Vorträge, Interviews und Predigten
00:00:06:
00:00:09: Und der katholisch-theologischen
00:00:10: Fakultät
00:00:11: der Universität Erfurt.
00:00:19: Liebe Hörerinnen und Hörern, seien Sie wieder herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts Hörenswertes im Bistum Erfurg.
00:00:27: Hier ist Matthias Hilfenhaus und heute spreche ich mit Marianne Bauer zum Thema Biblioloog.
00:00:35: Liebe Marianne sei herzlich willkommen!
00:00:37: Dankeschön für die Einladung.
00:00:41: Wir haben dich zum Gespräch geholt, zum Thema Bibliolog.
00:00:45: Denn das ist eine biblische Methode und du hast heute mit den Gemeindereferentinnen und Referenten unseres Bistums einen ganzen Studientag gestaltet zum Thema... ...biblische Methoden oder Method der Bibelarbeit und wir haben uns jetzt mal einer herausgepickt dem Biblioloog um damit ins Gespräch zu kommen.
00:01:07: Vorher würde mich mal interessieren ... wie man dazu kommt, da was sagen zu können.
00:01:13: Erzähl doch mal ein bisschen etwas über dich?
00:01:15: Über mich ja!
00:01:16: Also ich komme gebürtig aus dem Bissum Dresden-Meißen, bin in Grimmer aufgewachsen... ...das ist in der Nähe von Leipzig,... ...bring also durchaus auch die Diaspowerfahrung mit,... ...hab dann in Bayern in Eichstädt studiert und bin dann in der Partnerdürzöse von Dresde Meißen im Köln gelandet schon vor knapp dreißig Jahren und war da lange unterwegs.... In der Jugendseelsorge, erst als Jugendreferentin und dann auch auf Bistumsebene.
00:01:45: Und fand schon im Studium die Bibel ganz spannend hat mich aber selber immer so ein bisschen schwer mit einem Zugang dazu und habe dann in meiner Zeit in der Jugendsee Sorge, das erste Mal bei einem Besinnungstag unserer Abteilung, Bibliolog erlebt und war sofort begeistert.
00:02:06: Und habe gedacht, das willst du lernen?
00:02:09: Und hab mich dann auf den Weg gemacht und das hat meine Sicht wirklich grundsätzlich verändert auf biblisches Arbeiten.
00:02:15: also jetzt nicht nur diese eine Methode sondern wirklich nochmal zu gucken welche Relevanz hat die Bibel für mein Leben.
00:02:22: ich habe es auch erlebt in sowohl in schönen als auch in herausfordernden Situationen welch ein Schatz sich da auftun kann wenn man die heilige schrift als Ratgeberin nutzt.
00:02:34: Und was mir aber auch besonders wichtig ist, jetzt eben in meiner neuen Rolle.
00:02:38: Ich leite seit zwei Jahren den Fachbereich Geistliches Leben, Bibel und Liturgie wirklich auch zu gucken ja wie kriegt man denn Spiritualität, Bibeln und liturgische Angebote zusammen?
00:02:49: Denn es gehört ja auch zusammen.
00:02:50: und jetzt also Bibel nicht so isoliert zu betrachten sondern wirklich als Urgrund eigentlich der eigenen Spiritualität des eigenen geistlichen Wegs.
00:03:01: Das macht mir ganz viel Freude, also mit all den Erfahrungen aus der Jugendseelsorge die ich heute auch mit einbringen konnte.
00:03:08: Eben jetzt nochmal zu gucken auf einer anderen Ebene was kann das heißen für den persönlichen Glauben?
00:03:16: Wir wollen ja halt eine ganze Podcast-Episode darüber sprechen was ein Bibliodruck ist aber vielleicht am Anfang dass du es mal so in Kürze sagst Was ist denn das Besondere.
00:03:28: oder Was heißt denn Bibliolog?
00:03:30: Was ist das?
00:03:31: Also, Bibliolog heißt die Bibel lebendig werden zu lassen in dem Menschen eingeladen sind wirklich in den Text einzusteigen.
00:03:39: Nicht nur einen biblischen Text zu lesen sondern im Prinzip durch die Tür zu gehen und sich mit biblischem Figuren zu identifizieren und zwischen den Zeilen zu lesern zu schauen was steht da nicht?
00:03:53: und eben dann diesen biblischen Figuren, ihre Gedanken, ihre Stimme, ihre Reaktionen zu leihen.
00:04:00: Und tatsächlich aus dieser Perspektive auf Fragen zu beantworten.
00:04:03: Und damit verbinden sich unsere Erfahrung mit den Erfahrungen aus biblischer Zeit... ...und es wird einfach unglaublich lebendig!
00:04:13: Ich hatte mal gehört von diesem Bildwort dass die Buchstaben der Bibel so etwas sind wie das schwarze Feuer was wir in der Bibel finden und dass es beim Bibliolog auch so ein bisschen darum geht, dieses weiße Feuer.
00:04:27: Also das, was da zwischen den Zeilen steht, was wir auch an einer Bibel entdecken können aber nicht so ausdrücklich dasteht, das zu heben und uns darin wiederzuentdecken.
00:04:36: Genau darum geht's!
00:04:37: Der Text steht ja nun mal da schwarz auf weiß gedruckt sowie wie wir ihn lesen können auch in unterschiedlicher Übersetzung.
00:04:45: Aber es wird eben ganz viel auch nicht erzählt.
00:04:49: Ich sag mal ein Beispiel vielleicht, also wenn man sich an die Abraham-Geschichte erinnert.
00:04:55: Also Scanners ist zwölf wirklich dieser Auszugsbefehl und Gott sprach zu Abraham und Abram ging so.
00:05:05: Das hört sich allen
00:05:07: wie... Genau.
00:05:09: Und sich dann nochmal die Frage zu stellen, ja was hat er denn gedacht in dem Moment?
00:05:14: Was hat der gefühlt?
00:05:15: musste der irgendwelche Vorbereitungen treffen?
00:05:17: wie hatte das seiner Frau beigebracht dass sie sich da jetzt auf den Weg machen sollen?
00:05:23: dadurch gewinnt es halt eine sehr menschliche Perspektive und holt den Text tatsächlich auch in unserer Erfahrungswelt.
00:05:30: also der Text kann zu uns sprechen und schauen ja was heißt das denn für uns?
00:05:34: Und ich kann aber dem Text auch Fragen stellen.
00:05:37: Und dieses Zwischen den Zeilen lesen, zu gucken ja was steht denn da noch alles und wie könnte es gemeint sein?
00:05:45: Das ist das eigentlich spannende und es geht eben dann auch nicht darum nur eine Perspektive zu haben sondern dadurch dass es in der Gruppe miteinander praktiziert wird kommen ja auch ganz viele Perspektiven zustande und keine davon ist die alleinige Wahrheit.
00:05:59: Sondern So könnte es gewesen sein oder so könnte die Person gefühlt haben und das finde ich eigentlich das Spannende.
00:06:08: Also wirklich diese Grundaussage, es geht nicht um Kategorien von richtig und falsch und was wir miteinander entdecken ist wertvoll und kann eine Wirkung
00:06:17: entfalten.".
00:06:19: Das klingt für mich nach einer sehr modernen Form der Bibelauslegung.
00:06:24: Ist der Biblioloog sowas Modernes?
00:06:26: Oder wie ist.
00:06:29: er entstanden in diesem ... diese Form der Bibelauslegung.
00:06:34: Also ich würde sagen es ist beides, das ist modern aber es basiert auf einer inneren Haltung die schon sehr alt ist also eine inneren haltung einer ganz großen Wertschätzung biblischen Texten gegenüber und im Judentum der Weg des Midrash sehr bekannt, also wirklich die Suchen entdecken.
00:06:57: Die Stolper stellen in biblischen Texten irgendwie wahrzunehmen und sich dann darüber Gedanken zu machen weil die jüdischen Schriftstelle immer davon ausgehen dass das was da steht genau so stehen soll und auch eine Bedeutung hat und nicht einfach nur Zufall ist oder zufällig dorthin geraten ist.
00:07:19: Das ist auf jeden Fall eine Wurzel, die wichtig ist wahrzunehmen.
00:07:22: Eben auch in dieser Multi-Perspektivität und das andere ist aber tatsächlich eine sehr moderne Zugangsweise wirklich zu sagen nicht nur die biblischen Schriftstelle haben ne Intention sondern ja wir heute hören eben mit unseren Ohren mit unseren Erfahrungen auch einen Text ein biblischem Text einer Erzählung Und dass dann gemeinsam auszulegen also wirklich sich auf diesen gemeinsamen Suchprozess zu machen in einer Gruppe.
00:07:48: Ich glaube, das ist schon eine sehr moderne Art.
00:07:52: Wobei der Bibliolog mittlerweile auch schon wieder um die dreißig fast vierzig Jahre alt ist.
00:08:00: Also wenn ich es richtig verstanden habe – es gibt diese alte Form des Mietrasch aus dem jüdischen und so vor dreizig Jahren hat man das entdeckt nochmal auf einer anderen Stufe gehoben damit begonnen, diesen Bibliolog zu entwickeln.
00:08:15: Genau!
00:08:15: Also der Peter Pizzeri mit seiner Frau, der Susan sind ja beide US-Amerikaner hat das ja sozusagen entdeckt wie er immer sagt also nicht entwickelt.
00:08:24: sonst ist ihm zugefallen in einem Seminar mit jüdischen Rabbinern bzw.
00:08:31: mit Rabbintern die noch in der Ausbildung waren wo er aus dem Psychodrama kommend eben mit denen darüber gesprochen hat ... was Leitungsaufgaben bedeuten und das eben anhand der Figur des Mose.
00:08:44: Und er hat diese Rabbiner eingeladen, sich vorzustellen sie wären Mose... ...und Sie würden das Volk Israel aus Ägypten ins gelobte Land führen und was das denn eben heißt?
00:08:53: Ja!
00:08:55: Das war erstmal sehr überraschend weil natürlich niemand von diesen Studierenden damit gerechnet hat.
00:09:00: Er selber auch nicht.
00:09:01: also er sagt immer Ich hatte gar keine wirkliche Ahnung, was ich da tat.
00:09:05: Aber das, was als Frucht am Ende herausgekommen ist war für beide Seiten so gewinnbringend, dass sie ihn anschließend eingeladen haben, als die fertig waren mit der Ausbildung und gesagt haben, komm doch in unsere Gemeinden!
00:09:16: Macht das mit den Menschen?
00:09:18: Und er ist dann selber auch diesen Weg gegangen als Jude, der aber sehr säkular aufgewachsen ist und hat sozusagen seine eigene Religion, seine eigene Spiritualität anhand der Auseinandersetzung mit der Genesis entdeckt und dann eben sein erstes Buch auch dazu geschrieben.
00:09:35: Die Brunnen unserer Väter auf Deutsch, Our Fathers Wells in Englisch ist eben in den Achtzigerjahren entstanden und hat dann gemerkt... Das trifft ganz viele Menschen!
00:09:44: Und nennt es oder hat das Bibliodrama genannt?
00:09:46: Nennt es heute noch Bibliotrama?
00:09:49: Das passte aber für Europa nicht weil hier gab's Bibliódrama ja schon und das war eben nochmal eine andere Form wo ja deutlich mehr interagiert wird.
00:10:01: Bibliotrama ist ja eines, wo man mehr das auch richtig nachspielt, nachstellt beim Bibliolog.
00:10:07: Ja etwas... vor Kurzer Schau mal gleich drauf!
00:10:10: Für mich war jetzt spannend.
00:10:11: es ist ja damit eine Form der Bibelauslegung die nicht nur interkonfessionell ist denn sie ist sowohl in einer katholischen als auch evangelischen Kirche praktiziert sondern sogar interreligiös.
00:10:24: Genau.
00:10:24: Wunderbar
00:10:25: Genau, also wir haben auch jüdische Trainer zum Beispiel.
00:10:29: Ich weiß auch dass Kolleginnen und Kollegen in interreligiösen Kontexten gut damit unterwegs sind weil es eben anknüpfungsfähig ist so weil die Geschichten gehören ja nicht nur Katholiken oder Protestanten sondern gerade für den jüdisch-christlichen Dialog ist das eine unglaubliche Bereicherung.
00:10:48: Schön!
00:10:50: Damit wir jetzt nicht nur immer drüber reden würde ich gerne mal richtig reinsteigen vorstellen zu können, was ein Biblioloog ist.
00:10:58: Wäre es mal gut, dass wir das mal an einer Bibelstelle ausprobieren, so ein bisschen durchgehen und immer wieder draufgucken?
00:11:08: Was heißt das jetzt?
00:11:09: Hättest du eine Idee, womit man es machen könnte?
00:11:12: Ja also eine der Bibelstellen mit denen ich sehr gerne unterwegs bin auch sehr oft ist eben die Erzählung vom zwölfjährigen Jesus im Tempel.
00:11:20: Ich glaube sie ist auch allen geläufig.
00:11:22: Kannst
00:11:23: du ja nochmal kurz zusammenfassen?
00:11:24: Genau, also es geht ja im Prinzip darum dass die Eltern, also Maria und Josef sich mit ihrem zwölfjährigen Jesus und einer großen Pilgergruppe auf dem Weg nach Jerusalem machen.
00:11:33: Und ja als sie Jerusalem wieder verlassen ist Jesus eben nicht in der Gruppe und sie kehren um und müssen ihn also suchen und finden ihnen dann im Tempel.
00:11:42: Und es gibt so diese erste Auseinandersetzung zwischen Jesus und seinen Eltern, die Eltern, denen natürlich völlig fassungslos sind.
00:11:48: Und Jesus der einfach sagt, wieso habt ihr mich gesucht?
00:11:51: Wieso habt Ihr euch Sorgen gemacht?
00:11:53: Wusstet ihr nicht dass ich in dem sei
00:11:55: was
00:11:56: meines Vaters ist?
00:11:57: ja genau.
00:11:59: Okay also wir hätten jetzt diese Bibelstelle.
00:12:02: klar Bibliologe geht's um eine Bibel Stelle?
00:12:06: wie steigt man ein?
00:12:07: Wie machst du das?
00:12:08: Genau, also ich erkläre natürlich erst mal die Methode was Bibliolog ist aber kurz und knapp damit die Gruppe auch weiß worauf sie sich einlässt.
00:12:17: Dazu gehört eben, dass sie eingeladen sind sich in diese biblischen Figuren hineinzudenken.
00:12:23: Dazu gehören aber auch die beiden Grundregeln, das es nicht um richtig und falsch geht und dass jeder und jeder eingeladene ist, sich entweder zu Wort zu melden oder das Ganze auch still mit zu vollziehen.
00:12:35: Das
00:12:35: finde ich schon mal schön!
00:12:36: Also sozusagen... Ich muss nicht aktiv dabei sein.
00:12:39: Ich kann einfach nur hören.
00:12:41: Und selbst wenn ich was sage, es gibt nicht falsch.
00:12:45: Es ist immer erstmal jedes Jeder Beitrag gut.
00:12:49: Es ist alles wertvoll was da ist und diese Äußerungen die dann auch laut ausgesprochen werden, die gebe ich im sogenannten Echoing nochmal wieder.
00:12:59: Das heißt Ich wiederhole die Wortbeiträge mit meinen eigenen Worten aber eben so dass das Anliegen was die Person benannt hat noch mal deutlich wird und viele sagen dass es einfach gut ist Das nochmal zu hören, dass das nachklingen kann.
00:13:13: Dass die Wertschätzung für das was gesagt ist eben damit auch noch mal zum Ausdruck kommt.
00:13:18: und genau das erkläre ich so im ersten Schritt.
00:13:21: Zum Echoing?
00:13:22: Ich kann mir gut vorstellen, dass es Leute gibt, die auch nicht so redegewandt sind oder die sich nicht so trauen so viel zu sagen.
00:13:31: Das würdest du dann mit eigenen Worten nochmal...
00:13:33: Genau!
00:13:34: Gut denn zusammenfassen, sodass das auch einen Wert
00:13:36: bekommt.
00:13:37: Genau also sowohl bei denen die nicht viel sagen als auch bei denen, die viel reden.
00:13:41: Da
00:13:41: ist es
00:13:41: auch gut auf den Punkt zu bringen.
00:13:44: Genau und gerade junge Menschen.
00:13:47: da habe ich ja schon auch öfters erlebt... ...da kommt irgendwie so ein Halbsatz und dann ist das eben hilfreich wenn das jemand nochmal einfach aufgreift und nochmal wertschätzt vor allem.
00:14:00: Also du hast das jetzt erklärt?
00:14:03: Dann startest du wie?
00:14:05: Dann starte ich so, dass wir eben quasi unser eigenes Leben unsere eigenen Räumlichkeiten da wo wir gerade unterwegs sind verlassen und uns wirklich auf den Weg machen hin zu dieser biblischen Geschichte zu dem Ort wo das stattfindet.
00:14:18: Das wäre jetzt in dem Fall hier Jerusalem.
00:14:20: dann würde ich eben beschreiben wie es in Jerusalem aussieht.
00:14:25: Wie ist dort riecht dass dort viele Menschen unterwegs sind Männer Frauen Kinder dass Menschen beten, dass sie tanzen und singen.
00:14:34: Dass die Stadt gefüllt ist mit allen möglichen Menschen, denen die da wohnen und die als Pilger da sind aber auch mit den Römern.
00:14:42: Also ein buntes Treiben einfach in der Stadt herrscht.
00:14:45: und erzähle eben dann, dass diese Pilgergruppe dort ist, dass Sie das Pessach fest feiern, dass Jesus mit seinen Eltern dabei ist und das zum Ende der Feierlichkeiten sich die Pilgergruppe eben wieder auf den Heimweg macht.
00:15:01: Also ich merke schon, wie du jetzt anfängst zu erzählen wahrscheinlich noch ausgeschmückt oder sogar?
00:15:05: Ja genau!
00:15:07: Also ich tauche so richtig rein in die Geschichte.
00:15:09: Das ist auch Anliegen wahr?
00:15:09: Das ist das Anliege dass man wirklich in der biblischen Geschichte ankommt an dem Ort In der Zeit Und am besten die Atmosphäre irgendwie auch einfängt.
00:15:20: Wie es riecht, wie's aussieht was man hören kann, was man fühlen kann.
00:15:26: So dass man sich wirklich mit allen Sinnen diesen Ort vorstellen kann und diese Geschichte.
00:15:32: Okay ich bin jetzt also in Jerusalem.
00:15:34: Ich sitze jetzt hier nicht mehr in unserem Raum her.
00:15:37: Ich höre das Stimmengewirt rum herum wunderbar.
00:15:40: okay ich bin da!
00:15:41: Jetzt wie geht es weiter?
00:15:42: Genau und jetzt musst du dir vorstellen, dass wir Jerusalem wieder verlassen und uns eben auf den Weg Richtung Norden machen Richtung Nazareth und ungefähr einen Tag lang unterwegs sind und dass es dann abend geworden ist, und das die Eltern anfangen ihren Sohn Jesus zu suchen.
00:16:00: Und ihn nicht finden in der Pilgergruppe!
00:16:02: Und da sind ja die Bekannten und Verwandten... ...und sie werden dann gefragt.
00:16:08: Sie suchen ihn bei Verwandte und Bekannte heißt es?
00:16:11: Ja, und dann wäre die erste Rolle du bist eine Bekante oder eine Verwandte ein bekannter Und du bekommst das mit, dass Maria und Josef ihren Sohn Jesus suchen.
00:16:23: Was geht in dir vor?
00:16:25: Was bewegt dich wenn du so auf diese Situation guckst?
00:16:29: Also wer ist jetzt in dieser Rolle?
00:16:31: ich als Teilnehmer?
00:16:31: Du
00:16:31: bist der Bekannte genau
00:16:33: an diesem Bibliologe also alle die wir jetzt in der Gruppe sind lädst du ein diese Rolle anzunehmen?
00:16:40: ja okay und ich könnte sagen Das sind ja mal Eltern.
00:16:48: Kriegen nicht mehr mit, dass sie ihr Kind da in Jerusalem gelassen haben?
00:16:53: Ja zum Beispiel oder?
00:16:54: Genau das könntest du jetzt sagen.
00:16:55: und dann würde ich sagen oh ich bin schon sehr verwundert.
00:16:59: was sind das für Eltern die es nicht merken, dass ihr Kind nicht mit unterwegs ist sondern dass das offenbar in Jerusalem geblieben ist.
00:17:07: Okay oder ich könnte auch sagen... Oh Mensch da kriege ich gleich Angst um den kleinen Jesus.
00:17:14: Der ist immer so nett, würde ich sofort jetzt mit suchen.
00:17:17: Braucht ihr Hilfe oder so?
00:17:19: Genau!
00:17:21: Das wäre also auch... Also diese Vielfalt an Möglichkeiten ist da und dann würde ich das eben genau so wiedergeben.
00:17:27: Ich könnte ja aber auch sagen, warum rufen Sie denn nicht auf dem Handy an?
00:17:34: Das stimmt.
00:17:35: Dann würde ich tatsächlich versuchen, das in die Zeit zurückzuversetzen und eben jetzt nicht das Handy als...
00:17:42: Ja den hatten wir
00:17:43: damals nicht.
00:17:44: Sondern würde wirklich sagen naja welche anderen Kommunikationsformen bleiben denen denn?
00:17:49: Also haben die eine Möglichkeit irgendwie im Kontakt mit ihrem Sohn zu kommen.
00:17:53: Okay gut ja das ist dann auch deine Aufgabe.
00:17:55: wahrscheinlich sag' ich mal so ein ...mögliches Unwissen über die damalige Zeit auch mit aufzugreifen.
00:18:02: Genau und eben das Anliegen zu verstehen, also das An Liegen in dem Fall wäre ja Kontaktaufnahme.
00:18:08: Okay super
00:18:09: gut
00:18:10: jetzt war nicht in der Rolle.
00:18:11: wie geht es weiter?
00:18:12: Genau
00:18:12: dann sage ich danke dass ist immer ganz wichtig damit man aus der Rolle wieder rauskommt... ...und wieder frei wird sozusagen für den Text der ja dann auch weitergeht und für die nächste Rolle die dann kommt.
00:18:23: Und dann würde ich eben in einer kurzen Überleitung wieder in den weiteren Text einsteigen, der dann erzählt dass Maria und Josef sich auf den Weg zurückmachen nach Jerusalem.
00:18:33: Dass sie wieder dort ankommen, dass Sie drei Tage lang suchen das ist auch immer eine schöne Stelle.
00:18:38: die kann man auch nochmal auseinander nehmen also je nachdem wie viel Zeit man im Bibelog hat es geht ja kurz und knackig in zwanzig Minuten, man kann aber auch anderthalb Stunden Bibelog machen.
00:18:48: Wenn ich jetzt viel Zeit hätte würde ich mich vielleicht auch diesen drei Tagen mal widmen und Maria und Josef fragen wie es ihnen an Tag eins, Tag zwei oder Tag drei geht wo sie denn suchen in Jerusalem?
00:19:02: Und würde dann irgendwann auf die Situation im Tempel kommen ist ja heiß, dass Jesus also da sitzt Fragen stellt und die Lehre und alle, die darum stehen staunen über die Antworten.
00:19:16: Und dann wäre eben eine mögliche Rolle, eine möglich Frage worüber sie denn eigentlich staunten?
00:19:21: Also was Sie denn so erstaunt an diesem Jesus, an diesem Jungen der da mitten unter Ihnen sitzt?
00:19:28: Okay!
00:19:29: Dann sage ich aber auch etwas über mich selber weil wenn ich mich hinein versetze in die Rolle der Schriftgelehrten Versuche ich ja das zu übertragen, worüber vielleicht auch ich über Jesus
00:19:41: staunen würde.
00:19:42: Genau!
00:19:43: Dass da als kleines Kind schon so Warnel nicht schlau ist oder dass der in so eine Irre Bibelkenntnis hat?
00:19:55: Das ist auch gewollt aber es spricht eben die Rolle, die Bibelische und es spricht nicht Matthias an dieser Stelle und ich ziehe auch keine Rückschlüsse indem ich sage, oh weil Matthias das jetzt gesagt hat.
00:20:09: Sagt dass dieses und jenes über sein Christusbild aus oder über seine eigene Familie vielleicht sogar sondern es bleibt im Schutz dieser Rolle.
00:20:19: also ist in Prinzip auch eine gewisse Objektivität vorhanden und das ist auch ne Erfahrung was Kolleginnen und Kollegen sagen die zum Beispiel in anderen Kulturen mit Bibliolog unterwegs sind Afrika oder noch auf anderen Kontinenten die sagen Gerade zum Beispiel Frauen trauen sich in biblischen Rollen, oft Dinge zu sagen die sie nie im Leben aussprechen würden.
00:20:43: Genau so und ja klar es sagt auch was über mich aber ist der Schutz.
00:20:48: Ich glaube das ist das Schöne an der Rolle.
00:20:50: ich kann ja dann auch mal tatsächlich auch so Sachen machen die eben nicht auch von mir etwas erzählen oder vielleicht Wo ich den Freiraum der Rolle nutze, also auch mal richtig aussteigen.
00:21:03: Auch Dinge nenne die gar nicht vom Brav sind oder?
00:21:07: Ich kann auch experimentieren!
00:21:08: Ich kann ja auch die Erfahrungen anderer zur Grunde legen und daraus schöpfen... ...und sagen so bin ich eigentlich nicht.
00:21:16: aber ich gebe jetzt meine Antwort.
00:21:19: Die vielleicht auch ein bisschen provokantes oder die schon immer mal ausprobieren wollte.
00:21:22: Aber die ich vielleicht eine Rolle entdecke.
00:21:27: Gut, jetzt sind wir also in diesen verschiedenen Varianten.
00:21:30: Dann in den Rollen?
00:21:32: Genau und dann wärst du jetzt der Schriftgelehrte und würdest also staunen.
00:21:36: Und ich würde mich dann auch wieder bedanken für das was dich erstaunt hat
00:21:40: ja
00:21:40: und würde dann im Text auch wieder weitergehen würde vermutlich an der Stelle dann auch nochmal Maria und oder Josef zur Wort kommen lassen von denen es heißt dass sie fassungslos waren und sie wirklich fragen Du hörst die Worte deines Sohnes, was habt ihr mich gesucht?
00:22:00: Du selber bist immer noch völlig baff.
00:22:04: Was geht dir denn jetzt durch Kopf und Herz,
00:22:06: Maria?".
00:22:07: Und dann kann Maria sagen, was sie eben angesichts dieser Suche und dieses Fintens und diese doch auch sehr herausfordernden Situation so
00:22:16: bewegt.".
00:22:17: Ja das könnte also wenn man es nochmal durchspielen sein von... Mein geliebter Sohn.
00:22:24: Ich bin einfach nur froh, dass er wieder da ist.
00:22:26: Genau.
00:22:27: Hätte ich das gewusst, worauf ich mich einlässe?
00:22:30: Hätt ich damals beim Engel Gabriel nicht ja gesagt.
00:22:32: Genau!
00:22:33: Ja also das kann ja... Ja
00:22:36: genau bis hin zu, boah ich bin total wütend aber irgendwie auch erleichtert, dass wir das Kind wiedergefunden haben.
00:22:42: Aber wie
00:22:42: Eltern halt zu denken.
00:22:43: Genau wie Eltern so sind und das macht auch so eine heilige Familie vielleicht ein Stück menschlicher.
00:22:49: Schön.
00:22:49: Und ermöglicht auch nochmal Menschen heute zu sagen, okay die Bibel ist vielleicht gar nicht so alt und verstaubt.
00:22:56: Sondern es sind ja auch menschliche Erfahrungen, die wir auch heute machen.
00:23:00: Okay gut jetzt immer da bei den Rollen.
00:23:04: das ist wahrscheinlich bis der Bibeltext durch ist?
00:23:07: Genau
00:23:07: bis er zur Ende ist.
00:23:08: was ich gerne bei diesem Bibeltxt aber auch bei anderen Bibeltex wenn sich's anbietet mache is so eine abschließende Rolle.
00:23:15: Jetzt bei der Geschichte vom zwölfjährigen Jesus nehme ich zum Beispiel sehr gerne die Säule im Tempel am Schluss.
00:23:21: Wenn alle den Tempel verlassen haben, wenn es dann heißt, Jesus ist mit Maria und Joseph wieder auf dem Weg nach Hause, sondern er ist ihnen gehorsam... Und alles ist still geworden, dann wirklich die Tempelsäule zu fragen, die ja sicher viel erlebt jeden Tag diese Massen an Pilgern, diese unterschiedlichen Glaubenserfahrungen ... was sie so nach dieser Erfahrung eigentlich erzählen möchte, also... ...was sie so wahrgenommen hat und was sie vielleicht auch in Zukunft erwartet oder denkt, was da passieren wird.
00:23:54: Und das ist also unglaublich spannend da nochmal aus dieser Beobachterrolle gerade als Säule die ja über vielfältige Erfahrungen verfügt.
00:24:04: Ja es einfach eine schöne Rolle an der Stelle Genau, und dann würde ich herausführen wieder aus der Geschichte in dem ich mich bedanke.
00:24:10: Also eben nicht nur bei jeder einzelnen Rolle sondern auch noch mal insgesamt die Rollen alle aufrufe Danke sage Und dann ein Lade.
00:24:19: also danke denen die am Anfang in der Pilgergruppe
00:24:22: mit genau den bekannten danke an Maria
00:24:24: Danke an die geschrift gelehrten danker Zäule
00:24:27: genau und Greife dann auch entweder die Geschichte selber nochmal auf, weil da heißt es ja Jesus macht sich mit seinen Eltern auf den Heimweg.
00:24:36: Bietet sich an dann auch zu sagen naja diese sind unterwegs auf dem Weg nach Hause und wir machen uns jetzt auch auf den Weg nachhause.
00:24:43: das geht nicht bei jeder biblischen Geschichte aber da bietet es sich an.
00:24:47: manchmal ist auch noch so ein kleiner Ausblick von.
00:24:49: also wir wissen jetzt auch nicht wie's die nächsten Tage oder Wochen weitergeht Aber irgendwann wird der Zeitpunkt kommen wo Jesus eben wieder in Erscheinung tritt und wo wir mehr von ihm hören können Und dann führe ich die Menschen eben wieder zurück in die heutige Zeit.
00:25:03: Das ist auch sehr wichtig, weil ich möchte ja nicht das anschließen, den man noch als Tempelsäule durch die eigene Stadt läuft sondern wieder bei sich ankommt und deshalb gibt es dieses De-rolling wirklich zu gucken bin ich hier wieder bei mir, bin ich in meiner Zeit Und dann den Text tatsächlich noch mal aus der Perspektive zu hören von, ich habe da gerade ganz viel erlebt.
00:25:27: Und jetzt kann ich ihn einfach nochmal im Ganzen hören weil vorher war er ja stückweise vorgetragen und zwar als ich selbst so mit all meinen Erfahrungen mit meinem Leben, mit meiner Persönlichkeit... ...und es bietet sich immer an hinterher auch noch zu einer irgendeiner Form von Austausch einzuladen also entweder im Gespräch oder kreativ oder mit einem Lied was auch immer im Setting, wo man gerade Bibliolug leitet irgendwie sinnvoll machbar ist.
00:25:55: Ja okay und dann sind wir wieder draußen.
00:25:59: jetzt bin ich wieder Matthias du bist wieder Marianne und wir schauen auf diesen Text und sind aber dadurch dass wir eingetaucht sind, ist er uns irgendwie vertrauter geworden.
00:26:13: Wir spüren plötzlich unsere Emotionen in diesem Text.
00:26:17: Es ist dieser Text spielt mit unseren Erfahrungen.
00:26:22: Jan, das ist das Schöne was der Peter Pizzi eben auch sagt.
00:26:27: Der Bibel-Log macht ein Fenster auf.
00:26:29: also es ist ein Fenstern hinein in den biblischen Text und gleichzeitig ist der Text aber auch ein Spiegel meiner Lebenserfahrung und ich kann auch noch mal gucken wo hat er mich denn jetzt berührt?
00:26:40: Wo hat er sich getroffen?
00:26:43: Wo gibt er vielleicht auch etwas mit auf dem Weg bei mir irgendwas erkennen, wo ich einen Schmerz irgendwie bisher nicht wahrgenommen habe oder eine Idee für die Zukunft sich entwickelt.
00:26:57: Das passiert nicht immer also manchmal hat man auch einfach nur
00:26:59: Spaß.
00:27:00: das darf auch sein.
00:27:02: aber es gibt eben auch diese Bibliolok-Erfahrung die wirklich richtig in die Tiefe gehen wo Menschen hinterher sagen wow hat mich jetzt mal richtig mitgenommen und da muss ich jetzt irgendwie noch darüber nachdenken selbst diejenigen, die vielleicht sich gar nicht zu Wort gemeldet haben.
00:27:19: Das habe ich schon öfter erlebt dass hinterher Leute kamen und gesagt haben Ich hab kein Wort gesagt aber es hat mich unglaublich bewegt Und ich würde jetzt gerne nochmal unter vier Augen irgendwie ein paar Sachen besprechen oder so.
00:27:32: das gibt's tatsächlich auch und das finde ich ganz schön.
00:27:38: Wendest du denn den Bibliolog an?
00:27:40: Also das klingt jetzt für mich auch so ein bisschen danach.
00:27:43: Du machst das in so klassischen Schriftgesprächsformaten, wo könnte man dem Bibliologe noch nutzen?
00:27:52: Ich bin eigentlich ganz vielfältig unterwegs in Gruppensettings natürlich aber auch mit unterschiedlichen Altersgruppen und Jugendlichen mit Erwachsenen.
00:28:04: Ich glaube
00:28:04: es geht auch mit
00:28:05: Kindern.
00:28:05: Also sagen wir Grundschule geht auch, also erstes zweites Schuljahr ist noch nicht jetzt so durchreflektiert sage ich mal.
00:28:11: aber die Kinder haben auf jeden Fall viel Freude und man muss natürlich dann den Text auch anpassen die Fragen anpassen oder auch die Menge der Rollen.
00:28:20: Es funktioniert aber auch im Gottesdienst Es funktioniert im Religionsunterricht Da gibt es ganz viel positive Erfahrungen auch.
00:28:32: Oder eben eine Sakramentenvorbereitung, also Firm-Vorbereitung und Konfirmation bei den evangelischen Mitkristinnen.
00:28:40: Auch in der Erstkommunierung bei Familienwochenenden.
00:28:43: Also es gibt eigentlich unglaublich viele Einsatzmöglichkeiten.
00:28:46: Solange Menschen sage ich jetzt mal in der Lage sind sich in Rollen hinein zu versetzen und auch mit einer gewissen Reflektionstiefe auf so ein Geschehen einzulassen.
00:29:00: wenn ich es jetzt auch richtig verstanden habe, da es ja auch kein richtig und keinen falsch gibt.
00:29:06: Ist das sogar etwas eine Methode mit Menschen die nicht mal einen christlichen Bezug
00:29:13: haben?
00:29:13: Ja, auch das funktioniert!
00:29:16: Zumindest
00:29:16: in der Rolle mich hinein zu versetzen kann ich ja vielleicht so ohne dass mir vielleicht der Text noch völlig fremd, aber dass sich doch hineintauchen kann.
00:29:26: Also ich weiß von einer Kollegin in Berlin, die genau diese Erfahrung gemacht hat und auch von Bibliologinnen und Bibliologen gerade die im schulischen Kontext unterwegs waren.
00:29:36: Auch zum Beispiel Mecklenburg-Vorpommern da weiß ich es war eine ihre Masterarbeit bzw.
00:29:42: Doktorarbeit auch dafür genutzt hat das noch mal zu reflektieren wirklich mit Kindern und Jugendlichen ein Bibliologe machen den die Bibel irgendwie sehr fremd ist.
00:29:52: aber weil es auch allgemein menschliche Erfahrungen sind man dann natürlich auch mit der Gruppe noch mal christlich deuten kann.
00:29:59: Also es geht ja schon auch darum irgendwie unsere heilige Schriftmenschen irgendwie nahezubringen, aber eben diese Hemmschwelle zu überwinden und so sagen das ist ein uraltes Buch total verstaubt mit schwierigen Texten da wirklich einen Zugang über Erfahrungen zu ermöglichen.
00:30:19: Wenn ich mir das jetzt durchdenke, ist es eigentlich auch eine Methode die sogar noch genau auch in unsere Zeit in der Weise passt, weil Synodalität so ein großes Thema unserer Kirche ist.
00:30:31: Denn wenn ich mir das überlege es ist doch eine zutiefst synodale Form Es kommen oder dürfen alle zu Wort kommen?
00:30:41: Es gibt kein richtig und kein falsch.
00:30:43: Es kommen verschiedene Perspektiven zusammen, die nebeneinander stehen bleiben dürfen.
00:30:49: also letztlich ist das sage mal Passt genau, oder?
00:30:54: Eine Methode führt das wo wir als Kirche gerade stehen.
00:30:57: Ja es lebt davon Auslegungskompetenz abzugeben und so sagen ich traue der Gruppe zu den Texten zu entdecken und ich trauere dem Text zu seine Wirkung zu entfalten.
00:31:08: Das finde ja auch immer die zweite wirklich großartige Denkweise.
00:31:13: deshalb ist Bibelog für mich nicht nur eine Methode sondern eigentlich eine Haltung.
00:31:19: Auch der Text entfaltet eine Wirkung.
00:31:20: Man merkt das dann, wenn man im Biblioloog irgendwie vielleicht auch mal daneben liegt, wenn die Frage nicht so ganz passt oder die Rolle nicht so gar nicht passt, dann antworten die Leute oft was sie denken und man hat so das Gefühl ja der Text und die Menschen nehmen sich einfach ihr Recht miteinander in Dialog zu kommen.
00:31:38: egal was ich gefragt habe.
00:31:40: Und das finde ich ganz schön, weil es irgendwie zeigt genau das was bei Jesaja ja auch gesagt ist.
00:31:46: So dieses Wort Gottes.
00:31:48: Das kehrt nicht leer zurück.
00:31:50: Das entfaltet genau die Wirkung, die der Schöpfe vorgesehen hat und das macht's einfach unglaublich breit und unglaublich tief.
00:32:02: letztlich auch, ne?
00:32:03: Weil es eben genau auf diesen Sinn trifft ... mit dem richtig und falsch, da ist mir noch mal wichtig.
00:32:11: Also die Vorarbeit... ...die ich selber leisten muss, ne?
00:32:14: Die muss natürlich auch sauber sein,... ...also auch exegetisch sauber sind.
00:32:18: Ich kann nicht einfach die Bibel aufschlagen und sagen,... ..."Oh wir gucken jetzt mal was hier steht...".
00:32:21: ...und dann fällt mir eine Rolle
00:32:22: ein.".
00:32:22: Da gibt es schon
00:32:23: richtig und Falsch!
00:32:24: Muss
00:32:24: das schon vernünftig vorbereiten,... ...damit genau dieses richtig und falsche... verantwortet angeboten werden kann, weil wenn ich das nicht vernünftig vorbereite dann kannst schon falsche Antworten geben.
00:32:37: Das ist meine Verantwortung dafür zu sorgen dass diejenigen mit denen ich Bibliolok mache in der Hinführung alles an Infos kriegen was sie brauchen aber eben auch nur das an Info was nötig ist.
00:32:50: und zum anderen ich auch selber mich mit dem Text intensiv beschäftigt habe.
00:32:57: Das geht für mich danach, das kann man nicht mal nur so aus der Kalt näher raus machen.
00:33:01: Die Methode braucht eine Ausbildung.
00:33:03: Das ist sinnvoll auf jeden Fall.
00:33:05: Ausbildung heißt wo lasse ich mich da ausbilden?
00:33:08: Es
00:33:08: gibt Bibliolokurse die werden über das Netzwerk Bibliolog also internationale Netzwerksbibliologe angeboten.
00:33:14: es gibt Trainerinnen und Trainer sowohl in der evangelischen als auch in der kathorischen Kirche auch bei den Freikirchen.
00:33:20: wir sind ein bunter Haufen jüdische Trainer Und man findet die Kurse auf der Internetseite, biblog.org.
00:33:29: Es gibt auch Ausbildungskurs in unterschiedlichen Sprachen also mittlerweile auch französisch englisch portugiesisch und es gibt aber auch viele Bistümer oder Bildungshäuser oder Landeskirchen die wirklich auch gezielt über ihr Fortbildungsprogramm die Kurze anbieten.
00:33:45: Aber ist ja nicht nur eine Ausbildung für hauptamtliche pastorelle Dienste oder hauptsamtische kirchliche Mitarbeiter sondern auch jemand, der ehrenamtlich zum Beispiel eine Bibelgruppe leitet könnte sich im Bibliolog ausbilden lassen und er findet eben die Kurse dann über die Bibliologinternetzeit.
00:34:05: Und dann gibt es wahrscheinlich ne Art Grundkurs wo man erst mal lernt wie's überhaupt geht?
00:34:09: Genau!
00:34:10: Ja...und ich fand jetzt total spannend.
00:34:14: da lernt man das schon so wie du erklärt hast ja auch mit Säule und mit einem Papur oder...?
00:34:21: Es gibt am Anfang Bibellog zum Erleben, weil wir immer sagen, Bibelog lernt man am besten wenn man es tut.
00:34:28: Wenn man es erfährt und dann gehen wir tatsächlich diese einzelnen Schritte durch in Theorie und Praxis.
00:34:35: also es gibt Infos dazu und es wird immer auch geübt und ausprobiert so dass dann schrittweise quasi alle Handwerkszeug gelernt werden kann sodass man am Ende ... von dem Kurs mit einem ersten eigenen Bibelog rausgeht, den man dann auch durchgeführt hat.
00:34:52: Und dazu gibt es ein kollegiales Feedback eben aus der Gruppe und... dann merkt man eben auch, wo vielleicht die Faltstrecke sind oder wo man nochmal nacharbeiten muss.
00:35:03: Oder noch ein bisschen üben muss.
00:35:05: und das ist einfach ein Konzept was wunderbar aufgeht.
00:35:08: Das haben die ersten Bibliolok-Trainerinnen und Trainer entwickelt.
00:35:12: vor allem die Uta Polpatterlung, die ja auch das Buch dazu herausgebracht hat erscheint jetzt übrigens neu Ende April.
00:35:18: Ist es auf dem Markt der neue Grundkurs?
00:35:20: Oder das neue Grundbuchbibliolog Und die haben da also eine unglaublich tolle didaktische Vorarbeit geleistet, von der wir alle, die danach gekommen sind profitieren.
00:35:33: Und dann gibt es wahrscheinlich Aufbaukurse, wo man dann nochmal vertiefter einsteigen kann wie ich mir vorstellen kann, so Texte, die eben nicht ganz so narrativ sind, ja?
00:35:43: Also die nicht so sehr Geschichten erzählen... Genau,
00:35:45: Briefwetteratur!
00:35:47: Bibel sind, dass die nicht so einfach umzusetzen sind im Bibliologen.
00:35:53: Genau da muss man einfach nochmal besondere Kniffe machen wenn es jetzt um Salmen geht oder Briefliteratur.
00:35:57: das heißt im Grundkurs sind es tatsächlich narrative Texte auch Texte die sich gut eignen die eine gewisse Abgrenzung haben also vielleicht nicht ne ganze Familiengeschichte direkt Weil das reicht auch erst mal und die sich eben einfach gut anbieten, um wirklich reinzukommen.
00:36:15: Die auch genug Futter haben für Rollen.
00:36:17: Ich sage mal Johannes Evangelium zum Beispiel ist einfach auch schwierig weil da viel wirtliche Rede dabei ist viele Interpretation oder Verständnishilfe auch schon mitgeliefert wird.
00:36:26: dann muss man nochmal gut gucken.
00:36:29: Aber ansonsten sind so Evangelien.
00:36:30: Perikopen zum Beispiel eignen sich gut.
00:36:32: aber auch alttestamentche Texte gibt es schöne.
00:36:34: Genau.
00:36:35: dann gibt's eben...die nicht narrativen Texte ist eine Aufbauform.
00:36:39: Ich frage dich jetzt am Ende mal noch, was wir vorher nicht abgesprochen haben.
00:36:42: Gibt es so eine Begebenheit wo du sagst das war für dich so ein ganz kostbarer Moment in deiner Bibliologarbeit?
00:36:52: Gibt's da etwas was dir einfällt?
00:36:53: Ja
00:36:53: es gibt eigentlich mehrere also die mich auch persönlich sehr getroffen haben.
00:36:58: Also das eine war tatsächlich erste Begegnung mit Peter und Susan Pizzi, die genau mit diesem Text den wir gerade hatten.
00:37:05: Mit dem zwölfjährigen Jesus wo ich als Josef mal richtig losgelegt habe wie das denn ist und was Gott mir da eigentlich zumutet dieses Kind groß zu ziehen.
00:37:18: Und also es war ein eindrucksvolles eine eindrugsvolle Erfahrung weil es einfach auch mit meinem Gottesbild ganz viel zu tun hatte.
00:37:27: und das zweite war bei einem Bibliolog Kongress Ein Bibliolog zum Auszug aus Ägypten, wo das Volk Israel in Elim lagert.
00:37:40: Wo es zwölf Quellen und siebzig Palmen gibt.
00:37:43: Und das war ein Bibliog der mich so voll erwischte nach einer unglaublich anstrengenden Zeit die sehr stressig war, sehr voll war... ...und ich wirklich diese Erschöpfung dieses Volkes so nachvollziehen konnte und dieses Wultwunde an diesem Ort, der auch ein Gottesnamen trägt.
00:37:59: Also nicht einfach nur weil es dort was zu essen und zu trinken gibt sondern weil so das Heil in Fülle irgendwie erfahrbar ist an diesem ort.
00:38:07: Und ja das waren schon Momente die mich persönlich sehr bewegt und getroffen haben.
00:38:14: Dann sage ich dir ganz vielen herzlichen Dank für diese Einblicke in die Bibliologarbeit und ich hoffe mal wir haben vielleicht einigen Hörerinnen und Hörern Lust gemacht man solchen Bibliologe mitzuerleben Vielleicht sogar die Ausbildung zu machen.
00:38:29: Das wäre sehr schön!
00:38:31: Und wünsche allen eine gute Zeit und viel Freude beim Entdecken der Bibel.