Hörenswertes im Bistum Erfurt

Hörenswertes im Bistum Erfurt

Vorträge, Interviews und Predigten

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00:00:08: Und der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Erfurt.

00:00:20: Meine hochgeschätzten Damen, meine sehr verehrten Herren, hochgeschätzte Kolleginnen und Kollegen, natürlich, das Buch Joel enthält einen Satz, der mich seit Monaten nicht loslässt.

00:00:41: Der lautet ganz einfach, da erwachte ... im Herrn die Leidenschaft für sein Land, Land damals Israel.

00:00:53: In der Zwischenzeit, glaube ich, denken wir alle katholisch, heißt universell, also Leidenschaft Gottes für seine Welt.

00:01:05: Mich beschäftigt das deswegen, weil ich beobachte, dass wir innerkirchlich sehr mit uns selber beschäftigt sind.

00:01:16: Also Beispiel Prager, Zusammenkunft der europäischen Bischöfe, Ost und West.

00:01:25: Ich habe verglichen, womit beschäftigte sich genau zu dieser Zeit das Parlament im Brüssel, das europäische, und womit beschäftigten sich dann die Bischöfe.

00:01:40: Und wir sehen in Brüssel war es der Krieg in der Ukraine, war es damals der Green Deal, Und war es natürlich ein Update von Dublin II, die riesige Herausforderung der Migration.

00:01:59: Und in Prag, Synodalisierung, Frauendiakonat, Segnung Homosexueller.

00:02:10: Und ich habe mich bange ein bisschen gefragt.

00:02:14: Und das ist auch mein Albtraum in den letzten Monaten, theologisch.

00:02:20: Es könnte sein, dass wir die katholische Kirche perfekt durchreformiert haben, mit Frauenordination und mit allem, was wir uns so gewünscht haben, schon seit der Kölner Erklärung.

00:02:35: Und die taumelnde Welt geht unter.

00:02:39: Das ist mein Albtraum.

00:02:41: Und ich gestehe gerne, dass ich diesen Albtraum wahrscheinlich doch auch mit Leuten teile, die an dieser Studie teilgenommen haben, die dann mit dem Titel Zeitenwände veröffentlicht worden ist.

00:02:55: Der Untertitel lautet Aufgaben und Chancen, kirchlicher Struktureformen.

00:03:01: Kenner der Literatur wissen eine Anlehnung an Karl Rahner zur Würzburg Asynode, Strukturwandel als Chancenaufgabe der Kirche.

00:03:10: Ein epochales Buch, der heutigen Zeit immer noch voraus, was er auch für Rahner spricht.

00:03:19: Und diese Studie, die wir dann gemacht haben, war eine Evaluierung.

00:03:24: des kirchlichen Strukturwandels im deutschsprachigen Raum.

00:03:28: Die Studie lief im Dezember bis Ende März, und das haben sich doch an dieser Online-Studie relativ viele gute Leute beteiligt, auswärtbar waren, bis zum Ende März, und das haben sich doch an dieser Online-Studie relativ viele gute Leute beteiligt, auswärtbar waren, bis zum Ende März, und das haben sich doch an dieser Online-Studie relativ viele gute Leute beteiligt, auswärtbar waren, bis zum Ende März, und das haben sich doch an dieser Online-Studie relativ viele gute Leute beteiligt, auswärtbar waren, bis zum Ende März, und das haben sich doch an dieser Online-Studie relativ viele gute Leute beteiligt, auswärtbar waren, bis zum Ende März, und das haben sich doch an dieser Online-Studie relativ viele gute Leute beteiligt, auswärtbar waren, bis zum Ende März, und das haben sich doch an dieser natürlich keinen Anspruch auf Repräsentativität haben, aber sie haben eine sehr starke, qualitative Aussagekraft, weil man natürlich vergleichen kann Männer und Frauen, man kann vergleichen Kirchgänger und Nicht-Kirchgänger, also es gibt sehr viel, was man da herausarbeiten kann.

00:04:09: Und in dieser Studie war ein Item die Struktureformen der letzten Jahre haben Vielzeit und Kraft beansprucht, die im Dienst an der Welt und an den Menschen fehlten.

00:04:21: Und das sagen immerhin seventy-fünf Prozent.

00:04:25: Und das ist schon ein gutes Weltbewusstsein, das wir in der Kirche haben.

00:04:31: Ich zitiere doch gerne den Papst Franziskus, der sagt, eine Kirche, die um sich selber kreist, ist krank.

00:04:40: Und es ist gut, dass wir uns mit der Welt beschäftigen.

00:04:44: Und ich habe schlechtes Gewissen, dass ich heute Zeitenwände mache mit Ihnen.

00:04:49: Aber ich mache das grundsolid, weil es sehr spannend ist und ganz entgehen wird im Weltthema ja nicht.

00:04:57: Das ist jetzt nun der Überblick über das, was sie in der nächsten dreiviertel Stunde erwartet.

00:05:04: Ich habe vier Punkte vorbereitet.

00:05:08: Der erste ist relativ stark und ausführlich, dass es Ereignis um das es geht bei der Kirche und dann die Sozialgestalten, in denen das organisiert wurde und wird.

00:05:20: Und ich behaupte, die Kirche steckt nicht in einer Krise, sondern in der Herausforderung einer tiefgreifenden, epochalen Umbauzeit.

00:05:30: Und da lesen Sie bitte unbedingt Jesaja oder Jeremia, es verpasst sich wahrscheinlich genau, Jesaja ist das, der ist in der Zeit der Krise.

00:05:39: Es schaut nicht zurück, denkt nicht an das, was gestern war.

00:05:43: Schaut nach vorne auf das, was schon wächst.

00:05:45: Seht ihr es nicht, merkt ihr es nicht, dass mitten unter uns eine neue Gestalt der Kirche wächst.

00:05:50: Also ich bin ein unverbesserlicher Theologischer Optimist.

00:05:55: Weil ich glaube, dass auch Gott in dieser Zeit hinein, die uns jetzt anvertraut ist, die uns geschenkt hat, eine starke Kirche geschenkt ist, mit vielen jungen Leuten, wie ich vollkommen überzeugt, alle neueren Untersuchungen gehen in diese Richtungen, England in Frankreich lese ich solche Studien.

00:06:16: Junge Leute interessieren sich wieder, beten mehr, glauben mehr an Gott, haben ein besseres Gefühl von Kirche in der anglikanischen Kirche in England.

00:06:25: Was kommt für eine Sozialgestalt auf?

00:06:28: Wo stehen wir gerade in dieser enormen Transformationszeit der Kirche?

00:06:36: Was wir dann brauchen ist so ein bisschen Hebamme-Dienst.

00:06:40: Wie können wir Diese neue Gestalt, die da wächst, vielleicht sogar ein bisschen befördern.

00:06:45: Stichwort Berufungscouching.

00:06:48: Wir brauchen dann drittens auch natürlich ein Amt, aber eine doch radikal andere, synodalisierte Amtskultur.

00:07:00: Und der vierte Punkt ist eigentlich eine Verneigung vor dem Institut für Liturgiewissenschaft, weil ich mir ein paar Gedanken erlaubt habe zu machen zu einem ganz heißen Thema, nämlich der Synortalisierung, der Liturgie.

00:07:15: Ich hinterlasse dort keine Fragen, keine Antworten, sondern lediglich Fragen.

00:07:22: So beginne ich gleich mit dem ersten Punkt.

00:07:24: Da geht es um das Ereignis und seine Sozialgestalten.

00:07:30: Das Ereignis erzähle ich Ihnen gleich biografisch.

00:07:33: Das war ich mit sechs Jahren im hinteren Müllviertel während der Kriegszeit.

00:07:38: Und ich hatte einen Religionsunterricht damals begonnen.

00:07:42: als sechsjähriger mit diesem kleinen Kategismus.

00:07:46: Und das war ein eindrückliches Buch, er bestand nämlich nur aus Fragen und Antworten.

00:07:52: Und wir mussten beides typisch Deutsch auswendig lernen.

00:07:57: Auch ein charakteristisches Wort, dass wir Deutschen den Glauben auswendig lernen, die Franzosen lernen immerhin Parkeur im Herzen.

00:08:08: Und dann war die erste Frage in diesem Kategismus, wozu sind wir auf Erden?

00:08:15: eine blitzgeschaltte Frage.

00:08:17: Und der Antwort konnten wir Kinder natürlich wie aus der Pistole geschossen, der Lehrerin aufsagen, wir sind auf Erden, um Gott zu erkennen, ihn zu lieben und ihm zu dienen.

00:08:29: Bis hierher habe ich überhaupt noch kein Problem.

00:08:32: Und dann wird weitergefahren und dadurch in den Himmel zu kommen.

00:08:39: Ich habe dann Jahre später schon während meiner Studiums in der Schule von Klaus Hemmerle Eine ganz andere Ansicht vermittelt bekommen.

00:08:49: Klaus Hemmerle, Dogmatiker aus Freiburg in Achendam-Bischof, der sagte dann einmal, wir Christen sind nicht dazu auf Erden, um eins in den Himmel zu kommen, sondern dass der Himmel jetzt schon zu uns kommt.

00:09:06: Das stellt das ganze System auf den Kopf.

00:09:10: Wobei ich ihn zufügig habe, natürlich Interesse in den Himmel zu kommen, aber in der Zwischenzeit habe ich gelernt, überlasst das Gott selber.

00:09:20: Lutheranisch ist das sowieso klar, weil es der Erde ist.

00:09:23: Also er wird mich aus Gnade irgendwie da in den Himmel hineinbringen.

00:09:27: Rana sagt in den Vorlesungen dann immer Stalin, Hitler und mich.

00:09:33: Bei all diesen wird er es schaffen.

00:09:34: Wir wissen nicht wie, aber er schafft es.

00:09:37: Aber wozu sehen wir dann Christinnen und Christen, wenn es nicht um diesen?

00:09:42: wie Richard Rowe es einmal bissig in einem wirklich lesenswerten Buch der Universal Christ, alles trägt in einen Namen geschrieben hat, maybe that we are as church something like an evacuation organization into the next world.

00:09:58: Also so was wie eine organisierte Evakuierung gläubiger Menschen an der Welt vorbei in den Himmel.

00:10:06: Beachtet, wir bitten nicht, lass uns in dein Reich kommen.

00:10:14: sondern das Gebet, dass Jesus seinen Followern gelehrt hat, heißt Dein Reich komme.

00:10:21: Also Jesus ging es nicht darum primär, dass Menschen in den Himmel kommen, sondern um es ganz simpel zu sagen, dass der Himmel jetzt schon zu uns kommt.

00:10:30: Und wenn Christen hier in der Region Erfurt leben, dann ist euer Auftrag simpel formuliert, soll Reich Gottesförmiger werden oder ein simpel Himmlicher.

00:10:42: Es soll himmlischer zugehen hier.

00:10:44: Und damit wir Kladex treten, im kommenden Christkönigsfest, dass er vor der Tür steht, werden wir dann in der Präfation singen, dass dieses Reich, das daher runtergesungen wird, auf die Erde ein Reich der Wahrheit und des Lebens, ein Reich der Heiligkeit und der Gnade, ein Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens ist.

00:11:06: Das ist unser Auftrag.

00:11:08: Und das war Jesu Mission.

00:11:12: Klipp und klar, die Welt soll himmlischer werden, in Spuren wenigstens.

00:11:18: Sie soll von der Zukunft jetzt hereinragen.

00:11:21: Deswegen hat Metz immer betont, wir sind nicht bürgerlich, sondern eschatologisch getrimmt und gestimmt.

00:11:30: Weil es von der Zukunft jetzt schon hereinragt, durch uns in dieser Welt.

00:11:35: Und wir, der Herr der Welt, etwas schenken.

00:11:38: Ich stelle das nur schnell zusammen, kursorisch.

00:11:43: Weil mir das auch sehr wichtig ist, was wir der Welt von heute schenken können.

00:11:47: und vielleicht merkt ihr dann nachher gar nicht so wenig, dass es zum Beispiel eine tiefe Einheit im Sein gibt.

00:11:55: A Chain of Being, das ist Aristoteles, das ist Bonaventura, das ist Ken Wilber, der heutige zeitgenössische Holist.

00:12:05: Alles nimmt Teil an dem einen Sein von Stein bis Gott.

00:12:11: Das ist eine alte philosophisch-theologische Lehre.

00:12:14: Und wenn das stimmt, dann ist natürlich die Umwelt keine Umwelt, sondern unsere Mitwelt, weil sie auch alle Teil haben an dieser Seinseinheit.

00:12:25: Und darin gründet die Würde aller, die Gleichheit der Würde aller, die durch dieses göttliche Sein in uns konstituiert wird bis hinein.

00:12:39: natürlich auch in die Tierwelt und in die Welt des Materiellen.

00:12:45: Es gibt dann keinerlei Diskriminierungen mehr.

00:12:48: Galata III.

00:12:49: XXIII bekommt hier einen ganz anderen Kontext.

00:12:53: Nicht mehr Juden und Kriegen, Slaven und Freie, Männer und Frauen.

00:12:57: Juden und Kriegen wurde im Apostelkonzil E.V.

00:13:01: erledigt.

00:13:02: Slaven und Freie hat tausendsechshundert Jahre gebraucht bis Bartolomé de las Casas in der Kolonisierung, Amerikas gesagt hat, die Sklaven können auch getauft werden, die Indigos.

00:13:17: Und am dritten Männern und Frauen arbeiten wir Katholiken gerade noch dran.

00:13:24: Wenn Einheit im Sein, dann ist das alte Aktion, X-Argare, Segmito, Esse, dann gibt es auch universelle Solidarität.

00:13:33: Wenn Nur ein Gott ist, das ist die theologische Formel, dann ist jede eine von uns, dann ist jeder einer von uns.

00:13:40: und wenn der Eiland Kurde, der hier dargestellt ist, in der Eges ertrinkt, ist einer von uns ertrunken.

00:13:48: Und das ist natürlich eine brisante Botschaft, heute auch in die Kultur hinein, weil dann die Spaltung zwischen Arm und Reich und zwischen Menschen, die auf der Flucht sind und uns nennen, die angesiedelt sind, keine Grundlage mehr besitzen angesichts dieser universellen Verantwortung aller füreinander.

00:14:08: Und natürlich auch der Frieden profitiert, wenn er auf der Gerechtigkeit aufbaut und nicht auf Waffen.

00:14:19: Papst Franziskus hat sich genau zu all diesen Themen geäußert.

00:14:24: Zur Frage der Würde, zur Frage der Schöpfung, laut Autosie, zur universellen Solidarität, Fratelli Tutti.

00:14:34: Ich wünschte sehr, dass das gelesen wird.

00:14:38: Und dann ist noch eingeschenkt, dass wir der Welt von heute schenken könnten.

00:14:43: Weil die Welt in der heutigen wirklich schwierig prekären Situation immer mehr die Hoffnungsressourcen verliert, könnten wir eine Gegenkraft der Hoffnung sein.

00:14:55: Das ist das von Wetz auch stammende Wort aus der Würzburgersynode.

00:15:01: dass es nicht die Aufgabe der Christen ist, die Hoffnungslosigkeit der Welt auf dem eigenen Boden zu verdoppeln.

00:15:08: Und deswegen sage ich, wir Christinnen und Christen sollten wirklich so was sein wie Hoffnungshebammen in der Welt von heute.

00:15:17: Das dort, wo wir leben, solche Islands of Hope sind, so Inseln der Hoffnung.

00:15:23: Und wenn ich mir, ich stelle mir das so ein bisschen naiv vor, auch forscherisch, wir haben vielleicht sechshundertfünfzigtausend Menschen jeden Sonntag in der Kirche.

00:15:32: Könnten das so sechshundertfünfzigtausend Hoffnungshebaminen?

00:15:39: Nein, geht nicht.

00:15:40: Hebammen sein.

00:15:41: Könnte das sein?

00:15:42: Ich wünsche mir das.

00:15:43: Und dann stelle ich mir das Land Österreich vor.

00:15:46: So viele Inseln der Hoffnung.

00:15:50: Und eigentlich müsste dann am Montag anders gewählt werden.

00:15:54: Wenn man das konsequent und ernst nimmt und ich will damit nur sagen, welche politische Kraft das hat, also wir könnten der Angst, die sich ausweitet heute, die Angst, die entsolidarisiert, die Angst, die Böse macht, Monika Renz ist unbedingt zu lesen, da hat das Buch hier im Logol links.

00:16:12: Und dann sagt sie ja, die Angst, das ist wahrscheinlich das, was auch Eugen Trevermann als die Erbschuld diagnostiziert hat, hat man nie vorstellen können, was das sein soll, aber jetzt capiere ich das.

00:16:23: dass das die tiefsitzende Uhrangst ist, die den Zugang zum paradiesischen Vertrauen, aus dem wir alle kommen, überlagert und unzugänglich macht.

00:16:34: Aber wir Christen haben Zugang durch Rituale, durch Gebet, durch Wanding und Connectedness, was alles gute Begriffe für die Religion sind.

00:16:45: Nun zu weiter mal das Ereignis.

00:16:48: Und wenn wir das einmal zur Kenntnis nehmen, dieses Ereignis Dann geht es um die Frage, wie geht dieses Ereignis weiter durch die Geschichte?

00:16:58: Das war eine Kernfrage Jesu, bis eine Mission fortgesetzt wird.

00:17:05: Historiker, Bibeliker und alle sagen, also sei da ein bisschen zurückhaltend mit diesem vollmundigen Reden.

00:17:11: Jesus hat Kirche gegründet und Priester geweiht und so.

00:17:14: Da wissen die Exegeten da ein bisschen differenziertere Antworten heute.

00:17:18: Aber was er unbedingt wollte, ist, dass seine Mission, den Himmel auf die Erde zu singen, nicht versandet.

00:17:26: Und da brauchte er dann Leute, die Zeugen der Auferstehung sind, weil das das Herzstück des ganzen Projektes für ihn ist.

00:17:33: Auferstehung ist, es hat diese Vollendung des Himmlischen auf der Erde schon in ihn begonnen und das geht weiter und die Kirche steht dafür.

00:17:41: Was ist die Kirche dann jetzt als Institution?

00:17:44: Und das ist eines der großen Missverständnisse, die wir heute auch bis in die Tiefe der Kirche hinein haben, dass viele Leute sagen, Jesus, ja, aber Institutionen, nein.

00:17:54: Und das ist ein blanker Nonsens, natürlich wissenschaftlich.

00:17:58: Bei Institutionen, so habe ich gelernt, bei den Wissenssozologen Berger und Lukmann ist nichts anderes als der Aufstand gegen das Vergessen.

00:18:10: Und institutionalisiert wurde dieses Ereignissee so einfach durch Erzählungen, durch Rituale.

00:18:17: Rituale sind absolut wichtig bei dieser Institutionalisierung.

00:18:21: So einschläge ich jetzt wieder für die Liturgiewissenschaft.

00:18:24: Ich habe Empfangen und weitergegeben, das sind Institutionalisierungsvorgänge.

00:18:30: Und wir säsen heute alle als Christinnen und Christen nicht hier.

00:18:35: Hätte es diese Institutionalisierung nicht gegeben, es wäre vergessen worden.

00:18:40: Aufstand gegen das Vergessen.

00:18:43: Vielleicht legen Sie ein neues Gefühl auch für eine Institution eher zum Beispiel.

00:18:50: Die Erinnerung an den Anfang ist institutionalisiert in Erzählungen und Geschichten und in einem Ritual, das man das Argument nennt und so.

00:18:58: Also Sie sehen schon, wie wichtig der Begriff Institution ist.

00:19:02: Und ich finde das ganz schade, dass er kaputt gemacht wird, auch aus einem anderen Grund noch, weil die Institutionen auch unsere Freiheit schützen und unterstützen.

00:19:14: Und eine Gesellschaft, die die Institutionen kaputt macht, überlässt das Schicksal des Einzelnen, dem Einzelnen, die überfordert sind dann.

00:19:24: Und jetzt wissen Sie, warum viele Leute sagen, diese Unübersichtlichkeit und dieses Ausgeliefertsein der eigenen Freiheit ist der eigentliche Grund, warum es so viele politische Rechtsbewegungen gibt.

00:19:37: Weil im Grunde genommen die Leute nichts anderes wollen als eine Entlastung in ihrer überforderten Freiheit.

00:19:45: Die Kirche brauchen wir.

00:19:48: um in einer nachchristlichen Kultur redliche Christinnen und Christen zu sein.

00:19:55: Das kannst du nicht im Alleingang machen, das geht nicht.

00:19:58: Alle statistischen Überlegungen zeigen, dass auch hier mehr sich der Kirchgang ausdünnt, umso weniger wird die persönliche Spiritualität oder Relikosität im Sinn des Evangeliums durchformt.

00:20:13: Es dünnt sich aus, es verdunstet, weil man kein Unterstützungssystem hat.

00:20:19: Also die Institution als Aufstand gegen das Vergessen.

00:20:24: Und das ist das, was allen christlichen Kirchen übrigens auch gemeinsam ist.

00:20:28: Hier haben wir einen wunderbaren Zugang zu einer plausiblen Ökomene.

00:20:34: Und dann kommt das, was spannend ist und wo wir drinnen stecken, auch in unserem heutigen Abend, das nimmt alles eine kulturelle Sozialgestalt an.

00:20:46: Ich unterscheide Institutionen, und sozial gestalt.

00:20:50: Und das muss kulturell affin sein und das kann man nun dann pastoralgeschichtlich sehr gut auftröseln, eine katholische Form, eine evangelische Form, eine weiß Gott was alles will er formen und eine die wir noch nicht kennen.

00:21:03: Folgen Sie mir ganz kursorisch schnell durch die Geschichte der sozialformen der Kirche und das beginnt natürlich um ein Typisches Beispiel Paulinischer Kirchengestalt rauszunehmen.

00:21:16: Die sind ja auch nicht einheitlich, die neudes der männlichen Kirchengestalten.

00:21:21: Aber diese ist natürlich prägend und das Konzil hat sich auch darauf wieder besonnen.

00:21:26: Das ist eine Kirche des Volkes, der gleichen Charismen.

00:21:30: Und schau dir mal in den Korintherbrief, in den Römerbrief, immer das zwölftige Abitel.

00:21:35: Und da ist dann einer drunter, der euch leitet, aber nicht der Wichtigste.

00:21:39: Das war keine Priesterlicht.

00:21:41: konzipierte Gestalterkirche, sondern eine Kirche mit charismatischer Grundstruktur.

00:21:49: Und natürlich sagt Paulus dazu, alle Charismen nützen nichts, wenn nicht das Urcharisma der Liebe dabei ist.

00:21:59: Das finde ich auch ganz spannend für das kirchliche Leben.

00:22:03: Dann kommt die konstantinische Ära.

00:22:06: Und typisch für diese ist das aus Polodee oder Polves.

00:22:09: Ich habe mich da auch angeschlossen, dann passt doch alles Grundschismen nennen.

00:22:15: Diese interne Spaltung, die Linie, die das durchzieht, wo auf der einen Seite die Priester sind und auf der anderen Seite die sogenannten Leiern.

00:22:25: Und man kann das gut verstehen, weil in dieser Zeit wurde rasant gedaufter Silvianos von Marseille, der sagt dann, wir sind gewachsen an Quantität und haben verloren an Qualität.

00:22:36: an innerer Kraft und Stärke.

00:22:38: Die Mutter wurde groß und alt, aber die Kinder waren schwach.

00:22:44: Und es hat dann ein Prozess stattgefunden, dass diese Charismen alle zu den Klärdäger gewandert sind.

00:22:50: Wie ein Charismenschwamm, haben die das aufgesogen, war irgendwie auch verständlich, weil die sind mit dem Taufen damals nicht nachgekommen und vor allem schon gar nicht.

00:23:01: dass die Taufe so etwas war wie ein Sakrament der als angenommenen Glaubens, eine Grundfigur an der wir bis heute leiden, dass wir viele Katholiken haben und da sind einige Christen drunter.

00:23:18: Das ist so auch ein ganz nüchterner Befund meiner Studien.

00:23:23: Und die einen sorgen, die anderen werden versorgt, die einen betrollen die anderen.

00:23:29: Erwarten, dass sie betreut sind, das ist typische Form Kirche für das Volk, so die Überschrift.

00:23:36: Und dann gerät diese staatlich natürlich gestützte Kirche für das Volk in die Krise, in der Aufklärung.

00:23:44: Es beginnt die Entflechtung von Thron und Altar.

00:23:47: Man muss sich vorstellen, Maria Theresia, die Zeit, wo mein Lehrstuhl in Wien gegründet worden war, ließ noch es für den gemeinen Mann die Wirtshäuser am Nachmittag zusperren, dass sie unter der Kanzel aushalten.

00:23:58: und hat dann also zu Buse eine Christenlehre für diesen gemeinen Mann eingerichtet.

00:24:03: Das war auch noch diese Zeit.

00:24:05: Ich habe solche Exemplare zu Hause, dass sie die Beichtssättel in der österreichischen Zeit abgesammelt hat, und zwar durch die Hausmeister.

00:24:13: Also, man muss sich das alles so ein bisschen lebendig vorstellen, wie das Christendom in Österreich funktioniert hat.

00:24:19: Und es war dann nicht so überraschend, dass wir natürlich eine Benchmark hatten, hundert Prozent, das war eigentlich der erwartbare Normalfall, wer nicht sich daran hielt, wurde ins Jenseits oder ins Ausland ausgewiesen.

00:24:34: Nun, diese Gestalt geht zu Ende, jetzt immer mehr Aufgaben, diese riesige Massenkirche am Leben zu erhalten, war dann Aufgabe der Priester.

00:24:45: Und nun beachtet, was machen die Priester in dieser Zeit?

00:24:48: Ich habe aus der Zeit von der Prämitzprädikte von der Zeit, da steht es drin, wir Priester, denen die Arbeit über den Kopf wächst, wir strecken die Arme aus nach den Leiern, die uns helfen, die Aufgaben, die uns selber zu viel werden zu erledigen.

00:25:04: Leiern werden über den Graben herübergeholt.

00:25:09: Und der Priester delegiert an sie Aufgaben.

00:25:13: Beachtet, dass die Definition dieser Leien, sie sind Mitarbeiter der Pfarrer.

00:25:22: Und der Pfarrer gibt Ihnen etwas, wovon wir natürlich theologisch an heute sagen, was dem Pfarrer gar nicht gehört, sondern er gibt den Leien nur zurück, was Ihnen selber gehört.

00:25:35: Und dann jetzt die heutige Situation.

00:25:37: Konzil, dass wir sagen, wir wollen wieder aufgrund der biblischen Ressourcen zurück.

00:25:43: in die alte sozial gestalter Kirche.

00:25:47: Das ist ein kurzer, sehr Holzschnittartiger Überblick, den man natürlich wesentlich differenzieren muss, aber im Grunde genommen lief das alles so.

00:25:57: Übrigens, wir stecken bewusstseinsmäßig immer noch drinnen in der alten Zeit, muss oft kommentieren, wenn die neuen Kirchaustrittszahlen in Österreich erscheinen, dann sagen die, ja, jetzt sind es Nur noch so viele, ja, wir sind in Österreich unter fünfzig Prozent Katholiken gefallen, was ja unglaublich ist, angesichts der Marie-Résia.

00:26:19: Und dann wird interpretiert eben nur noch.

00:26:22: Eigentlich müssten es ja hundert Prozent sein, nicht?

00:26:25: Das heißt, wir messen, was der Kirchenhistoriker nie machen würde, ja, wir messen die heutige Zeit mit der Benchmark der Marie-Résia.

00:26:35: Wir rechnen runter und haben eine Logik des Verfalls.

00:26:39: Wir könnten ja auch sagen, oh, so viele und rechnen von Null hinauf.

00:26:49: Weil das wäre ja die neue Zeit.

00:26:52: Dass katholisch sein in Österreich heute nicht mehr Schicksal ist, sondern Wahl, wie Peter Berger gesagt hat, vom Fate to Choice.

00:27:01: Wir können wählen.

00:27:03: Das ist etwas, was ihr hierzulande im Kommunismus schon trainiert habt.

00:27:07: Dieses Wählen müssen im Gegenwind, glaube ich schon.

00:27:11: Das seid ihr der Zeit ein bisschen voraus.

00:27:14: Aber grundsätzlich, glaube ich, geht es nicht mehr darum, von oben runterzurechnen, sondern von unten nach oben zu rechnen und zu sagen, was kommt da jetzt?

00:27:24: Und wir stecken um das jetzt noch ein bisschen zu sagen, im Übergang von einer Synodalklerikal, klerikal wie der Synodalenkirche, der Übergang vom Ersten zum zweiten vatikanischen Konzil, und all diese Fragen stehen an.

00:27:39: Und die Kulturen haben sich natürlich dramatisch verändert, dass sie das gesamte Bauerbord natürlich bekommen.

00:27:44: Ich lasse das jetzt so stehen einfach und zeige Ihnen nur noch, wo wir jetzt stehen.

00:27:50: Wir stehen in einem Übergang von der Priesterkirche in eine Volk-Gotteskirche.

00:27:57: Und da haben Sie jetzt ein Blatt Papier, wo die Definitionen der Studie auch draufstehen.

00:28:05: und diese Definitionen lauten dann.

00:28:08: Erstens die Priesterkirche.

00:28:09: Es ist vorwiegend eine versorgende Klerus- bzw.

00:28:13: die Priesterkirche.

00:28:15: Wir haben das die Leute gefragt, wie sie das sehen in den Gemeinden, wo sie leben.

00:28:19: In dieser Umfrage.

00:28:21: Die Mitglieder erwarten sich von Priester- und Belehrung im Glauben, monatliche Weisungen und die Feier der Gottesdienste, Messfeiern, Riten zu den Lebenswänden, schöne Liturgien und vor allem an den hohen Festen.

00:28:34: Die Priester sorgen sich, die getauften werden versorgt.

00:28:38: Und wenn man die Zahlen anschaut, dann sieht man, es streut über die gesamte Skala das Ergebnis.

00:28:45: Viele sagen, sind wir noch, andere abgeschwächt und andere sagen, sind wir nicht mehr.

00:28:50: Das Gegenstück haben wir dann definiert im Sinn des Zweiten Partikanischen Konzils, das eine fundamentale Gleichheit an Württurm-Berufung aller gibt.

00:29:00: Haben wir gesagt, es ist eine Synodale, offengastfreundliche Taufberufungskirche des Volkes Gottes, Mitgliedert ihre geistliche Berufung zur Reich-Gottesbewegung namens Kirche angenommen haben, bringen ihre Begabungen, Charismen ein und tragen das Leben und wirken der gläubigen Gemeinde.

00:29:24: Sie leisten vielen Menschen Diagonale und rituelle Dienste, ein Priester, Team vielleicht, sichert.

00:29:33: die Spurtreue im Evangelium und den Zusammenhalt der Gemeinschaften des Evangeliums, in der so verstandenen Kirche gibt es sehr wohl Ämter und Freigarismen, die sich als Dienst am Volk Gottes verstehen und von diesem her interpretieren.

00:29:50: Und wieder die Zahlen, es ist schon spannend, auch das streut sehr stark.

00:29:56: Und das erste Kirchenbild Entstand natürlich dem ersten Vatikanum.

00:30:02: Da hieß es, die Kirche ist eine Gesellschaft von Ungleichen.

00:30:06: Wurde nicht mehr definiert.

00:30:07: Und am zweiten Vatikanischen Konzil hatten Ottaviani und seine Kollegen gemeint, erledigen wir jetzt schnell.

00:30:14: Das liegen gebliebene beschließen wir einfach.

00:30:17: Und so kam es dann eben nicht, weil die französischen, niederländischen, deutschen und österreichischen Bischöfe gesagt haben, wir kehren zurück zu den biblischen Quellen.

00:30:26: und entwerfen ein neues, synodales Kirchenbild des Volkes Gottes mit fundamentaler Gleichheit an Würde und Berufung.

00:30:37: Und hier die Durchschnittswerte.

00:30:39: und Sie sehen ein bisschen mehr Volk Gotteskirche, aber immerhin noch relativ stark vom Mittelwert her gesehen auch Priesterkirche.

00:30:50: Und das würde bedeuten, dass wir eine enorme Ungleichzeitigkeit haben heute in unserem Kirchenvolk.

00:30:56: Und Ungleichzeitigkeit ist die beste Lesehilfe für Dynamik, für Bewegung.

00:31:02: Ist nicht lustig für die Leitung und für das Auskommen?

00:31:07: Aber es ist ein doch spannendes Beispiel dafür, dass wir auf dem Weg sind, dass sich etwas verändert und wir zeigen auch die Richtung aus.

00:31:15: Und dann haben wir aber noch ein drittes Beispiel mit untersucht.

00:31:19: Nämlich eine Dienstleistungskirche.

00:31:21: und wir hatten gedacht, das ist so etwas Ähnliches wie die anderen beiden, waren dann sehr enttäuschstatistisch, aber es hat uns sehr viel Erhellung gebracht.

00:31:30: Eine professionelle Dienstleistungskirche, nicht nur Priester, sondern zusätzlich Hauptamtliche, auch ehrenamtliche versorgende Menschen, mit dem von ihnen erwarteten qualitativ hochwertigen religiösen Service.

00:31:42: und sie sehen wieder relativ hohe Zustimmung.

00:31:45: Die Statistik hat uns dann allerdings erlaubt, das ein Wessel in Relation zu setzen.

00:31:50: und dann sehen wir, Taufberufung zu Kirche und Priesterkirche sind tatsächlich Widersprüche, entweder oder, entweder dann eigentlich zu dem oder mehr zu dem anderen.

00:32:00: Aber die Dienstleistungskirche liegt fernab.

00:32:03: Und das würde bedeuten, Dienstleistungskirche kann eine modernisierte Priesterkirche sein, mit vielen Hauptdampeligen, die man gut zahlen kann.

00:32:12: Oder es ist eine Kirche, die gute Dienste leistet.

00:32:15: Das sind beide Möglichkeiten, die wir da haben.

00:32:18: Das eine ist ein guter Dienstleistungsbetrieb und das andere ist eine Gemeinschaft, die Dienste leistet.

00:32:26: Und nun halten Sie sich bitte fest noch bei diesem kleinen Ergebnis dazwischen, dass seventy-fünf Prozent sagen, es ist vollkommen klar, dass die Dienstleistungskirche die bequemste aller Kirchenformen ist.

00:32:44: Die dominiert den Bewusstsein der Leute und geldstarke Kirchen sind völlig affin als Dienstleistungskirche mit einer Dienstleistungsgesellschaft, wenn sie das so haben wollen.

00:32:59: Und das heißt praktisch, wenn ich Aufstellungen mache bei Kurzen, wie unlächs jetzt wieder in einem großen Auditorium mit mit sechzig Leuten, und dann stelle ich in drei Ecken diese drei Kirchenbilder, dann sammeln sich's, achtzig Prozent ungefähr, bei der Dienstleistungskirche.

00:33:18: Und ich behaupte, dass diese Dienstleistungskirche mit ihrer faszinierenden Bequemlichkeit das größte Hindernis ist in den Transformationsprozess, den wir jetzt durchmachen müssen, weil das ist eine Hypothese, die ich in einem Raum stelle.

00:33:36: Ich behaupte nur, Die Vollgotteskirche hat Zukunft.

00:33:43: Noch einmal den Satz.

00:33:46: Nur die Taufberufungskirche hat Zukunft.

00:33:50: Und manchmal denke ich mir, wir würden viel schneller weiterkommen, hätten wir kein Geld, um uns diese Dienstleistungskirche leisten zu können.

00:34:01: Aber das sind alles Fragen, die wir dann nachher miteinander herzhaft bestrechen können.

00:34:07: Und das ist also jetzt unsere Lage, Resumiere.

00:34:11: Eine vom Ordo her entwaffene Kirche, das ist jetzt auch Theologisch sehr wichtig, dass diese Priesterkirche tatsächlich von der Priesterwahl her entworfen ist, hin zu einer Kirche, die von der Taufe her entworfen ist.

00:34:24: Das sind doch markante Unterschiede, die eine klärikal, zumindest anfällig für Klärikalismus, die andere Synodal.

00:34:32: Da stecken wir jetzt mitten drinnen und abschließen zu diesem ersten Teil.

00:34:38: Geht es da noch um die Frage, die wir natürlich auch gestellt haben, immer in der Annahme, dass wir auf diese Richtung hin uns bewegen, der Vollgotteskirche, was fördert sie?

00:34:50: Und da sagen die Leute, die Kirchenvision des zweiten vatikanischen Konzils vom Vollgottes, in dem alle gleich sind, an würde und angenommener Berufung, wird in unserer Kirchengemeinde praktisch umgesetzt, ja, an angenommener Berufung.

00:35:05: Und daher sage ich die Kirchen, Die Taufberufungskirche lässt sich fördern durch geistliche Vorgänge zur Annahme der Taufberufung.

00:35:16: Wir nennen das auch in Absprache übrigens mit unserer Technischen Universität, wo ein Alexander Kaiser für Unternehmer so etwas macht wie Berufungscotching.

00:35:25: Das ist hochspannend, dass man berufen sein kann im Sinn des Signatsius, auch als Unternehmer zu einem solchen Job.

00:35:31: Nennen wir das Berufungscotching.

00:35:33: Das andere ist eine unsympathische Auskunft.

00:35:36: Das Bild, das manche Bischofeprieste und Diakone von sich selbst haben, reibt sich mit dem Kirchenbild des Zweiten Vatikanischen Konzils, das von einer Gleichheit an Würde und Berufung ausgeht.

00:35:47: Und es ist schon wirklich ein bisschen bedrängend, wenn man sieht, dass das immerhin seventy- acht, seventy- acht Prozent bejahen, mehr oder minder stark oder weniger stark.

00:36:00: Es braucht daher, zweitens, eine neue, synodalisierte Amtskultur.

00:36:07: Und diese zwei Punkte, Berufungscotching und Synodalisierung der Amtskultur, mache ich jetzt temporreich, wenn sie sich ungefähr festhalten, anschneiden und dann mir folgen.

00:36:20: zum Berufungscotching.

00:36:21: Und das ist gar nicht so schwierig zu sehen.

00:36:24: Es gibt viele Ehrenamtstudien.

00:36:26: Natürlich auch in Deutschland.

00:36:27: Die Bundesrepublik Deutschland hat die besten Ehrenamtstudien, wo auch die religiösen Ehrenamtlichen alle mitgedacht werden.

00:36:35: Wir kommen gar nicht so schlecht weg.

00:36:38: Aber viele Ehrenamtliche hören heute auf.

00:36:39: Wir haben auch gefragt, warum nicht wegen der Frustration primär und wenn Frustration dann nicht immer wegen der Kläriger, sondern auch, sie sind oft voneinander frustriert, die Ehrenamtlichen.

00:36:51: wird in vielen Studien übersehen, diese Frustration auf gleicher Augenhöhe.

00:36:59: Dann gibt es natürlich die Aussage, es gelingt den Kirchengemeinden gut, junge Menschen zu gewinnen.

00:37:06: Und das ist mit zehn Prozent relativ bescheiden, aber zehn Prozent sind zehn Prozent, sage ich, mit Blick auf eine Zeit, wo nicht nur die Zahlen zählen, sondern die Qualität zählt.

00:37:18: Wir brauchen dann begrenzte Projekte.

00:37:21: Man muss die Ehrenamtskarriere gestalten und die Begabungen müssen dort zum Vorschein kommen.

00:37:28: Wir haben natürlich auch mit untersucht in der Studie, da kann man alles nachlesen dort, dass wir einen Schiff haben vom alten Ehrenamt zum neuen Ehrenamt.

00:37:37: Also die Älteren wissen das schon.

00:37:39: Wir haben gearbeitet wegen des Lohnes, denn wir von Gott erwarten, um Gottes willen, um der Kirche willen.

00:37:45: Das waren so ... Wirklich starke, gläubige, spirituelle Motive.

00:37:49: Auch dieses hatten wir natürlich abgefragt.

00:37:51: Ehrenamtliche engagieren sich in der Kirche, weil ihnen Gott, glaube ich, um Kirche wichtig sind.

00:37:56: Aber wir sehen beim neuen Ehrenamt, dass da etwas dazukommt.

00:38:01: Nämlich die wollen Gott dienen, aber auch für sich selbst etwas dabei gewinnen.

00:38:06: In unserer demokratischen Kultur heißt das Anerkennung, heißt Mitbestimmung und heißt eine Teamarbeit.

00:38:14: ein gutes Miteinander zu finden, wo man beheimatet ist.

00:38:18: Und wer meine Arbeiten kennt, wird wahrscheinlich merken, dass das Halbgenau die drei großen Urwünsche jedes Menschen sind, was man da gewinnen will.

00:38:27: Ansehen und Anerkennung, und zwar nicht erst, wenn man aufhört.

00:38:31: Das zweite ist Gestaltungsmacht.

00:38:33: Wir haben eine Studie am Fahrgemeindereden gemacht.

00:38:37: Das war der Titel dann, wir machen mit, aber nicht um jeden Preis.

00:38:42: Und ich kenne viele Leute, die frustriert wegbleiben, weil sie beraten und Zeit investieren und dann ändert sich nichts.

00:38:50: Also das hat keine Auswirkungen und keine Folgen.

00:38:52: Das ist auch der Grund, warum viele Männer, die das gar nicht gerne haben, heute nicht mehr gerne kandidieren für Pfarrgemeinderäte und die Pfarrgemeinderäte auch im gesamten deutschen Sprachraum immer mehr zur Frauensache werden, die offensichtlich in der Hinsicht noch leidensfähiger sind.

00:39:13: Gestaltungsmacht, Beheimartung.

00:39:15: Schauen Sie sich ja mal alle pastoralen Vorgänge generell an, wie diese drei Dimensionen in der Pastoral generell vorkommen, in unseren Begegnungen.

00:39:25: Und ich behaupte, dass Jesus, wenn er einen Aussätzigenheit genau darauf geschaut hat, dass es diesem Aussätzigen ansehen gibt, dem unansehnlichen, dass er eben Gestaltungsmacht zurückgibt in den Held und dass er wieder dazugehört.

00:39:39: Das sind die Geschenke, die er ihm macht.

00:39:42: Und das ist genau das, was Pastoral immer im Namen Gottes den Menschen schenkt.

00:39:48: Ansehen und Würde, ein Vertrauen in sich selbst, Empowerment.

00:39:53: Und vor allem, du gehörst dazu.

00:39:55: Und das ist wichtig für die Leute.

00:39:58: Das kann man auch sehen, wenn man die Motivationsstruktur der Studie anzieht.

00:40:02: Da haben sie ja alle fünf Gründe, jetzt die Kirchlichen, Religiösen und dann diese drei Urwünsche.

00:40:08: Es fällt auf, dass bei den Jungen die Werte hier bei... Gläubigkeit relativ niedrig sind mit dreißig Prozent, das fällt ab.

00:40:16: Rechts sind jetzt in der Säulenreihe die jungen Leute und links die Alten.

00:40:21: Und wir sehen aber auch, wie wichtig der jungen Partizipation ist.

00:40:24: Und so, glaube ich, man kann jungen Leuten sagen, mach mit, dann wirst du gläubig.

00:40:32: Nicht sagen, wir trainieren deine Gläubigkeiten, dann wirst du mitmachen.

00:40:35: Das ist wahrscheinlich die umgekehrte Reihenfolge.

00:40:38: Also man muss das Evangelium wahrscheinlich durch das Tun lernen.

00:40:42: Und nicht durch das Zureden.

00:40:45: Wir reden uns den Mund Franzig in allen kathedischen Bemühungen.

00:40:48: Es ist unglaublich, wenn man Firmenunterricht studiert.

00:40:52: Aber es gibt auch viele sehr gute Formen des Firmenunterrichts.

00:40:56: Und das Zweite ist Mitgestalten, gerade für junge.

00:40:59: Ich habe gerade an einer jungen Gemeinde, eine prichsen Akademie gesagt, die gefragt haben, die jungen Leute sagen, ihr müsst einen Arbeitskreis machen für junge Leute, die Ja, die besten im besten Support kriegen, bis sie Gospel-Influencer werden können.

00:41:18: Und das machen die jungen Leute dann selber.

00:41:20: Und da gibt es ja, wenn sie mal Gospel-Influencer im Internet suchen, sie werden nicht mehr fertig damit.

00:41:25: Das floriert mit Sicherheit, nicht nur in der Heiligsprechung, sondern auch in der Realität des Lebens.

00:41:32: Sehr gemischt übrigens, bis zu Charlie Kirk, fundamentalistisch, bis es gar nicht mehr ansteht.

00:41:38: Also das wären die Dinge und meditieren sie einfach.

00:41:40: Ich mache das jetzt nicht mit ihnen, aber es wäre ein Lohn in der Decks, eins Samuel, drei, eins bis zehn, die Berufung des jungen Samuel.

00:41:48: Und alle schlafen sie in der Kirche.

00:41:50: Visionen waren nicht mehr gegeben, die waren nicht häufig.

00:41:53: Es war eine visionslose Zeit in der Kirche und alle haben sie den Kirchenschlaf gepflegt, der Ehli, der Alte und der junge Samuel.

00:42:01: Vielleicht ist der Kirchenschlaf nach Freude auch die beste Zeit für die Kirche, weil da sind wir passiv.

00:42:07: Und empfänglich.

00:42:09: Da hat Gott eine Chance vielleicht bei uns in einer verschlafenen Kirche, ich weiß es nicht.

00:42:14: Aber dann, das Uhr Missverständnis dieses Jungen, sagen wir jetzt, Gott ruft ihn und er geht zum Eli.

00:42:19: Verstehen Sie, das machen die Leyen immer noch.

00:42:22: Sagen, Fahrer, wozu brauchst du mich?

00:42:25: Statt dass die Frage lautet, Gott, wozu brauchst du mich?

00:42:29: Also wir brauchen den Transfer von der Mitarbeiterschaft für den Klerus zur Mitarbeiterschaft für Gott.

00:42:36: Das muss genauso laufen und Sie sehen, dass an vielen dieser Punkte wird ein Übergang von Priesterkirche zur Vollgotteskirche genau beobachten.

00:42:47: Wovor ich auch dringend warne ist, machen Sie den jungen Leuten keine Wellnessversprechungen.

00:42:54: Wir waren ein schöner Mann in Florisch in Church.

00:42:57: Ich habe das dort auch schon ein bisschen kritisch angemerkt, dass da so ein Konzept im Evangelikalbereich heißt, go to church and you'll feel better.

00:43:08: Ich glaube das nicht.

00:43:10: Also wenn ich mir zur Vorstellung die Berufung des Levi, ich habe das einmal für mich umgeschrieben, als Jesus von dort wegging, sah einen Zöllner namens Levi am Zoll sitzen und sagte zu ihm, ich lade dich ein, mir nachzufolgen.

00:43:21: Levi überlegte lange, was es ihm bringen würde und dann ließ er sich vom Baum herunterbewegen und er wollte ausprobieren, was für ihn heraus springen könnte.

00:43:29: Lesen Sie das Lukas Evangelium live daneben und dann werden Sie sehen, so lief es nicht.

00:43:34: Dann lief nämlich völlig anders.

00:43:36: Und er sagt, komm runter, verlass alles und folge mir nach und trage dein Kreuz.

00:43:42: Punkt.

00:43:42: Wo seht ihr das?

00:43:44: Ich glaube, junge Leute reagieren viel gesünder, wenn man sie beansprucht, statt dass man ihnen was verspricht, was sie woanders wesentlich professioneller haben können.

00:43:58: Wellness.

00:44:00: Ich glaube, die Herausforderung zählt.

00:44:03: Und ich habe da so ein Plakat gefunden bei der Freiwilligen Feuerwehr in Passau.

00:44:07: Das wäre unsere Logik.

00:44:09: Wo bleibst du?

00:44:11: Und ich glaube, das ist meine theologische Überzeugung und ich schließe damit das Berufungscotching.

00:44:16: Gott hat genug Leute berufen, dass dieses Evangelium lebendig in dieser Zeit hier auch vor Ort gesungen werden kann, bin ich ganz sicher.

00:44:25: Die Frage ist nur, finden wir sie?

00:44:28: Haben wir die Fähigkeit, erlauben Sie mir dieses schöne Bild aus der Provence?

00:44:32: Sind wir so was wie pastorale Trüffelschweine?

00:44:37: Ja, die das aufspüren, was wir an Kostbarkeiten mitten unter uns unter den jungen Leuten haben.

00:44:41: Und ich glaube, es wird genug davon geben.

00:44:45: Und von dieser Überzeugung beflügelt, sage ich dem paar Gemeinderaten, also mindestens eine Person gewinnt das nächste Jahr.

00:44:52: Jede, die hier versammelt ist, werden schon wieder verdoppelt dann, wenn jeder eine oder einen gewinnt.

00:45:00: Warum denn nicht?

00:45:01: Ich halte das für möglich.

00:45:03: Noch kursorischer zur Synodalen Amtskultur.

00:45:06: Ich beginne mit einem Mann, den man ja hier sehr gut kennt.

00:45:10: Den guten Kardinal Meißner.

00:45:12: Mit dem war ich ja sehr gut erstaunlicherweise.

00:45:16: Ich war in Heiligenstadt mit ihm sehr oft für Priesterkurse in der DDR-Zeit beisammen.

00:45:21: Wir haben uns wirklich angefreundet.

00:45:23: Ich habe ihn sehr geschätzt und er mich damals auch noch.

00:45:26: Und dann hat er, als ein Bischof im Passau eingesetzt wurde nach Eder, Und ich da protestiert habe, öffentlich, ein bisschen unfair vielleicht, aber ich mir hat das einfach nicht gefallen, weil das ein völlig konservativer war, der das pastorale Werk seines Vorgängers Eder völlig in den Papierkorb gespült hat.

00:45:46: Und dann flog ich hin zu ihm umgehend ein Termin bekommen und sage, Herr Kanal, warum habe ich Rede verboten, Köln?

00:45:54: Dann sagt er sich fördern das Volk, also sind sie gegen das Amt.

00:45:59: Und wir waren sehr frontal.

00:46:00: Und ich sage, Herr Kanal, Also, so einen Unsinn habe ich schon lange nicht gehört.

00:46:06: Das ist nicht der Fall.

00:46:08: Rainer sagte in einer Gemeinde von Lauterrabiatenkarismatikern, brauchst du mehr Amt als in einer langweiligen bürgerlichen Gemeinde.

00:46:17: Und was ist so sagen das Amt theologisch?

00:46:20: Und die Zeugen der Auferstehung sterben und dann kommt es zur Ausbildung des Amtes und es braucht Leute, die die Spurtreue sichert.

00:46:27: Ich halte das für ein unglaublich schwieriges Projekt.

00:46:31: Eberau steht hier, ein Name.

00:46:34: von einem Ort im Burgenland.

00:46:36: Und da sollte ein Aufnahmelager vor zwanzig Jahren ungefähr errichtet werden.

00:46:43: Und das war geheime Absprache zwischen der Innenministerin und dem Bürgermeister.

00:46:47: Und die Gemeinde erfährt das natürlich.

00:46:50: Und dann diskutieren sie Stimmen ab zweimal mit ninety-fünf Prozent dagegen.

00:46:54: So, es geht ab Pfarrer her, holen sich den Pfarrgemeinderat zusammen.

00:46:59: Sie diskutieren Stimmen ab, ninety-fünf Prozent dagegen.

00:47:04: Und dann geht am Sonntag der Pfarrer mit der Bibel auf die Kanzel und sagt, Matthäus XXV.

00:47:10: Was werden wir Eberauer dann sagen?

00:47:13: Wenn wir bei der finalen Evaluierung namens Weltgericht gefragt werden, ich war auf der Flucht und ihr habt mich nicht aufgenommen.

00:47:21: Das ist Amt.

00:47:23: Und das ist völlig undemokratisch.

00:47:26: Da kann man nicht abstimmen.

00:47:27: Profeten machen immer die Minderheit.

00:47:29: Das Amt hätte eigentlich die Aufgabe, etwas Prophetisches zu sein.

00:47:34: Und versteht ihr auch, ich bin nicht der Meinung, dass wir das Amt demokratisieren können, in diesem Sinn, was dieses Prophetische betrifft.

00:47:42: Da muss man Amos lesen, da muss man die ganze Bibel verstanden haben.

00:47:46: Ich glaube, dann weiß man, worum es hier geht, um diese Prophetische Kraft.

00:47:51: Und dann gibt es natürlich diese Aufgabe, die Prophetische Kraft, sichert die Rückbindung der anvertrauten Gemeinde in der Spur des Evangeliums.

00:48:00: Ich glaube, das ist das Innerste jeder Amtsteologie der Kirche.

00:48:06: Und dann kommt natürlich typisch katholisch noch dazu, ein Surplus gegenüber den evangelischen, dass wir auch die Einheit der Gemeinschaften gesichert haben wollen.

00:48:16: Und darum hat der Bischof eben, die er ordniert in einem Presbyterium und zu demonstrieren, wir haben eine Volk-Gottesgemeinschaft von vielen Gemeinschaften.

00:48:28: Die Synchrone-Einheit.

00:48:32: Und ich behaupte mehr.

00:48:33: hat theologisch ein Fahrer nichts zu tun.

00:48:37: Dass er dann vorsteht, da wird er gerade heftig gestritten wieder, bei der Taufe, bei der Beerdigung.

00:48:44: Ist das wirklich so charakteristisch für das Amt, dass er immer vorstehen muss?

00:48:49: Weiß ich nicht.

00:48:50: Also wir werden sehen, wie sich das alles weiterentwickelt.

00:48:53: Je länger die Kirche mit der Amtsfrage dahintümpelt, umso mehr wird sich das entkoppeln.

00:48:58: Ich glaube, das ist durchaus auch eine theologische... sehr interessante Entwicklung.

00:49:04: Nun, wenn das so der Fall ist, dann sage ich woran, orientiert sich die neue Amtskultur und das habe ich Ihnen auch ausgedruckt, weil ich halte das für unverzichtbar bei der Entwicklung der neuen Amtskultur.

00:49:16: und viele von euch haben ja auch Ämter ohne Ordination, die haben alle dieselbe biblische Verpflichtung diesen Leitbildern zu folgen und sie sind vertraut, aber nicht hinreichend gelebt, nämlich Hirte zu sein, Tischdiener zu sein, Galerensklave und Fußwascher rin zu sein.

00:49:38: Das sind unglaublich anspruchsvolle Leitbilder für eine synodale Amtskultur.

00:49:44: Und ihr spürt auch vielleicht, dass die eigentliche revolutionäre Kraft aus der biblischen Tradition kommt.

00:49:51: Vancello Senza Glossa war ein Leitspruch von Papst Franziskus, den er von Franz von Assisi übernommen hat, das Evangelium ohne Traufgabe.

00:50:02: Soweit also zur Amtskultur.

00:50:04: und jetzt erlaube ich mir noch abschließend etwas zu sagen zur Synodalisierung der Liturgie.

00:50:10: und weil mir das so präsent vorgekommen ist, habe ich mir einen eigenen Text ausformuliert, denn bekommen Sie es ab.

00:50:19: Also ich komme zu diesem letzten Themenfeld.

00:50:22: Und mir geht es also noch einmal zur Erinnerung mehr um Fragen als um tragfähige Antworten.

00:50:28: Wir haben in der Studie Zeitenwende ja gefragt, was die Kirche am an Aufgaben meistern muss, sobald sie den Strukturumbau gemeistert haben wird.

00:50:38: Da stehen an erster Stelle die jungen Menschen und die Projekte mit ihnen.

00:50:41: Dann folgen in der Liste zwei Positionen ganz oben, welche die Liturgie betreffen.

00:50:47: Siebenundachtzig Prozent betonen, dass diese künftig gottvoll und erlebnisstark zu sein habe.

00:50:54: Zudem gelte es eine zeitgerechte Sprache in Verkündigung, und Liturgie zu entwickeln.

00:51:03: Wie dringend das ist, zeigt eine Gottesdienststudie kürzlich von nicht-theologischen Instituten der Universitäten Wien und Sasssex gemacht wurde.

00:51:13: Ein markantes Ergebnis daraus.

00:51:16: Viele, die Christgläubig leben möchten, bleiben immer öfter dem Sonntags Gottesdienst fern, weil die Liturgie und darin wiederum die Predigt langweilig ist.

00:51:29: Zitat.

00:51:30: Wenn Menschen sich langweilen, schweifen sie gedanklich ab, empfinden die Inhalte als irrelevant und kommen künftig seltener oder gar nicht mehr.

00:51:42: Ergebnis der Studie.

00:51:44: Die Autoren schlagen als Abhilfe, Gesprächsrunden, Reflexionsphasen, digitale und virtuelle Elemente vor, die Aufmerksamkeit erhöhen und Auseinandersetzung beitragen.

00:51:56: Am vergangenen Samstag beispielsweise ließ sich eine Gottesinsgemeinde von etwa fünfzig Personen über zwei konträr anmutende Schriftstellen miteinander sprechen.

00:52:06: Joel vierzehn, wo der Prophet verlangt, Flugscharen in Schwärter umzuwandeln.

00:52:14: Joel vierzehn, steht auch drinnen in der Bibel, wandelt Flugscharen in Schwärter um.

00:52:21: und die andere bewährte Endzeitliche Stelle bei Jesaja II.

00:52:25: IV.

00:52:25: oder auch Micha, wo Schwerte in Flugscharen umgeschmiedet werden.

00:52:29: Die Leute waren in Gesprächen sehr betroffen, fanden beide Stellen höchstaktuell.

00:52:36: Auch nach dem Gottesdienst habe ich dann miterlebt, weil ich mit einer Reihe von denen dann noch in einem Gasthaus zusammen saß, weil ich sie vor Jahrzehnten verheiratete, haben wir immer noch über diese Schriftstellen gesprochen.

00:52:50: Aber vielleicht sieht das Problem noch tiefer.

00:52:52: Wenn ich vor Ort in Wien bin, gehe ich in meine Pfarrkirche und setze mich hinten hinein.

00:52:57: Ich möchte eine Stunde in das Geheimnis Gottes eintauchen.

00:53:03: Dabei kann ich die Predigt eines Priessers aus einem afrikanischen Land mit autogenem Training durchaus durchhalten.

00:53:11: Was mich dann aber doch oft irritiert, ich möchte in Gott eintauchen und finde mich gleichsam auf einer Schulbank bei einer kirchlichen Bildungsveranstaltung wieder.

00:53:22: Vielleicht braucht es mehr Mystik, mehr Emotionalität, mehr Rituale, mehr Fahrzeuge hinein ins bergende Geheimnis Gottes als Rationalität mit noch so guten Inhalten.

00:53:38: Meine Studierzeitenwender enthält auch eine Mini-Evaluierung der Gottesinskultur in unseren Breiten.

00:53:43: Wort Gottesfeiern werden akzeptiert.

00:53:45: Das ist die gute Nachricht.

00:53:47: Solange es der Kirche nicht gelingt, in gläubigen Gemeinschaften des Evangeliums die Eucharistiefeier durch Priester neuer Art zu sichern, beunruhigend ist aber, dass es keinen eucharistischen Hunger mehr gibt, von dem Franziskus bei seinen Überlegungen zur Priesterfrage und der sogenannten Lobinger-Lösungssprach.

00:54:12: Noch beunruhigender ist es, dass nur neunzehn Prozent der Ansicht sind, man könne ohne Sonntagsmesse kein guter Christ sein.

00:54:21: Allerdings sagen zugleich auch nur zwanzig Prozent, dass die Eucharistie für eine Nichtquelle und Höhepunkt ihres kirchengemeindlichen Lebens ist.

00:54:31: In einer Aufsatzsammlung zur Synodalisierung, die schon vor der Welt Synode erschienen war, veröffentlichte der Kirchenhistoriker aus Nottingham, Thomas O. Lughlin, einen für unsere Fragen einschlägigen Beitrag.

00:54:49: Er betonte, dass ohne Synodalisierung der Liturgie, und er bezog sich primär auf die Feier der Eucharistie, die die Synodalisierung der Kirche nicht gelingen konnte.

00:55:02: Auch die Synode hielt im Abschlussdokumenten der Nummer eins fest, dass Synodos und Synaxis eng miteinander verbunden sind und wie zwei Seiten einer einzigen Medaille sind.

00:55:18: So verlangt auch die Synode Studiengruppen zur Frage, wie liturgische Feiern stärker zum Auszug der Synodalität werden können, Nummer vierzig.

00:55:32: Ich gehe davon aus, dass ein Lehrstuhl für Liturgie sich zum Beispiel künftig als Laboratorium für die Zunehmende Synodalisierung der Liturgie verstehen wird.

00:55:45: Doch bin ich auch davon überzeugt, dass es zusätzlich, wenn nicht sogar primär, reale Laboratorien braucht.

00:55:52: Es muss auch in geschützten Räumen etwas gemacht werden können, was derzeit vermutlich nicht erlaubt ist.

00:56:04: Die Grenzen müssen ausgedehnt, also verantwortlich überschritten werden.

00:56:12: Ich selbst Nehmen wir jede Gelegenheit wahr, schon im bestehenden Rahmen liturgische Feiern zu synodalisieren.

00:56:21: Wäre ich um eine Taufe, eine Hochzeit oder wie in diesen Tagen um eine Beerdigung angefragt, vereinbare ich einen Online-Termin.

00:56:29: Meine erste Botschaft, es ist eure Feier.

00:56:34: Weil ihr als Kirche miteinander feiert, ihr begrüßt, ihr erklärt, warum es euch wichtig ist, in dieser Zeit euer Kind zum Beispiel zu taufen oder kirchlich zu heiraten.

00:56:45: Ihr erzählt das Einleiten schon der gesamten versammelten Gemeinschaft.

00:56:51: Ihr sucht die Lesungen und ihr erzählt mir, warum ihr diese Texte gewählt habt.

00:56:56: Ihr bereitet auch die Lieder vor.

00:57:00: Ich habe bislang immer nur dankbare Bereitschaft angetroffen.

00:57:04: Die Menschen waren über diese ihre Feier froh.

00:57:10: Und ich habe immer dann dazu gesagt, wenn ihr jetzt noch über die Kirche schimpft, dann schimpft ihr über euch selber.

00:57:17: Und das kapieren Sie unmittelbar danach.

00:57:25: Das ist erfahrungs-synodalisierte Liturgipur.

00:57:30: Natürlich gibt es jetzt schon Beteiligungsmöglichkeiten mit Gesängen, im Kanon vielleicht mit einem gemeinsam gesprochenen Schluss der Präfation, wenn ich beispielsweise in der Oster Nacht speisen weise, steht ein Kind neben mir und weiht natürlich mit.

00:57:50: Warum, so habe ich es einmal auch erlebt, soll nicht am Ende Frauen den Segen Gottes gemeinsam über die versammelte Gemeinschaft erbitten.

00:58:01: Es wird viel davon abhängen, ob uns der Schiff von einer Priester Liturgie zu einer Volk-Gottes-Litergie gelingt, was alleine deshalb angebracht wäre, um den Terminus Liturgie als Ton des Volkes zu retten.

00:58:17: Natürlich braucht es dazu den Amtlichen Dienst, wobei Tertullian Einspruch erheben würde, weil er es in Cardago um zweihundertneun gewohnt war.

00:58:28: dass selbst das offerre et tinkere dann, wenn die Kirchenautorität keinen aus dem Orto zugewiesen hat, durch einen aus den eigenen gläubigen Reihen geleitet wurde, der priesterlich handelte, ohne Priester zu sein.

00:58:44: Die Grundpriesterlichkeit der Taufe reichte für Tertullian dann aus.

00:58:49: Ich kenne Basisgemeinden in Europa, die sich inzwischen angesichts der Hilflosigkeit der Kirchenleitungen an Kertullian halten.

00:59:00: Sind auch diese Basisgemeinden nur derzeit voraus?

00:59:04: Oder werden sie die Leitung durch ihr vorauseilendes Handeln bedrängen, rechtzeitig akzeptable Lösungen zu finden?

00:59:14: Hat denn nicht auch in jüngster Vergangenheit nicht vieles mit dem Überschreiten von rechtlichen Grenzen angefangen?

00:59:23: Es hätte auf dem zweiten vatikanischen Konzil ohne die Jugend- und Bibelbewegung, auch gerade in Österreich, aber auch in Deutschland, ohne den Pionier Pius-Parch, keine Liturgie-Konstitution gegeben.

00:59:37: Eine kleine Anekdote mag dieses kunderbunte Fragen abschließen.

00:59:42: Kardinal Hermann Volk war ein exzellenter Dogmatiker.

00:59:50: Es war, während der Würzburger Synode.

00:59:56: im Dom schicken sich die Synodenteilnehmerinnen gerade an, eine Eucharistie zu feiern.

01:00:05: Der Kardinal ging in den Kirchenraum, die Bänke entlang und suchte sich einen Platz in der Bank unter den Versammelten.

01:00:16: Da fragte ihn ein Bischof, der zum Konzelebrieren in die Sakastei eilte Herr Kardinal.

01:00:23: Konzelebrieren sie nicht?

01:00:26: Der Kardinal darauf bin ich nicht Volk.

01:00:33: Manche ein Priester bedankt sich freundlich gut gemeint am Ende der Messe, da so viele zu seinem Gottesdienst gekommen sind.

01:00:42: Andere hingegen sagen, ich danke euch, dass ich mit euch konzelebrieren durfte.

01:00:52: Das entspricht wohl eher dem Vorstehen, in einer synodalisierten Liturgie.

01:00:59: Ich danke für die freundliche Aufmerksamkeit.

Über diesen Podcast

Spannende Vorträge und Interviews aus dem Bistum Erfurt,
aufgenommen bei Veranstaltungen des Katholischen Forums,
der katholisch-theologischen Fakultät Erfurt
sowie Fortbildungen im Bistum Erfurt.
Feedspot listet uns unter den 20 besten katholischen, deutschsprachigen Podcasts und laut anderer Podcast-Charts gehören wir zu den etablierten Christentum-Podcasts.
Einfach hörenswert!

von und mit Niklas Wagner (Katholisches Forum Thüringen), Matthias Hülfenhaus (Fortbildung), Juliane Körber (Onlineredaktion), Sophie von Kalckreuth (Universität Erfurt), Ayline Plachta (Missio)

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