Wie kann man damit umgehen?

00:56:03: Früher gab es mal so einen bösen Spruch Seine Zutaten in Kindern.

00:56:06: die suchen später dein Pflegeheim aus.

00:56:08: mittlerweile muss man sagen die werden dich pflegen oder auch nicht oder zumindest die Pflege organisieren.

00:56:13: Das ist was ganz Wichtiges, weil auch wenn jemand in einem Pflegeheim lebt, ist ja nicht so dass die Angehörigen nichts mehr machen.

00:56:20: Ist ja auch eine Illusion.

00:56:22: Dann ist man das Problem los?

00:56:24: Nein!

00:56:25: Es hat sich nur verändert und verlagert.

00:56:28: Da muss man sich immer noch um ganz vieles kümmern.

00:56:31: Und Menschen, die kein Angehörung in ihrer Nähe haben sind sehr zu bedauern, muss man echt sagen Wenn da niemand ist, der sich um all diese vielen Kleinigkeiten aus emotionaler Bindung heraus kümmert.

00:56:48: Ist das kein guter Zustand glaube ich.

00:56:51: und dahingehend wir bereiten uns alle nicht vor es gibt bestimmte Krankheitsentwicklung die langsam voranschreiten.

00:56:58: Da kann man sich auf manches gedanklich vorbereiten.

00:57:02: vieles geht so plötzlich da haben wir alle keine Vorbereitung vom Autounfall bis zum Schlaganfall.

00:57:08: Ich sagte schon, Patientenverfügung vorsorgevoll macht.

00:57:11: Klickt immer wie bürokratische Monster ist aber nicht unwichtig.

00:57:15: Aber uns frühzeitig damit zu beschäftigen und darüber Gedanken zu machen Wie wollen wir das für uns?

00:57:23: Ich höre es von ganz vielen Menschen Naja umziehen tue ich dann wenn ich die Treppe nicht mehr hoch komme.

00:57:28: ja klar Leute Dann ist ein bisschen spät weil wenn ihr die treppe schon nicht mehr Hoch kommt dann wird Es mit dem Umzug auch ein bisschen schwierig.

00:57:34: da sollte man bitte etwas vorhermachen Aber häufig ist es dann doch anders.

00:57:39: Muss man leider sagen, ja?

00:57:41: Ich habe das gerade Ihnen gebannt zugehören und gerade über eine Situation nachgedacht, konkret zu machen.

00:57:47: direkt vor der Veranstaltung.

00:57:48: Habe ich mit meinem Vater über eine familiäre Situation gesprochen weil meine Tante, meine seventy vierjährige Tante pflegt ihren siebenund achtzigjährigen Ehemann beide hochaltrig genau Und die Frage ist, wie mit der Situation umgehen und was Sie jetzt schon gesagt haben.

00:58:05: Also dass man rechtzeitig darüber nachdenkt.

00:58:08: Und dann auch als die pflegebedürftige Person muss man mal sehen, was das für ein Charakter ist?

00:58:15: Natürlich muss man entgegenkommen sein.

00:58:18: In dem konkreten Fall ist so, dass mein Onkel eine emotionale Abhängigkeit hat.

00:58:24: Er hat sich an die Pflege gewöhnt.

00:58:26: Dann ist natürlich das große Thema Also was jetzt in der Familie aufgekommen ist, er möchte nicht ins Heim.

00:58:32: Und gleichzeitig wird es aber für meine pflegende Tante eben immer schwieriger und sie ist natürlich auch emotional erpressbar.

00:58:41: Das sind dann alle so Sachen die dann auf einen zurollen neben dem was Sie gesagt haben.

00:58:46: ich mein wir sind jetzt Gott sei allen noch nicht eine Situation das wir jetzt gepflegt werden müssen.

00:58:50: Ich kann nur für mich immer sagen ich hoffe aber ich verstehe es auch ich hoffe dass wenn ich mal an den Punkt bin Und jemand pflegt mich meinen Puder oder irgendjemand aus einem familiären Umfeld, dass ich dann auch bereit bin und erkenne.

00:59:04: Jetzt muss sich diejenige Person schützen und muss jetzt auch entgegenkommen zeigen und sagen okay ich muss es doch die Wohnung verlassen weil das sind immer... Das waren auch so erfahrungswerte ganz schwierige Entscheidungen weil.. Ich habe das aber mal gesagt, mein Patienten in der ambulanten häuslichen Pflege bleibt solange im Haus, solange ihr könnt.

00:59:23: Also aus ganz vielen Gründen, aus finanziellen Gründen.

00:59:25: Aber auch bei einem alten Heimaufwind, das heute alles lichtdurchflutete ist, ist trotzdem eine ganz andere Situation als eben das eigene Zuhause.

00:59:33: und trotzdem ist die Schwierigkeit den Punkt zu finden wo man dann sagen muss jetzt geht es sich mal anders.

00:59:38: also das bleibt ein Dilemma.

00:59:41: Ich habe jetzt keine Frage.

00:59:43: ich werde gerne nochmal festhalten.

00:59:46: Es ist sehr komplex.

00:59:47: wir haben ambulanen stationär teilstationär zu Hause Und ich würde gern zwei Sachen sagen.

00:59:54: Einerseits möchte ich mal eine Presche für unsere Politiker schlagen, Ich komme aus der Pflege.

01:00:01: es wurde eine pflegeversicherung eingeführt.

01:00:03: vorher gab's nix.

01:00:05: ja seit nineteenhundert einen neunzig oder vierneinzig haben wir die Pflegeversicherung.

01:00:10: da gab's dann endlich mal was.

01:00:11: das muss man auch mal sagen.

01:00:13: Die politiker die jetzt dran arbeiten versuchen ein bestehendes System irgendwo in die zukunft hinein zu projizieren.

01:00:21: kriegen sie mehr oder besser hin, weiß ich nicht.

01:00:24: Das werden wir auch erst in zwanzig Jahren beantworten können.

01:00:29: im Augenblick arbeiten sie mit dem Budget was sie haben.

01:00:32: das zweite ist der Thema des abends ist was es uns pflegewert?

01:00:38: Wir sind über die zwei prozent des was Herr Trump gerne möchte.

01:00:43: für Verteidigung sind wir in der Pflege in Deutschland locker drüber genug Geld ausgegeben.

01:00:50: Wir haben wertschöpfende Industrien, wir haben eine medizinische Rehabilitation die da alle gut Geld verdienen.

01:00:57: Unser Job?

01:00:59: Wir sind halt Dienstleister.

01:01:00: Das ist nicht so viel Wert.

01:01:04: An muss ich als Gesellschaft fragen wie soll das sein?

01:01:06: Wie können wir es jetzt eventuell in Zukunft anders aufbauen?

01:01:10: Wollen wir werte Bonuspunkte verteilen?

01:01:12: wollen wir Menschen die jedes Jahr immer super gesund gelebt haben Wenn die Pflege bedürftig werden, kriegen sie vielleicht ein bisschen mehr Pflege von der Gesellschaft.

01:01:23: Die, die schlecht gelebt haben, die kriegen eben nur Sozialhilfepflege... Also das ist die Frage und kommt jetzt hier heute Abend wahrscheinlich keine Lösung.

01:01:32: Ja?

01:01:33: Kriegen wir nicht hin!

01:01:34: Auch wir haben nicht das Budget darüber zu entscheiden.

01:01:37: aber vielleicht kann man als Fazit einfach auch mal sagen Wir müssen vielleicht mit dem kleinen Klein was unsere Politiker machen auch irgendwo ein bisschen zufrieden sein.

01:01:47: Die hundertdreißig Euro gehen ja nicht ganz verloren.

01:01:49: Die werden verteilt in die Pflegegrade, ins Pflegegeld.

01:01:53: Es ist ja nicht weg es wird ein bisschen umstrukturiert.

01:01:56: Der erste Erste ist definitiv kein guter Termin da gebe ich ihnen recht.

01:02:01: aber irgendwo Ja die arbeiten und das wird noch verschoben werden das wissen wir doch alles.

01:02:06: Man kann ein bisschen entspannt bleiben glaube ich noch.

01:02:09: Ja, ich finde das ganz interessant.

01:02:12: jetzt den Ansatz wir können ganz entspannt bleiben.

01:02:15: Ich habe zwei pflegebedürftige Eltern.

01:02:19: mein Vater ist neunundachtzig meine Mutter ist fünfundachtzig und wenn man pflegender Angehöriger ist dann hat man

01:02:29: vielleicht

01:02:31: auch Kollegen oder auch Chefs die dafür Interesse zeigen oder Verständnis haben.

01:02:40: Bei mir ist das tatsächlich gar nicht der Fall, ich habe

01:02:44: da schon

01:02:45: einiges erlebt und

01:02:48: insofern

01:02:49: sehe ich da gar nicht entspannt in die Zukunft weil dieser Entlastungsbetrag und das was sie ansprachen also dieses bisschen Hilfe was wir von ja von zwei einen von zwei Gesellschaften bekommen für die Eltern.

01:03:06: Das ist für mich essentiell, also für unsere Familie, weil ich arbeite Vollzeit.

01:03:12: Von mir werden Überstunden per See erwartet.

01:03:16: Für mich ist genau zu Beginn des Jahres es da Hoch-Saison und da ist nicht die Frage ob jetzt hier irgendwie ein Gesetz unstrukturiert wird oder nicht.

01:03:27: Also für uns ist das entscheidend.

01:03:29: Ich habe das Glück dass mein Vater durch meinen Bruder schon Unterstützung bekommt, der jetzt gerade in Rente gegangen ist.

01:03:36: Also perfekt wenn man das als Eltern so eintaktet dass die Kinder irgendwann einen selber unterstützen können.

01:03:43: ich kenne es nämlich aus meiner eigenen Familie von früher.

01:03:47: Alle Großeltern wurden in der Familie gepflegt.

01:03:50: Das war einfach so, aber wenn wir jetzt in die Zukunft schauen und mal sehen wie lange ich dann arbeiten muss... Ich bin das Nesthäkchen sozusagen, ich muss einfach noch länger arbeiten und ich bin aber für alle Arztbesuche, für all das was mit den Ärzten, Medikamenten usw.

01:04:11: zu tun hat, bin ich zuständig!

01:04:12: Und das macht man nicht so nebenbei.

01:04:17: Und deswegen kann man zwar entspannt sein, weil man weiß okay manchmal dauert es ein bisschen länger mit der Politik.

01:04:23: Aber das ist... Das kann dann auch mal ganz anders aussehen und deswegen muss ich sagen also jetzt einfach so mal zu schauen wie's denn wird.

01:04:31: Also ich denke wir müssen da irgendwo das noch viel transparenter machen wie die Situationen sind damit irgendwie überhaupt ein Verständnis dafür da ist, weil ich merke es immer mehr.

01:04:44: Dass wenn man darüber redet dann wird auch manchen jungen Eltern klar dass das eben nicht nur darum geht das Leben am Anfang zu begleiten und auch Elternzeit usw.

01:04:58: Dafür Zeit zu geben.

01:05:00: aber

01:05:00: also Samm auch die älteren Menschen einfach das Recht ja einen würdigen Abschied zu haben.

01:05:08: Und

01:05:10: deswegen, ich bin jetzt ein bisschen emotional.

01:05:11: Weil letztendlich hatte ich vor am Wochenende erst die Diskussion mit meinen Eltern und wir hatten jetzt also zum zweiten Mal wurde da an mich der Wunsch herangetragen dass sie ein würdiges Ende haben möchten.

01:05:27: und es geht hier tatsächlich darum Sie sehen das wir wahnsinnig belastet sind in der Familie, dass man das nicht schaffen kann Und dass ich sozusagen auch noch Probleme an der Arbeit bekomme.

01:05:44: Dadurch, dass ich einfach Zeit brauche für meine Eltern und es ist wirklich sehr belastend wenn man dann von den Eltern gefragt wird

01:05:56: so

01:05:57: ungefähr kannst du dich darum bitte kümmern?

01:05:59: das wir hier

01:06:01: diese

01:06:02: mein vater spricht vom gift spritze ist natürlich quatsch.

01:06:04: aber Also dass ich hier ein würdiges Ende habe.

01:06:07: Ich möchte eben nicht von jemandem, also von jemanden fremden den Hintern abgewischt bekommen

01:06:13: so

01:06:14: und das ist sehr sehr bitter.

01:06:16: wenn wir wirklich über sowas dann reden und auch Das ist ja schwierig da muss man ja Da können wir ja ehrlich sein auch dieses würdige ende ist ja nicht einfach so möglich und Wir müssen es einfach transparent machen in der gesellschaft dass auch diese Pflege, wie hart das ist und da tun sie ja schon vieles dafür.

01:06:38: Und ich muss sagen, ich rede auch schon seit mehreren Jahren mehr darüber.

01:06:44: aber es kann nicht sein dass die Jungen, dass die Babys alle können Unterstützung bekommen.

01:06:53: Aber wenn's dann um die eigenen Eltern geht dann gibt es keine Kapazitäten in der Gesellschaft.

01:07:01: Dann geht's nur darum, dass wir irgendwie bis siebenundsechzig arbeiten und wann sind meine Eltern tot?

01:07:06: Dann ist das vorbei!

01:07:09: Dann hat man keine Zeit mehr.

01:07:12: Und ich hätte jetzt wirklich auch noch mal die Frage jetzt in die Expertenrunde... als Arbeitnehmer wirklich für Rechte kann man so spontan einfach aussteigen, aus dem Job und sagen so jetzt will ich mir aber wirklich mich widmen.

01:07:29: Also ich frage mich wie ist das mit den Anträgen?

01:07:34: Was ist wenn kein Verständnis in dem Unternehmen wo man arbeitet?

01:07:38: also hat man eine Chance wirklich von heute auf morgen

01:07:41: so

01:07:42: spontane wie das eben passiert?

01:07:44: Wie es den Leuten auch schlechter geht Hat man dann wirklich die Chance, da wirklich präsent zu sein wenn man gebraucht wird?

01:07:55: Es gibt manche Möglichkeiten.

01:07:59: Können wir uns nachher auch noch bilateral unterhalten?

01:08:02: es gibt die Variante der kurzfristigen Freistellung für maximal zehn Tage immer nur also zehn Tage pro Jahr.

01:08:14: mittlerweile früher gab's die nur einmal quasi im Leben könnte man sagen oder in der Pflegezeit, also auch über mehrere Jahre.

01:08:23: Das ist so ein bisschen ähnlich wie Kindkrank sage ich jetzt mal.

01:08:26: Da geht es immer darum wenn sich plötzlich die Pflegesituation grundsätzlich ändert.

01:08:32: Sie haben jemand den Demenz hat, der stürzt und dann einen Oberschenkelhals braucht.

01:08:39: Sie haben eine gesicherte Versorgung durch ne Tagespflege, durch nen ambulanten Dienst und die kündigen ihnen die Verträge.

01:08:47: Sie müssen mit mal selber einsteigen.

01:08:49: Also um so grundsätzliche Änderungen dafür geht es, es gibt auch die Möglichkeit Arbeitszeit zu reduzieren ohne Lohnausgleich oder ganz auszusteigen.

01:08:59: aber das ist natürlich eine Frage wovon leben sie dann?

01:09:04: Es gibt keine Lohnersatzleistung abgesehen von diesen zehn Tagen und das macht es so schwierig für viele.

01:09:14: Eine zentrale Stelle in Deutschland, das sogenannte Pflegetilifon gehört zum Bundesfamilienministerium.

01:09:22: Da sitzt eine Truppe in Deutschland.

01:09:24: die machen den lieben Langtag nichts anderes als solche Fragen zu beantworten.

01:09:28: Die sind da richtig gut drinne.

01:09:30: Wege zur Pflege heißt das geht über oder auch Bundes-Familieministerium dann Pflege eingeben.

01:09:36: Da findet man das.

01:09:38: aber die Möglichkeiten sind sehr begrenzt muss man wirklich sagen Weil auch diese Möglichkeit, Arbeitssätze zu reduzieren oder ganz auszusteigen ist zeitlich befristet.

01:09:48: Und das große Problem ist halt man weiß nicht wie lange geht denn Pflege noch?

01:09:54: Das kann Ihnen auch kein Arzt beantworten vorher.

01:09:58: Als Angehörige sind Sie immer halber Heldseher habe ich so das Gefühl ja und deshalb fangen viele mit solchen Sachen nicht an weil sie sagen okay nach zwei Jahren was ist wenn bös sarkastisch, meine Mutter dann immer noch lebt.

01:10:12: Was mache ich denn?

01:10:12: Wenn die Pflege da noch viel schwieriger ist, muss ich wieder normal in den Job einsteigen und das macht es so schwierig daran.

01:10:20: aber ihre Belastungssituationen ist groß wird es vermutlich noch lange bleiben und dahingehend schauen sie Auch auf sich.

01:10:35: Sprechen Sie es an mit dem Arbeitgeber?

01:10:37: Es gibt auch mittlerweile eine Studie, dass sich pflegende Angehörige im Hohen Maße diskriminiert fühlen und auch im Arbeitsleben.

01:10:45: Das ist ein nicht schönes Ergebnis.

01:10:47: Man hat das festgestellt – hilft uns im Alltag aber auch nicht weiter, sage ich jetzt mal!

01:10:52: Aber wenn sie noch eine Frage haben können wir gerne nachher auch noch reden weil wir glauben eben, dass wir uns auch gegenseitig helfen und stützen müssen.

01:11:00: als Sonst sieht es manchmal nicht so rosig aus.

01:11:05: Wir versuchen jetzt mal auf die Schlussrunde einzubiegen, jetzt habe ich an jeden einzelnen hier noch eine Frage Frau Badgekönig Wie wird die professionelle Pflege weiter an Attraktivität für Auszubildende gewinnen?

01:11:18: Ich denke also Grundsätzlich, abseits von dem Pflegemangel.

01:11:21: Es gibt in allen Berufsgruppen Mangel also nicht nur unter Pflege und es werden viele Berufe sehr unattraktiv dargestellt auch ganz die ganzen handwerkliche berufe.

01:11:31: da mangelt ja auch wenn man mal klemmt noch und so weiter braucht.

01:11:35: aber pflege pfleg ist immer so auch wenn ich im freundeskreis bin.

01:11:38: dann kommt eine neue runde und ich werde gefragt was machst du beruflich?

01:11:41: Und ich sage ich arbeite in der pflege.

01:11:42: fast arbeitsender pflegt wird hier immer mit Erbrochenen Stuhlgang, also immer mit Augen welchen Experimenten.

01:11:50: Also man sieht gar nicht die ganzen schönen Dinge und ich glaube das wird in der Gesellschaft nicht... nicht gut genug dargestellt, was auch professionelle Pflege, was so eine Ausbildung im Pflegeberuf einfach für wunderschöne viele Seiten hat und dafür wird meiner Meinung nach einfach zu wenig in die Schulen gegangen.

01:12:06: Wirklich in ganz normale Regelschulen gegangen.

01:12:09: Acht der neunte, zehnte Klasse das da mal Praktikals gemacht werden oder Girls days oder kommt man Tag vorbei schnuppert Mal guckt euch das mal an Im ambulanten, im stationären, in Krankenhäuser.

01:12:19: Dass man es einfach sieht, weil mit der Pflege ist im Kopf immer so viel Negatives behaftet, immer soviel... Nein, einfach keine schönen Dinge!

01:12:27: Aber das ist... Ja natürlich mache ich Stuhlgang weg und ich wurde auch schon angebrochen und alles.

01:12:32: aber trotzdem liebe ich meinen Job und ich gehe jeden Tag und jedes Lächeln was mir geschenkt wird ist für mich manchmal mehr lohnt wie das, was ich auf dem... also natürlich braucht das Geld auf den Konto auch.

01:12:42: Aber dieses Danke und dieses jemanden gepflegt zu haben und jemanden unterstützt und geholfen zu haben, dass es so viel werden, das würde ich gerne so vielen Menschen, so viele jungen Menschen vermitteln.

01:12:52: aber diese ganze Social Media und wie schnell man heutzutage Geld verdienen kann indem ich irgendwas bewerte im Internet, was gerade schon wieder der neuste Hype ist, das macht das einfach kaputt.

01:13:04: die ganz normalen Berufe, wo ich einfach auch was dafür tun muss und nicht mich auf Sofa setze.

01:13:10: Und irgendeinen Pulver an die Kamera halte und sage, dass das danach faltenfrei bin oder was auch immer?

01:13:15: Herr Hucke, warum wird die Arbeit in der Pflege auch weiterhin eine erfüllende sinnstiftende Tätigkeit sein und damit auch eine berufliche Perspektive für Seiteneinsteiger?

01:13:25: Gute Frage!

01:13:25: Ich habe es ja vorhin schon ein bisschen gesagt und einiges ist jetzt eben auch schon durchgeklungen also... Wertschätzende, diese echte Dankbarkeit.

01:13:35: Also das finde ich ist wirklich etwas was für mich Pflege immer noch attraktiv macht.

01:13:40: und dann auch...

01:13:43: Ich

01:13:44: mag Jobs die selber so eine klare Struktur haben also ohne dass es Fließband wird oder so.

01:13:49: aber ich wusste immer bei allem meinen Frühmaßenswanz-Spätdiensten was ich getan habe wie mich geholfen hab Und das finde eigentlich ganz angenehme Art zu arbeiten.

01:14:01: Ich hatte vorher im Medienbereich gearbeitet und da macht man Beiträge, Reportagen auch schön.

01:14:06: Auch toll!

01:14:07: Aber manchmal hatte ich irgendwie zehn Stunden gearbeitet... ...und war am Ende trotzdem fix und alle und habe nicht ganz genau gewusst Moment für drei Beiträge so lange gebraucht.

01:14:16: Und der Pflege ist wirklich so dass ich genau wusste wem ich geholfen hab was ich konkret gemacht habe.. ..und wie oft ich da ein ehrliches Danke gehört habe.

01:14:26: also das hat Motivation gegeben Frau Fuchs, wird es trotz aller Reformen und politischer Entscheidungen auch in Zukunft noch eine menschenwürdige Pflege in Deutschland geben?

01:14:35: Na das hoffe ich doch mal.

01:14:38: Ich will nicht sagen im eigenen Interesse aber also auf der einen Seite wenn ich das höre von den professionellen Kräften mit welchem Engagement die dabei sind.

01:14:52: Auf der anderen Seite, wenn ich mit ganz vielen Angehörigen rede.

01:14:56: Wie viel Zuwendung da erfolgt?

01:14:59: Es ist so eigenartig könnte man sagen die Belastungen auch in der häuslichen Pflege vor Angehöre sind extrem groß in vielen Fällen.

01:15:09: Wenn man Menschen spricht wo diese Pflege zu Ende gegangen ist und die darauf schauen dann sagt wirklich die überwiegende Mehrheit Das war etwas Wichtiges in ihrem Leben.

01:15:23: Das war anstrengend, keine Frage!

01:15:26: Aber die sagen jetzt nicht reinweise, dass sie das bereuen und getan haben oder so, sondern sie halten das für einen ganz wichtigen Teil und glauben, dass es was Gutes war, häufig vertieft sich die Beziehung auch zu demjenigen noch mal sehr.

01:15:44: in so einer Phase, häufig anders als sie vorher war glaube ich auf jeden Fall, dass es so etwas in Zukunft geben wird.

01:15:53: Weil wenn wir das nicht mehr haben, dann sind wir keine menschliche Gesellschaft mehr muss man mal

01:15:58: sagen.".

01:15:58: Das war der politische Salon zur Frage wie viel Pflege leisten wir uns?

01:16:02: Ich war im Gespräch mit Anja Badge-König leitende Pflegefachkraft in der Intensivpflege in Jena Dr.

01:16:09: Sigrun Fuchs Vorstand des Vereins Wir pflegen der Interessenvertretung pflegender Angehöriger in Thüringen und Rainer Tucke Der als Seiteneinsteiger zur Pflegekraft wurde.

01:16:20: Vielen Dank an Sie alle, dass sie da waren.

01:16:22: Einen schönen Abend wünscht Ihnen Ulrich Böhmer auf

01:16:40: Wiedersehen!

Über diesen Podcast

Spannende Vorträge und Interviews aus dem Bistum Erfurt,
aufgenommen bei Veranstaltungen des Katholischen Forums,
der katholisch-theologischen Fakultät Erfurt
sowie Fortbildungen im Bistum Erfurt.
Feedspot listet uns unter den 20 besten katholischen, deutschsprachigen Podcasts und laut anderer Podcast-Charts gehören wir zu den etablierten Christentum-Podcasts.
Einfach hörenswert!

von und mit Niklas Wagner (Katholisches Forum Thüringen), Matthias Hülfenhaus (Fortbildung), Juliane Körber (Onlineredaktion), Sophie von Kalckreuth (Universität Erfurt), Ayline Plachta (Missio)

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