Vorträge, Interviews und Predigten
00:00:06: Hörenswertes, Ihr Podcast aus dem Bistum Erfurt und der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Erfort.
00:00:20: Vielen Dank auch für die Einladung an Prof.
00:00:22: Dr.
00:00:23: Karterina Klöcker von der Uni Erfourt zur Einladungen zu den diesjährigen Kreuzganggesprächen!
00:00:30: Leider kann ich aufgrund einer Dienstreise diesen Vortrag nicht persönlich halten, was sich sehr bedauerlich findet.
00:00:35: Da ich gerade aus meinen Beobachtungen zu politischer Kommunikation auf Social Media und dem Einfluss sozialer Medien auf gesellschaftliche Debatten zunehmend die These vertrete dass wir mehr physische Orte und physische Begegnung benötigen um der Polarisierung von Discoursen im digitalen Raum entgegenzutreten.
00:00:53: Digitale Medien können dabei helfen, Menschen in diese Räume zu holen.
00:00:57: Manchmal helfen sie auch ein Dialog möglich zu machen der sonst aus Zeitgründen nicht hätte stattfinden können.
00:01:04: Das Motto dieser Vortragsreihe lautet weniger mehr wert.
00:01:08: Herr Wagner ist aufgrund eines Vortrages an mich herangetreten den ich im Juli twenty-fünfundzwanzig an der Uni Kiel gehalten habe und dem November zwei tausend fünf zwanzig bei Deutschland Fund MOBA gesendet wurde.
00:01:21: Entpört euch politische Wut auf Social Media und im Real-Life effizienter Kanalisieren.
00:01:27: Der Titel ist angelehnt an den Titel des Essays.
00:01:30: Empört Euch, dass der damals reinoinzigjährige ehemalige UN-Diplomat und französische Widerstandskämpfer Stéphane Selle im Jahr zehntausendzehn veröffentlichte und zu manifest für eine junge Generation wurde, die sich im Zuge der Finanzkrise von zwei Tausend Acht politisierte und sich dabei als erste politische Bewegung stark über soziale Medien- und Blocks organisierte und kommunizierte.
00:01:53: Im Wesentlichen vertrete ich dort die Träse, dass das emanzipatorische und basisdemokratische Potenzial – das man sich Ende der zweitausender Jahre von sozialem Medien versprach sich durch reichweitenstarke Bewegung und Influencerinnen institutionalisiert hat, um Teile eines zumindest medialen Mainstreamdeals Kurses geworden ist.
00:02:13: Aber mittlerweile in einer Sackgasse steckt.
00:02:15: Politisches Engagement wird auf symbolische Diskurse im digitalen Raum reduziert, die eine Änderung der Welt außerhalb der symbolischen Kommunikation gar nicht unbedingt anstrebt.
00:02:25: Oft gerechtfertigte Empörung über gesellschaftliche Missstände in digitalen Medien führen nicht zu Handlungen, sondern perpetuiert Empörung und potenziert Ängste.
00:02:37: Gleichzeitig scheinen sich im digitalen Raum zwei unversöhnliche Lagergebilde zu haben, die linksgrün versifften und die Nazis, die ihm die Deutungshoheit in sozialen Medien kämpfen.
00:02:47: Es ist ein zentrale Ansatz meiner wissenschaftlichen Arbeit, Wege zu untersuchen und zu eroieren wie Userinnen, die ja auch immer BürgerInnen und Teil der Gesellschaft sind Den Weg finden können aus dem, was die Kulturwissenschaftlerin Anne Katrin Kohut als Hyperreaktivität oder der Internettheoretiker Douglas Rushkoff als Present Shock bezeichnet.
00:03:09: Beide Begriffe beschreiben eine digitale Dynamik der Überforderung, die User in den Handlungsspielraum nimmt.
00:03:15: Diese Überforderungen ist teilweise durch die schiere Informationsflute auf Social Media bedingt Teilweise durch die intransparente, algorithmische Kuratierung von Inhalten.
00:03:25: Aber auch dadurch das Userin durch reflexartiges Teilen und Kommentieren selbst dazu beitragen sich eine apokalyptische Blase zu schaffen deren Konstantinte absolut hat den Impuls gesellschaftliche Verhältnisse zu verändern untergräbt.
00:03:39: Ich möchte diesem Vortrag eine kritische Betrachtung von politischen Diskursen in sozialen Medien voranstellen um anschließend auszuführen inwiefern der ewige Empörungsmodus, indem sich Discourse im digitalen Raum zu bewegen scheint auf ein Verhältnis von Sprache und Welt zurückgeht.
00:03:55: Das suggeriert das eine Änderung der Verhältnisse gar nicht möglich sei.
00:03:59: Und dass obwohl die Prämissen dieser Discourse davon ausgehen, dass die Perfomativität der Sprache Grundlage für die Änderungen von Verhältnissen ist.
00:04:09: Die Kritik an diesem apodiktischen Fatalismus gilt aber nicht nur digitalen Discoursen.
00:04:13: Sie gilt auch der Art, wie Wissenschaftlerinnen über soziale Medien forschen.
00:04:17: Auch die Verantwortung der Wissenschaft soll hier diskutiert werden.
00:04:21: Denn die Frage ist doch, wie kommen wir von einem Empörungs-User, desider oder die sich im Wesentlichen über Reaktivität definiert zu Userinnen?
00:04:29: Die fähig und wild sind, die Informationen aus sozialen Medien zu nutzen um die Gesellschaft auch außerhalb des digitalen Raums auch außer halb ihrer eigenen Bubble positiv zu verändern und den Dialog zu treten?
00:04:40: Ich habe zunächst überlegt, dass mehr in dieser Vortragsreihe als weniger Empörung mehr Agency zu benennen.
00:04:47: Weil Agency also Handlungsfähigkeit letztlich das Konzept umschreibt und sich meine Arbeit in weiten Teilen dreht.
00:04:54: Allerdings verwende ich in Vortraxtiteln ungern wissenschaftliche Fachbegriffe weil man damit in aller Regel sofort alle Nicht-Akademikerinnen verkrault.
00:05:02: Das tut man auch durch Gendern aber ein bisschen Schwundesibber Auf der Suche nach einem Wort, das nicht nur Handlungswillen sondern den Moment des konkreten Zotatschreiten beschreibt ist mir aufgefallen und vielleicht hat auch das etwas mit dem Zeitgeist zu tun.
00:05:16: Dass viele dieser Begriffe entweder altmodisch oder moralisieren klingen vorangehend Tatkraft Schaffens Kraft eingreifen.
00:05:23: Ich habe mich schließlich für Engagement entschieden, dass zwar auch oft etwas überstrapaziert wird und man durchaus argumentieren kann, das Online-Aktivismus eine Form von Handeln und Engagement ist ebenso wie Journalistin Missstände aufdecken sie deswegen aber nicht zwingend lösen müssen.
00:05:38: Was mir aber an dem Begriff Zusagt ist, dass Engagement auf die Bedeutung des französischen Engagés im seventejahrhundert zurückgeht und verpfenden oder auch Verpflichten bedeutet.
00:05:49: Und diese Bedeutung würde ich gerne dahingehend interpretieren, das Engagement verpflichtet die Empörung über gesellschaftliche Zustände im digitalen Raum auch in Kontexte außerhalb sozialer Medien zu überführen.
00:06:01: Nicht immer die Ausrede gilt dass der Algorithmus User ihnen eben einfach manipuliert und lähmt.
00:06:07: Woran liegt es?
00:06:08: Dass soziale Medien eine Empörungskultur gefördert haben und sich dem Vorwurf aussetzen müssen die Polarisierung der Gesellschaft voranzutreiben?
00:06:16: sind an allen wirklich nur die Algorithmen schuld.
00:06:19: Das Internet und soziale Medien waren für mich als Millennial in meiner politischen Sozialisation ein großer Hoffnungsträger, um basisdemokratische Partizipation zu fördern und marginalisierten Gruppen eine Stimme zu verleihen.
00:06:31: Wenn Sie sich Studien ansehen aus welchen sozialen Verhältnissen Journalistinnen in Deutschland kommen ist das gro.
00:06:36: westdeutsch weiß- und aus soliden Mittelklasse Verhältnisse.
00:06:39: Das liegt schon allein am Ausbildungsweg.
00:06:41: war Journalist früher ein klassischer Quereinsteiger Beruf?
00:06:45: Hat sich das Berufsfeld in den letzten Jahrzehnten zunehmend akademisiert, ein Einstieg ohne Hochschulabschluss ist derselben.
00:06:51: Auch unbezahlte Praktika und Volontariate für teilweise eine tausende Euro brutto muss man finanziell erst mal stemmen können.
00:06:58: Mit dem Internet verlor der Journalismus seine Rolle als Gatekeeper für mediale Öffentlichkeit und gesellschaftliche Diskurse.
00:07:04: andere Perspektiven wurden sichtbar.
00:07:07: Um im Internet zu publizieren brauchte man keine Kontakte oder nennenswerten finanziellen Mittel.
00:07:12: Agenda-Setting wurde vermeintlich demokratisiert.
00:07:15: Der Begriff alternative Medien, der heute politisch eher rechtsverordert wird bezeichnet in den Anfangsjahren des digitalen Aktivismus links liberale Websites, Blocks und Social Media Accounts.
00:07:27: Ich habe vorhin schon kurz den Begriff der Agency angerissen, der ebenso attraktiv wie schwierig ist weil er einigermaßen plastisch ist aber gleichzeitig hochgradig überdeterminiert.
00:07:37: In den Geistes- und Sozialwissenschaften gibt es zahlreiche Theoretikerinnen die den Begriffe verwenden aber nicht immer konzeptualisieren.
00:07:44: Andere Theoretikerin werden im Kontext von Agency-Theorien genannt, ohne den Begriff selber explizit zu verwenden.
00:07:51: Grob gesagt steht Agency als individuelle oder kollektive Handlungsmacht immer in Dualität zu einer gegebenen gesellschaftlichen Struktur und findet immer innerhalb dieser Stadt, wobei je nach Ansatz die Struktur die Handlungsspielräume mehr oder weniger stark einschränkt.
00:08:07: Hier setzt eine frühe Kritik an der vermeintlich Basis demokratischen Agenzien digitalen Diskursen an Insbesondere als sich um Ende der Nullerjahre herum der Netzdiskurs vom dezentralen World Wide Web auf privatwirtschaftliches Social Media Plattform verlegt hat, deren Betreiber durch die Kuratierung von Algorithmen willkürlich entscheiden können welche Art von Inhalten sichtbar werden und welchen nicht.
00:08:29: Und auch Accounts nach Belieben sperren kann.
00:08:31: man kann als durchaus naiv bezeichnet werden.
00:08:34: natürlich gibt die Struktur der Algorithme vor welche Diskurse überhaupt wie geführt werden.
00:08:39: Auch kam sehr oft wie schon der Vorwurf des sogenannten Selectivism auf, einem Kofferwort aus Activism und Slecker einer peorativen Bezeichnung für Menschen von Generation X die unmotiviert ihr Leben vertrödeln.
00:08:52: Mit dem Begriff wurde kritisiert politisches Engagement auf ein Like oder Share zu reduzieren.
00:08:57: Es ist durchaus interessant zu beobachten dass diese UserInnen vor zwanzig Jahren noch als Träge und nicht als Dauer den Pörd wahrgenommen wurden.
00:09:06: Aber der Online-Aktivismus war auch eine junge Bewegung, den man zu Gute halten konnte und musste, dass sie ihren Weg zur Institutionalisierung und zur realpolitischen Umsetzung noch finden muss.
00:09:17: Und die Userinnen haben immer individuelle und kollektive Wege gefunden, die Macht der Algorithmen auszutricksen.
00:09:23: Ein berühmtes Beispiel – das ist sogar bis ins Enthüllungsbuch TikTok Timebomb des amerikanischen Investigativjournalisten Emily Baker White geschafft hat – Die Algoritmen von TikTok-Ausdrickste, die für die chinesische Regierung heiglen Content wie die Unterdrückung der ulgurischen Minderheit Shadowbanon ließ.
00:09:45: Shadowbanning bedeutet das Inhalte nicht gelöscht werden aber weder Followerinnen des Accounts im Feed noch im Empfehlungsfeed angezeigt werden also keine Views Likes und Shares bekommen was im Internet dem sozialen Tod gleich kommt.
00:10:00: Asis versteckte ihre Kritik, indem sie ihr Video wie ein Schminktutorial erscheinen ließ und die ersten paar Sekunden vorgab, sie würde einen neuen Mascara ausprobieren.
00:10:09: Bevor sie auf die Menschenrechtsverletzung gegenüber der ökurgischen Minderheit zu sprechen kam.
00:10:14: Nachdem das Video viral ging, sperrte ByteDance – die Firma, die TikTok betreibt – Asis Account.
00:10:19: Da diese aber auch ab Twitter eine erhebliche Followerinenschaft hatte und ihre Sperrung dort skandalisierte, wurde ihr Account wieder entsperrt und Bytedance sprach eine offizielle Entschuldigung aus.
00:10:31: Interessant ist, dass nie zur Debatte stand ob ASIS ihren Account auf TikTok aus Protest darüber löschen würde das beidens bestimmte Inhalte offensichtlich zensieren wollte.
00:10:40: Das Verständnis von Agency das hinter online Aktivismus steht entspricht dem agency verständnis vom poststrukturalistischen theoretiker in wie Judith Butler oder Michelle Foucault in der einer alles durchdringende Macht die Handlungsmöglichkeiten immer vor strukturiert wobei Foucout den Begriff selber nicht verwendet.
00:10:57: Die Idee, eine Agency zu entwickeln die nicht algorithmisch geprägt ist kommt so gar nicht unbedingt auf.
00:11:03: Asis Fall wird oft als Beispiel angeführt das einzelne User in dem Algorithmus nicht ausgeliefert sind im Sinne dass er oder sie ihn zwar nicht umgehen aber durchaus austricksen kann um nicht gewollte Inhalte viral gehen zu lassen.
00:11:16: allerdings bedeutet ein ausgetrickster Algorithmos noch lange nicht dass Asis Video die Lage eines einzigen Uiguren verbessert hätte.
00:11:23: Die Frage nach der Wirksamkeit wurde in dieser Debatte nicht einmal gestellt.
00:11:27: Die Sichtbarkeit, die Awareness und die daraus folgende digitale Empörung waren Erfolgsfaktor genug.
00:11:33: Um das auf ein aktuelles Beispiel zu übertragen, wir wissen dass die Empörung nach der Korrektiv-Recherche in Teilen der Gesellschaft viral gegangen ist und zumindest in Großstädten zu beachtlichen Protesten geführt hat.
00:11:45: Die Awareness war da!
00:11:46: Einfluss auf das Wahlverhalten hat die korrektive Recherche im Folgen aber nicht unbedingt gehabt.
00:11:52: Neben awareness, also dem Benennen von gesellschaftlichen und politischen Missständen und damit seiner Sichtbarmachung ist Repräsentation ein zweiter Kernbegriff digitaler politischer Diskurs.
00:12:03: Auch hier steht eine Sichtbärmachung im digitalen Raum im Vordergrund, deren Ziel sein soll entsprechende Gruppen zu ermutigen ihre Stimme zu erheben und Anspruch auf gesellschaftliche Räume zu ergeben.
00:12:14: Der Begriffet hauptsächlich in emanzipatorischen Diskursen verwendet, findet aber vor allem durch massenhaftes Fluten von KI-generierten Inhalten auch im populistischen und extremistischen Diskors Gebrauch, indem durch Normalisierung von bestimmten Positionen und Bildern Weltbilder verrückt werden sollen.
00:12:31: Repräsentation als Propaganda.
00:12:34: Der Frage nach Repräsentation kann die gesellschaftliche und politische Wirksamkeit nicht grundsätzlich abgesprochen werden.
00:12:41: So gibt es empirische Untersuchungen zum sogenannten Scully-Effekt, in dem fünfzig Prozent aller Zuschauerinnen der TV Serie AKTX angaben – Die Figur de Dana Sculley hätte ihn mutgemacht und sie inspiriert eine Karriere in den Männerdämonierenden Mintberufen zu starten.
00:12:57: Auch werden an Repräzentationsfragen Ressentiments deutlich.
00:13:00: Als in den Neuverfilmungen des Disney-Klassikers Ariel die Mehrjungsfrau spielte, empörten sich konservative und rechte Userinnen unter dem Hashtag NotMyAriel, dass sie sich mit einer schwarzen Ariel nicht identifizieren könnten.
00:13:17: Wobei man sich durchaus fragen kann, wo genau das Identifikationspotenzial mit einer Mehrjungfrau liegt?
00:13:24: Beide Beispiel zeigen aber auch dass die Machtrepräsentation trügerisch und möglicherweise auch gar nicht repräsentativ ist.
00:13:32: Die Scully-Studie bezieht sich ausschließlich auf Frauen, die eine bestimmte Serie gesehen haben.
00:13:37: Es ist nicht klar ob sich das Scully Effekt ausschliesslich darauf bezieht, dass die Figur weiblich war oder Personen, die sich für Serien über extraterrestische Phänomene interessieren, nicht tendenziell sowieso Naturwissenschaften stärker zu geneigt sind.
00:13:51: Im selben Zug wird popkulturell auch vom Legally Blondeffekt gesprochen, einer romantischen Komödie aus dem Jahr zwei Tausend Eins in der die oberflächliche LA-Blondine Elle Woods, der niemand etwas zutraut ein Jurastudium in Harvard absolviert und einen Mord verlöst.
00:14:06: Der Legally blondeffekt beruht auf Aussagen der Hauptdarstellerin Reese Witherspoon nach Erscheinen des Films mindestens einmal pro Woche von einer Frau darauf angesprochen worden zu sein dass sie wegen des Filmes jurastudiert hätte.
00:14:17: Kann man hier wirklich von Repräsentativität sprechen?
00:14:21: ist es nicht eine sehr einfache und bequeme Symbolpolitik, sich auf digitale Repräsentationen zu fokussieren anstatt sich für Forderungen nach und vor allem Umsetzung von strukturellen Maßnahmen zur echter Teilhabe zu engagieren.
00:14:35: Repräsentation geht vom Paradigma aus, dass durch Performance zum Beispiel von Diversität sich eine Gesellschaft automatisch zu mehr Diversitäten entwickeln wird.
00:14:44: Sehen wir auf die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen ist genau das Gegenteil der Fall.
00:14:49: Medien.
00:14:49: theoretisch kann die Sinnhaftigkeit des Repräsentationsbegriffs ohnehin in Frage gestellt werden.
00:14:54: Soziale Medien sind keine Massenmedien wie das Radio oder das Fernsehen, da sie zwar sehr viele Menschen erreichen aber unzählige fragmentierte Öffentlichkeiten erzeugen, die oft kaum noch Überschneidungen haben.
00:15:06: Was soll Repräsantativität in einer Gesellschaft der Singularitäten?
00:15:10: In einem Medium, in dem unzähligen öffentlichkeiten kaum Berührungspunkte miteinander haben überhaupt noch bedeuten!
00:15:16: Hinzu kommt, dass es laut zahlreichen Studien wie zum Beispiel dem Imperva Bad Bot Report mehr Bots als echte Menschen im Internet gibt.
00:15:23: Eine Entwicklung die sich durch synthetische Inhalte durch KI noch in ungeahntem Maße akzellerieren wird.
00:15:31: Im Jahre zwanzig sind soziale Medien keine Grassroots-Plattformen mehr, die allen eine Stimme geben.
00:15:38: Ebenso wie im klassischen Journalismus gibt es Meinungsführerinnen vor allem inform von InfluencerInnen, die Agenda Setting betreiben und Diskurse bestimmen und ausblenden können.
00:15:47: Um in der accelerierten Aufmerksamkeitsökonomie der sozialen Medien bestehen zu können, braucht es enormes kulturelles Kapital im Sinne einer Sprach- und Medienkompetenz.
00:15:56: Der Fähigkeit zum Communityaufbau und zum Netzwerken und bis der Account Reichweiten stark genug ist um ihn kommerzialisieren zu können jede Menge Zeit die in Content Creation und Disseminationsstrategien gesteckt wird.
00:16:09: Das befördert nicht nur die permanente Reaktivität von der ich anfangs gesprochen habe, sondern auch eine passive und durchaus autoritätshörige Grundhaltung von UserInnen.
00:16:19: Es gibt eine Faustregel nach der ein Prozent aller UserInn-Posten neun Prozent kommentieren und neunzig Prozent konsumieren in dem Sinne dass sie keinen eigenen Content produzieren, sondern nur teilen und liken.
00:16:31: Von diesen ein Prozent, die aktiv posten sind auch nur sehr wenige UserInnen reichweiten stark.
00:16:36: Wer als Influencerin in der Plattformlogik bestehen will muss die Empörungslogik bedienen.
00:16:41: Es ist gemeinhin bekannt dass Inhalte besonders dann erfolgreich sind wenn sie stark emotionalisieren weil das viele Reaktionen von UserInn hervorruft und dazu beiträgt dass UserInnn möglichst viel Zeit auf den Plattform verbringen.
00:16:54: Die viel beschworenen Communities sind dabei in den meisten Fällen kein kritischer Diskursraum, sondern ein Resonanzraum und Multiplikator der Statements die eine Influencerin äußert.
00:17:04: Zwar ist Ali Pariz's Konzept der Filterbubble wissenschaftlich mittlerweile umstritten belegt es aber das aufgrund des Informationsüberflusses insbesondere jüngere Use in.
00:17:13: Mittlerweile.
00:17:14: dazu neigen Inhalte die von Freunden oder parasozialen Beziehungsfiguren wie Influenzern geteilt werden mehr Glauben zu schenken als journalistischen Medien.
00:17:23: Man folgt Influencer in, weil man einer Meinung mit ihnen ist und nimmt die Orientierung, die sie sich ihre Meinung geben dankbar und unhinterfragt an.
00:17:30: Kritisiert wird in aller Regel höchstens die persönliche Lebensführung des oder der Influenzerin.
00:17:35: Empörungslogiken funktionieren außerdem dann am besten wenn Sie sich auf die Benennungen und den Appell beschränken.
00:17:41: Die Umsetzung – mit Kompromissen, Zähigkeit, Ausdifferenzierung – ist weitaus weniger reichweiltentauglich, weil sie nicht auf knackige Forderungen reduziert werden kann.
00:17:51: Um auf sozialen Medien sichtbar zu sein, ist es am effizientesten Erregung zu produzieren und die Verantwortung für den Gegenstand der Erregungen extern zu verlagern.
00:18:00: Weil das den erfreulichen Nebeneffekt hat daraus wiedererregend zu produziert weil das Problem nicht schnell genug oder nicht konsequent genug gelöst wird.
00:18:09: Diese Dynamiken bedienen sich alle in den sozialen Medien aktiven politischen Lager.
00:18:15: Das Konzept der Performance wird so absurdum geführt und Empörung wird Ausdruck von strategischer Inkompetenz.
00:18:22: Diesen Begriff habe ich dem Netz feministischen Diskurs entlegt.
00:18:25: Strategische Inkompetenz bezeichnet männliches Bestreben, Kehrarbeit in Partnerschaften zu umgehen indem zum Beispiel Männer so schlecht putzen oder so viele Nachfragen zum Supermarkt Einkauf stellen bis ihre Partnerin die Arbeit freiwillig übernehmen weil es weniger aufwendig ist selber einzukaufen als den Partner anzuleiten.
00:18:42: Auch der empörungsgetriebene politische Diskurs in sozialen Medien bedient sich strategischer Inkompetenz.
00:18:48: Er benennt fleißig Missstände, aber richten sollen es immer die anderen?
00:18:53: Das Verständnis von Agency das insbesondere in digitalen Medien und auch in akademischen Milieus sehr beliebt ist geht davon aus dass Sprache einen so dominanten Einfluss auf die Welt hat, dass sprachliche Performance der entscheidende Hebel für die Veränderung der Wirklichkeit ist.
00:19:08: Im Zuge der steigenden Bedeutung von Bild- und Videokontent muss Sprache hierbei nicht nur linguistisch, sondern auch bildlich verstanden werden.
00:19:15: Werden Gruppen gesellschaftliche Problemstellung oder politische Haltung auf Social Media sichtbar – so die These.
00:19:20: ist das die Grundlage für gesellschaftlichen Veränderungen?
00:19:23: Diese These ist sicherlich nicht falsch und es gibt nicht nur theoretische, sondern zahlreiche empirische Studien darüber wie Sprache die Weltwahrnehmung prägt und auch modifizieren kann!
00:19:33: Nun ist die Sprache in sozialen Medien aber häufig nicht performativ, dass sie Möglichkeiten hervorbringt.
00:19:39: Sondern Ängste als Tatsachen formuliert von ironie- und satonischem Humor durchzogen ist und damit letztlich eher Fatalismus fördert.
00:19:47: Das ist den Rahmenbedingungen der Aufmerksamkeitsökonomie geschuldet.
00:19:50: Ein Tweet umfasst maximal zweihundert achtzig Zeichen.
00:19:53: ein TikTok Video dauert oft kaum eine Minute.
00:19:55: Stories auf Instagram werden im Akkord durchgeswiped.
00:19:58: sollen Inhalte massenhaft geteilt werden, um eine relevante Sichtbarkeit zu erreichen, müssen sie möglichst knallig formuliert sein.
00:20:05: Ästhetisch und rhetorisch entstehen dabei durchaus interessante Aufmuchismen.
00:20:09: Inhaltlich aber werden durch diese Verdichtung Aussagen selten differenziert.
00:20:14: Was als pointierte These gedacht ist erscheint schnell als unumströseliche Tatsache.
00:20:18: Aussagen wie die Demokratie ist gescheitert oder alles ist längs entschieden wirken zwar entschlossen erzeugen aber zugleich ein Gefühl der Aussichtslosigkeit.
00:20:26: Diese Wahrnehmung beruht weniger auf fundierte Analyse als auf raptorischer Ökonomie.
00:20:31: Wer sich dauerhaft in solchen Narrativen bewegt, empfindet Engagement zunehmend als zwecklos.
00:20:37: Gleichzeitig hat sich mit dem Siegeszug von ChatGPT eine neue Form von Longread-Content entwickelt, in der KI generierte Texte gesellschaftliche Verhältnisse als kollektive Erfahrungen beschreiben und eine Evidenz behaupten die Veränderung oder Kritik verunmöglich sind.
00:20:53: Diese Texte, die aufgrund ihrer Länge zumeist in Carousel-Posts auf Instagram in Kachelform veröffentlicht werden sind wie Strophen formuliert, die jeweils aus Einzeilern mit einer starken These bestehen.
00:21:03: Durch die Länge wird eine differenzierte Argumentation suggeriert – tatsächlich besteht diese strophische Darstellung aber aus einer Aneinanderreihung von Tatsachenbehauptungen.
00:21:12: Ein Beispiel ich arbeite gerade mit einer Journalistin an einem Essay über die Selbstdarstellung von Millennialeltern, Diese Community wird gerade geflutet mit Content, in der Millennial Moms mit eben solchen Texten für sich beanspruchen eine besonders stark belastete Elterngeneration zu sein.
00:21:31: Da sie sich als erste Generation kritisch mit der Erziehung ihrer Eltern auseinandersetzen würde nicht nur die Emotionen ihrer Kinder sondern auch der Eltern regulieren müsste um generationale Traumata zu durchbrechen und die erste Generation sei die Kinder ohne ein Dorf großziehen müsse.
00:21:46: Diese Thesen werden vor allem als Legitimation gegenüber dem Vorwurf gebracht, wo Lehrendel-Eltern seien zu überbesorgt, so sensibel und nicht belastbar genug.
00:21:54: Mal abgesehen davon dass diese Behauptungen auf arztorisch und kontrafaktisch sind wird mit dieser konstatierten interfamiliären Überbelastung auch der Rückzug ins private zementiert in einer Zeit, in der gesellschaftliches Engagement nötiger ist denn je.
00:22:08: Die dreißig bis neunundvierzigjährigen sind laut Ergebnissen des sechsten deutschen freiwilligen Service der Bundesregierung die Altersspanne, die die wenigstens stundenwöchentlich für ihren anbliches Engagement aufbringt.
00:22:20: Dieses Phänomen beschrieb der Internet-Theoretiker Douglas Rushkoff bezahlt es in seinem Buch Present Shock When Everything Happens Now.
00:22:28: Seine zentrale These lautet Durch digitale Vernetzung und permanente Beschleunigung befinden wir uns in einem Zustand, in dem Vergangenheit und Zukunft an Bedeutung verlieren und ein dauerhafter Fokus auf die Gegenwart entsteht.
00:22:40: Dieses Jetzt ist geprägt von Überreizung, Unordnung und ständige Aktivität – ein Gegenwachtsschock!
00:22:46: Eines der fünf Kernphänomene, die Rushkoff daraus ableitet nennt er Apokalypto.
00:22:51: Gemeint es damit einen kultureller und psychologischer Zustand in dem viele Menschen mit der Erwartung eines nahenden Zusammenbruchs leben?
00:22:58: Apokalypto beschreibt dabei weniger ein konkretes Weltuntergangs-Szenario, als vielmehr die permanente Ahnung das alles jederzeit kicken könnte.
00:23:06: In einer Welt in den Newsfeeds im Minutentakt neue Krisen präsentieren von Naturkatastrophen bis hin zu geopolitischen Bedrohungen entsteht eine dauerhafte Alarmstimmung.
00:23:15: Dieses latente Endzeitgefühl verdrängt langfristiges Denken und ersetzt es durch eine reaktive Gegenwärtsfixierung.
00:23:22: Wenn jederzeit alles zerfallen kann erscheint politische und gesellschaftliche Handlungen zunehmend sinnlos.
00:23:28: Ruschkopf argumentiert, dass dieses apokalyptische Denken direkt aus dem allgemeinen Present Shock hervorgeht und tief in den Strukturen digitaler Medien verankert ist.
00:23:37: Hierbei muss beachtet werden das Present Shock vor dreizehn Jahren veröffentlicht wurde und neben den Newsfeeds von denen Ruschkov spricht auch reichweitenstarke Influencer-Innenaccounts zu Disseminatoren von politischen Inhalten geworden sind bei denen die Forderung an die Community mit den Posten zu interagieren und den Content zu amplifizieren zum Geschäftsmodell gehört.
00:23:56: Was den heutigen Status quo außerdem von dem von im Jahr die Welt, die die Sprache, die mittlerweile vor allem Bildsprache ist erzeugt wird durch generative KI von Bezügen zur materiellen Welt zunehmend abgekoppelt ist was ich am Beispiel von KI-Slops verdeutlichen möchte.
00:24:15: Der Begriff Slop zu Deutsch Schlamm Tratt um Zwei-Tausendzehn als Begriff in Internetforen für Clickbait und Spam auf ein bezeichnet Massenhaft erzeugten, qualitativ minderwertigen Content der häufig eher Aufmerksamkeit und Monetarisierung als auf Informationsgehalt abzielt.
00:24:32: Eindeutige Klassifikationen fürs Slop als auch Klassifikation Wann Inhalte von UserInnen als Slop wahrgenommen werden sind dabei gar nicht so leicht auszumachen.
00:24:41: Charakteristisch ist aber eine Art oberflächliche Plausibilität.
00:24:45: Die Inhalte wirken auf den ersten Blick echt oder überzeugend, verlieren aber bei genauerem Hinsinn an Genauigkeit und Relevanz.
00:24:52: Vor allen Dingen aber verlieren sie an Substanz.
00:24:55: Content Farm, Social Media Accounts oder auch einzelne Nutzer produzieren so große Mengen an Inhalten um Klicks Werbeeinnahmen oder algorithmische Reichweite zu maximieren.
00:25:05: Studien zeigen, dass diese Form von synthetischem Content besonders gut mit Plattformlogiken harmoniert.
00:25:11: Da sie schnell billig und skalierbar ist und sich effektiv an algorithmische Trends anpassen lässt.
00:25:16: Entsprechend findet man AI-Slop nicht nur in Unterhaltungskontexten sondern auch in der politischen Kommunikation wobei vor allem in Propagandakontexte unter Haltung und politische Statements bewusst vermischt werden.
00:25:28: Berühmt berüchtigt sind hierbei vor allen die Slops aus dem Weißen Haus Donald Trump hand in Hand mit einem Pinguin, der mit ihm durch Grönland watschelt.
00:25:36: Trump als Papst oder Jesusfigur.
00:25:38: Trump, der als Hebamme ein Mini-Trump aus dem Schoß der Freiheitsstatue gebehrt.
00:25:42: Im deutschsprachigen Kontext können die unzähligen KI generierten Songs zur Rettung des Buckelwalds Timmy bzw.
00:25:48: Hope angeführt werden.
00:25:50: Der Guardianjournalist Steve Rose hat das im Januar dieses Jahres veröffentlichten Artikel die Slopaganda Era genannt.
00:25:59: Normativ gesehen beschreibt das den Fleisch oder besser gesagt Bild gewordenen Albtraum, den Baudrillard mit seiner Simulationstheorie beschrieben hat.
00:26:07: Allerdings konzentrierte sich Baudrillard aber auf mediale Phänomene die die Wirklichkeit außerhalb der Zeichen immerhin noch imitieren wollten wie die Darstellung von geschichtlichen Ereignissen in Filmen und Reality Shows.
00:26:18: Der Sinn von Slops liegt aber größtenteils daran dass sie gar keinen Abbild der Wirklichkeiten mehr intendieren.
00:26:23: Beispielhaft kann hierfür das sogenannte Italian Brainrod Phänomen genannt werden, ein TikTok Trend aus dem Jahr twenty-fünfzwanzig.
00:26:30: In dem User in massenhaft absurde KI generierte Bilder von Tieren erzeugten die italienischen Namen Truh zum Beispiel Haie die Turnschuhe tragen und über einen Strand laufen und diese KI Generierte vermeintlich sinnfreies Songs singen ließen.
00:26:43: Zurückzuführen ist das Phänomen auf die Figur des Bombadiro-Crocodilo, ein hybrides Wesen mit dem Körper eines B-septzen Bombers und dem Kopf eines Crocodiles der in anderen Videos auch einen Tüllrock trägt.
00:26:55: Alles nur alberner Quatsch!
00:26:57: Ein Beispiel für den Ancanny Valley.
00:26:58: Humor sozialer Medien?
00:27:00: Im dazugehörigen Video heißt es auf Italienisch dass Bombadirokinder in Gaza und Palästina bombardiert nicht an allerglaubt und Bomben liebt.
00:27:08: In den Kommentarspalten hat das sowohl auf Seiten von pro-Palestinensischen als auch von proisraelischen Accounts massenhaft empörte Kommentare hervorrufen.
00:27:17: Recherchen der Zeit haben ergeben, dass der Account, der das Ursprungsvideo postete, sowohl islamfeindlicher als auch antisemitische KI-Videos auf Russisch gepostet hat mit denen er in einer großen russisch sprachigen Telegramgruppe aktiv ist.
00:27:31: Wie in der mimetischen Kultursoziale am Medien üblich ist Bombardiero-Crocodilo von unzähligen User in aufgegriffen und modifiziert worden, die größtenteils politisch unproblematisch sind und oft in seiner Absurdität und Kreativität wirklich witzig.
00:27:46: Trotzdem hat die massenhafte Verwendung vom Bildmaterial von Bombardiro-Crocodilo dazu beigetragen den Ursprungsaccount und auch die anderen wesentlich offensiver anti muslimischen und antisemitischen Videos in Empfehlungsfiets sichtbarer zu machen.
00:28:00: Das Italian-Brainroad-Phänomen zeigt die Kehrseite der Empörung, eine Indifferenz gegenüber der Realität, die zumindest in Teilen zutiefst zynisch ist.
00:28:08: Bioristin und Journalistin Oeske Inan, die sehr engagiert über Themen wie Migration, Frauen- und Menschenrechte schreibt, per im Interview mit dem Tagesspiegel des Lebensgefühl ihrer Generation in dem Satz Die Welt geht unter aber die Memes sind erste Sahne treffen zusammen gefasst.
00:28:26: Dieser Fatalismus, der aus der Dauerempörung und der daraus resultierenden Resignation entsteht wird leider auch durch die Art und Weise befördert wie über soziale Medien geforscht wird.
00:28:35: Und hier möchte ich auf die Verantwortung der Wissenschaft eingehen.
00:28:39: Die hier geübten Kritik und Frage ob digitale gesellschaftliche Diskurse nicht anders geführt werden müssten richtet sich nicht nur an Onlineaktivistinnen und Journalisten sondern auch an die Wissenschaft.
00:28:50: Die Forschung in den Kommunikations- und Medienwissenschaften über soziale Medien, vor allem die, die es auch an die mediale Öffentlichkeitschaft untersucht in überproportional Maße diejenigen Phänomene sozialer Medien, die Bedrohungen für die Demokratie und die offene Gesellschaft darstellen.
00:29:04: Desinformation, Propaganda, Radikalisierung, Polarisierung, Hate Speech KI generierte Deepfakes.
00:29:10: Hierbei dominieren quantitative Big Data Analysen, die einerseits digitale Phänomene relativieren können.
00:29:16: Zum Beispiel in dem Netzwerkanalysen zeigen, in welchem Ausmaß politische Diskurse nicht die Meinung der Bevölkerung widerspiegeln sondern durch Bot-Netzwerke oder politische Telegram Gruppen orchestriert werden.
00:29:27: Gleichzeitig stellen gerade die quantitativen Analysen aus ihrer Vogelperspektive, die Welt und die Diskurse sozialer Medien auf eine Art und Weise dar.
00:29:35: Die mit der Wahrnehmung und auch der Nutzung der Durchschnittseuser in wenig Gemeinheit und Nuancen und Kontexte nicht immer adäquat erfassen kann.
00:29:43: Daraus resultiert das die Art und Weise wie in der Berichterstattung die Handlungsmöglichkeiten von Userinnen dargestellt werden als auch die aus der Forschung resultierenden Handlungsempfehlungen hauptsächlich reaktiver und defensiver Natur sind.
00:29:55: Wie kann ich Desinformation oder Deepfacts erkennen?
00:29:58: Beziehungsweise, wir können Journalisten sie debanken.
00:30:01: Wie widerspreche ich Verschwörungsmythen?
00:30:03: Welchen Maßnahmen gibt es gegen Newsvertiegs?
00:30:06: Was fehlt sind konstruktive Ansätze die die Agency auch von denjenigen User in Ernst nehmen, die nicht die Media Sevenes haben.
00:30:13: um Timis virale Überlebenshymne er hat sich das nicht ausgesucht sofort als KI-Slub identifizieren zu können und Möglichkeiten eruieren auch ihnen Agenda-Setting zu ermöglichen.
00:30:23: Mal mehr, mal weniger viral.
00:30:26: Hierzu zwei Beispiele aus Theorie und Praxis.
00:30:29: Ich habe letztes Wintersemester mit dem Politikberater Martin Fuchs ein Seminar gegeben in dem wir einen WhatsApp Messenger-Konzept für ein Mitglied des Deutschen Bundestages entwickelt haben.
00:30:38: Den Impuls hat Martin Fuchs aus Beobachtung seiner Arbeit gegeben, dass Parteien und Politikerinnen Messenger-Dienste in der externen Kommunikation bisher nicht flächendeckend nutzen.
00:30:48: Obwohl Messenger sowohl in der Contentproduktion als auch an der Dissemination extrem niedrigschwellig sind und sich daher auch zum Beispiel gut für Kommunalpolitik eignen, wo die Ressourcen und Kompetenzen im Bereich Social Media meistens eher begrenzt sind.
00:31:01: Von der Nutzerstruktur gibt es keine Plattform, die von sämtlichen Altersgruppen so intensiv genutzt wird wie WhatsApp.
00:31:07: Wir haben keine einzige Handlungsempfehlung recherchieren können, die sich mit konstruktiven Möglichkeiten von Messenger-Diensten in der politischen Kommunikation im deutschsprachigen Raum beschäftigt.
00:31:17: Denn leider ergreifen diese Möglichkeiten wie so oft eher populistische Akteurinnen – so ist zum Beispiel bekannt als Jair Bolsonaro im Wahlkampf in Brasilien in großem Stil des Informationskampagnen über WhatsApp entländlichen Gegenden lanciert hat, wo aufgrund der schlechten Bandbreite WhatsApp das einzige funktionierende digitale Medium ist.
00:31:35: Auch in der Forschung über politische Messenger-Kommunikation dominieren Untersuchungen zu Desinformationen und politischer Radikalisierung über Messengerkanäle.
00:31:44: Forschung für konstruktive Nutzung findet sich eher im Bereich über zivilgesellschaftliches Engagement oder Themenzentrierte Communities.
00:31:51: Hinzu kommt, dass die Forschung auch im deutschsprachigen Raum – ich betone das da die Nutzungsplattform von Social Media Plattform kulturell kontingent ist und Forschung aus anderen Ländern nur begrenzt übertragen werden kann – auf Telegram konzentriert.
00:32:03: Das hat einmal den Hintergrund, dass Telegram aufgrund seiner Historie als Netzwerk- und Informationskanal der russischen Opposition sich je wieder Form von Regulierung verweigert, da dies als Eingriff in die Meinungsfreiheit gewertet wird.
00:32:15: Und die Plattform entsprechend auch ein Biotop für Desinformationen und Radikalisierung ist.
00:32:20: Es hat aber auch den ganz praktischen Hintergrund das die API, die mit Stelle von Telegram offen und kostenlos zugänglich ist und es somit leicht ist große Datensätze zur Auswertung zu scrapen und auszuwerten.
00:32:32: Und um auch im Hinblick auf die Forschung, auf den Begriff der Repräsentation zurückzukommen, der im digitalen politischen Diskurs so eine zentrale Rolle spielt.
00:32:40: Telegram wird in Deutschland von lediglich sechzehn Prozent der Bevölkerung benutzt wie an der Umfrage von Statista-Consumer Insights zweitausendfünfzwanzig ergeben hat.
00:32:48: Auch wenn Inhalte und Diskurse sich plattformübergreifend verbreiten können aber auch nicht zwingt müssen sehr viele Diskursen bleiben.
00:32:54: plattformspezifisch ist es selbst bei einer Studie die Millionen von Posts auf Telegram Gruppen mit sechsstelligen Abonnentinzahlen untersucht fragen wie repräsentativ diese Studie ist.
00:33:04: Auch wissenschaftsteoretisch muss man sich fragen, wie die Legitimation einer Untersuchung aufgrund ihrer beanspruchten Repräsentativität in Big Data Analysen eingeordnet werden kann?
00:33:15: Erstens sind digitale Öffentlichkeiten, wie bereits ausgeführt so fragmentiert und oft mehr oder weniger in sich geschlossen.
00:33:22: So dass die Sinnhaftigkeit des Repräsentationsbegriffes infrage gestellt werden muss weil Repräzentativität eine Relationalität bezeichnet und daher nur dann Sinn macht wenn es eine Durchlässigkeit zu anderen Merkmalung Positionen gibt.
00:33:34: zweitens viel banaler angesichts der schier unendlichen Datenmengen, die jeden Tag in sozialen Medien produziert werden und der im Vergleich dazu unendlich kleinen Datenmenge – die Userinnen auch bei sehr hoher Bildschirmzeit wahrnehmen – kann selbst ein Phänomen das auf der Untersuchung von Millionen von Beiträgen basiert und bedingt repräsentativ sein.
00:33:52: Der Literatur- und Medienwissenschaftler Boris Nordenboos, der in der Uni Amsterdam zu Verschwörungsmythen im Mittel- und Osteuropa forscht, nannte das auf einem Kalogpherium einmal den Versuch, Methoden des zwanzigsten Jahrhunderts auf Probleme des einundzwanzigste Jahrhunders anzuwenden.
00:34:07: Die starke Fokussierung auf bedrohliche Phänomenien der Forschung, die in der journalistischen Berichterstattung gerne aufgegriffen werden, trägt leider auch ihren Beitrag dazu bei Empörungstynamiken und ein Gefühles ausgeliefert seines zu
00:34:18: verstärken.".
00:34:19: Die Bevorzugung von emotionalisierenden Inhalten durch Algorithmen beschreibt auch ein Strukturprinzip des Journalismus, zumal an das Journalismus der sich mittlerweile auch sehr stark in sozialen Medien abspielt.
00:34:30: Bad News ist Good News weil er eben starke Emotionen hervorruft aber bei allem ernst gemeinten Aufklärungsimportus unwillendlich zur Verzerrung beitragen kann.
00:34:39: Sowohl das Miede im Polarisierungsbarometer der TU Dresden als auch das Wissenschaftsbarometer twenty-fünfzwanzig, der Organisation Wissenschaft im Dialog sagt aus dass die Gesellschaft zwar als zunehmend und unversöhnlich polarisiert wahrgenommen wird.
00:34:52: Die tatsächliche Polarisierung aber gar nicht so stark ist.
00:34:55: diese verzerrte Wahrnehmung hat viel damit zu tun wie über Polarisierungs Phänomene berichtet wird die womöglich nicht so repräsentativ sind wir es aufgrund ihrer medialen Präsenz den Anschein hat.
00:35:06: Verstehen Sie mich nicht falsch, es ist fundamental wichtig Gesellschafts- und Demokratiezersetzende Dynamiken in sozialen Medien zu untersuchen und darüber zu berichten.
00:35:15: Der massive Fokus die vermeintliche Repräsentativität aber ist nicht nur problematisch sondern auch paternalistisch weil sie UserInnen letztlich die Handlungsmöglichkeiten und auch die Eigenverantwortung abspricht.
00:35:25: Letztlich geht ein Großteil der Forschung von der Allmacht der Algorithmen aus.
00:35:29: Aber auch wenn das Internet von undurchschaubaren Netzwerken durchsetzt ist, die Diskose intenzional verzerren.
00:35:35: Und auch wenn synthetische KI-Inhalte soziale Medien fluten – noch ist es, dass sie ein freies Land und niemand wird gezwungen, Empördhundertstories zu teilen anstatt sich einer zivilgesellschaftlichen Organisation anzuschließen oder Mitglied einer Partei zu werden?
00:35:48: Der Zeitredakteur, der den zweifelhaften politischen Hintergründe des ersten viralen Bombardiero-Crocodillo-Videos erforscht hat, hat sich keiner technisch oder intellektuell ausgeklügelten Methoden des investigativen Journalismus bedient.
00:36:00: Er hat sich schlichtweg das Userprofil des Videos und die anderen Posts angesehen.
00:36:05: Dazu ist wirklich jeder in der Lage!
00:36:07: Um eine Agency der Userin zu fördern müsste die Forschung – ich kann von mir selber sagen dass man das sowohl als ehemaliger Journalistin sich vom Paradigma entfernen, dass dem Hass und den Irrsinn der in sozialen Medien ja tatsächlich rassiert, rationaler Aufklärung im Sinne von Media Literacy-Kampagnen entgegenzusetzen sind.
00:36:26: Sondern sich eher mit Wegen auseinanderzusetzen, User in Möglichkeiten zu geben die Emotionalisierung durch Inhalte, mit denen sie so konfrontiert werden, zu reflektieren und konstruktiv damit umzugehen.
00:36:37: Brauchen wir also eine konstruktive Wissenschaft über soziale Medien sowie es einen konstruktiven Journalismus gibt?
00:36:43: Ich habe kürzlich einen Vortrag der Kommunikationswissenschaftlerin Anna Letinenko von der FU Berlin gehört, die zu Propaganda im Journalismus und sozialen Medien forscht.
00:36:52: Sie plädiert aus den eben angeführten Gründen für eine solution-orientated research, die sich stärker auf das Publikum nicht auf die Disseminatoren konzentriert und viel interdisziplinärer und vor allem kontextorientierter arbeitet.
00:37:04: Forschung, die nicht nur auf Möglichkeit innerhalb der Plattform selbst beschränkt sondern online offline Dynamiken und Formate untersucht und entwickelt.
00:37:12: Nun kann man diesen Ansatz einer lösungsorientierten Forschung problematisch finden.
00:37:16: Wissenschaft ist kein Aktivismus, sie muss ergebnisoffent sein und ihre Schlüsse nach nahvollziehbaren, rationalen und möglichst objektiven Kriterien und Methoden transparent begründen können.
00:37:26: Die Freiheit von Forschung und Lehre ist in Artikel fünf des Grundgesetzes verbrieft.
00:37:30: Damit geht auch die gesellschaftliche Verantwortung anher nicht nur Möglichkeiten zur Verteidigung sondern auch zum Gestalten aufzuzeigen gemäß den Kriterieren die gute wissenschaftliche Praxis ausmachen.
00:37:41: Was können also User-Innen, Journalistinnen und Forscherin tun um den digitalen Empörungsmodus in konkretes Handeln zu überführen?
00:37:48: Denn die bindet enorme Mengen an Ressourcen, die für konkretes gesellschaftliches Engagement fehlt.
00:37:53: Eine Kritik, die Afghani Morozov schon Zwei Tausend Elf Internet Delusion The Dark Side of Internet Freedom angebracht hat.
00:37:59: Wie viel Energie würde frei werden wenn das ständige Teilen und Kommentieren von Aussagen über die man sich empört dafür eingesetzt werden würde die Verhältnisse die man kritisiert zu ändern?
00:38:10: Vielleicht wundern Sie sich, dass ich in diesem Vortrag die Algorithmen, die die Sichtbarkeit und Dissemination von Inhalten- und Diskursen auf Social Media maßgeblich prägen.
00:38:18: Eher als weißes Rauschen denn als allmächtiges Strukturationsprinzip thematisiert habe gegen das der einzelne Durchschnittshuser vor allem der ohne ausgeprägte Medienkompetenz ohnmächtig ist?
00:38:29: Um auf den Begriff der Agency zurückzukommen Der Algorithmus ist ein mächtiges und vor allem volatiles und intransparentes Strukturationsprinzip, dass die Handlungsspielräume in sozialen Medien, die vor allem diskursive Spielräume sind, vorgibt.
00:38:41: Auch wenn es möglich ist, die Algorithmen zu umgehen wie am Beispiel von Feroze Aziz gezeigt wurde.
00:38:47: Wie Algorithme reguliert werden können?
00:38:48: Wie Propurganda und Desinformation eingedämmt werden kann betrifft Fragen der Governance, die für allen Juristinnen versuchen können.
00:38:55: Trotzdem wird sich mittelfristig vermutlich wenig daran ändern, dass die Funktionsweise von Algorithmen und Plattformlogiken fundamental modifiziert wird.
00:39:02: Im Gegenteil ist die Bereitschaft der Betreiber von Tech-Plattformen wie Mark Zuckerberg oder Elon Musk in immer geweringerem Maße bereit, Inhalte zu regulieren.
00:39:11: Trotzdem würde ich dafür plädieren das doch recht deterministische Verständnis vom Einfluss der Algorithme, postdoctoralistischen Theorien entspricht in Fragestellen zu wollen.
00:39:24: Sieht man sich zum Beispiel den Agency Begriff an den Anthony Giddens, Im Zentrum steht dabei die Idee der Dualität von Struktur.
00:39:44: Strukturen verstanden als Regeln und Ressourcen sind nicht nur einschränkende Rahmenbedingungen, sondern zugleich die Voraussetzung dafür das Handeln überhaupt möglich ist.
00:39:52: Sie existieren nicht unabhängig von Handlungen, sondern werden erst durch wiederholte Praxis stabilisiert.
00:39:58: Agency-Struktur sind daher nicht getrennt, sondern untrennbar miteinander verschränkt.
00:40:02: Die Struktur hat aber nicht das Primat, dass zum Beispiel die Macht bei Foucault hat.
00:40:06: Aber auch Giddens proklamiert keinen absoluten Freiheitsbegriff.
00:40:09: Agency ist für ihn immer eingebettelt in soziale Kontexte, Machtverhältnisse und ungleiche Verteilung von Ressourcen.
00:40:17: Für Giddins ist Agency eng mit Wissen und Reflexivität verbunden.
00:40:21: Akteure verfügen über ein praktisches Bewusstsein das ihnen erlaubt, routiniert zu handeln ohne ihr Handel ständig explizit reflektieren zu müssen.
00:40:29: Gleichzeitig gibt es ein diskursives Bewusstseint durch das sie ihr Handeln begründen und erklären können.
00:40:34: Agency zeigt sich besonders in der Fähigkeit, Handlungen auch anders auszuführen.
00:40:39: Could have acted otherwise – ein zentrales Kriterium vor Handlungsfähigkeit.
00:40:44: Der Present Shock, den Douglas Rushkoff beschreibt, lähmt mit dieser Handlungsfähigkeit und fördert den permanenten Reaktionsmodus.
00:40:51: Soziale Medien sind aber seit mittlerweile gut zwanzig Jahren fester Bestandteil der Gesellschaft.
00:40:56: Das diskursive Bewusstsein über das eigene Handeln und die eigene Wirksamkeit in sozialen Medien kann durchaus gefördert und eingefordert werden.
00:41:03: Wir sind nicht mehr in der digitalen Pubertät, das Internet ist kein Neuland mehr.
00:41:08: Ich habe gintens Agency-Ansatz gewählt da ein Ansatz welt indem Individuen weder vollständig Determiniert noch völlig frei sind sondern sich in einem dynamischen Wechselspiel von Strukturen Praxis bewegen.
00:41:20: Das kann ein Ansat sein um Wege zu finden dem Gefühl bzw Der Behauptung des ausgeliefert seins entgegenzutreten.
00:41:27: Die Präsidentschaftswahl in Ungarn hat gezeigt, dass trotz einer beispiellosen Desinformationskampagne auf Social Media und jahrzehntelanger Propaganda sich die Verhältnisse ändern können.
00:41:36: Was kann man von der Kampagne des Wahlsiegers Peter Morgia lernen?
00:41:40: Einmal das gesellschaftliche Debatten nicht ohne Social Media stattfinden können!
00:41:44: Morgias und sein Team wussten und wissen sehr gut wie man das Insta-Game spielt.
00:41:48: Er war aber nicht nur in seiner eigenen Bubble unterwegs sondern auch bekannt dafür auf zahlreichen Fides.
00:41:53: Social Media Profilen Kommentare zu verfassen.
00:41:56: Das war natürlich nicht nur er, sondern sein gesamtes Social-Media-Team.
00:41:59: Aber er war mit seinen Positionen und seinem Gesicht auch außerhalb seiner Bubble präsent.
00:42:04: Vor allem aber hat er digitale Medien genutzt um über Apps Freiwillige zu mobilisieren und zu vernetzen und war bei einem langen Zeitraum in sämtlichen Regionen unganzpräsent, hat mit der Bevölkerung vor Ort gesprochen und hat die konkreten Probleme dort adressiert – natürlich auch über die Darstellung auf Social Media!
00:42:20: Peter Morgia ist ein gutes Beispiel dafür, wie Vernetzung und physische Begegnungen eine omnipresente mediale Propagandamaschine zumindest für diese Wahlperiode aushebeln können.
00:42:31: Was kann man daraus lernen?
00:42:32: Zunächst einmal sich aus dem online-aktivistischen und akademischem Paradigma zu lösen, dass Sprache alles verändern kann.
00:42:38: Narrative verändern die Weltwahrnehmung aber nicht die Welt selbst – mit Husserl könnte man fördern.
00:42:43: zurück zu den Sachen selbst!
00:42:45: Das heißt weniger diskursive Empörung, weniger sich ausruhen darauf das man doch seinen Teil beigetragen hat zur Awareness und zur Sichtbarkeit, zur
00:42:52: Repräsentation.".
00:42:54: Das heißt auch für Journalismus und Wissenschaft, die Bedeutung und die Erfolge einer Debatte nicht unbedingt daran messen wie viral sie online war sondern zu untersuchen welche Resonanz und Wirkmächtigkeit sie außerhalb ihrer Community und auch außerhalb des digitalen Raums erzeugt.
00:43:08: Nicht nur Forschungs- und Diskussionsobjekte auswählen, die die Empörungswelle weiter nach vorne treiben, sondern auch nach Lösungswegen suchen, die kreativer sind als einfach nur zu versuchen die Büchse der Pandora wieder zu schließen.
00:43:20: Wer sich in seinem konkreten Umfeld vor seiner Haustür umsieht, bezahlreiche Möglichkeiten finden gesellschaftliche Veränderungen herbeizurufen.
00:43:27: Lokale Gruppen auf Social Media können dabei helfen sie hierfür zu vernetzen.
00:43:31: Das ist vielleicht nicht so sexy wie sich auf ex-Reichweiten stark über Trump zu erschoffieren aber es ist wesentlich effektiver.
00:43:37: und vielleicht gehört das auch zur kritischen Hinterfragung von digitalem Engagement ob Veränderungen immer unter Halsam und Sexdesign und Publikum erzeugen müssen, oder ob es nicht auch einfach oft zäh und kleinteilig ist und erfordert mit Menschen zu reden.
00:43:51: Mit deren Haltung man nicht immer übereinstimmt ohne dass eine ganze Community hinter einem steht.
00:43:56: Zwischen Media kann dabei helfen, diese Veränderung voranzutreiben, indem die Plattform weniger zur Erzeugung von Aufmerksamkeit verwendet werden.
00:44:03: Sondern stärker zu Vernetzung, zu Organisationen und Informationen, wo welche Begegnungen sie physisch digital oder hybrid stattfinden können um mehr reale Mobilisierung und weniger digitale Empörung zu fördern.
00:44:15: Natürlich wird auch digitale Mobilisierung weiter ein wichtiger Bestandteil gesellschaftlichen Engagements sein.
00:44:21: Aber auch hier kann sich A. jede einzelne Usain als auch B. Influencer in politische und journalistische Kommunikatorien fragen, ob bei aller Notwendigkeit sich den Funktionsweisen der Algorithmen anzupassen nicht doch eine Sprache möglich ist die weniger apodiktisch und weniger fatalistisch ist.
00:44:37: mehr zum Handeln und zur Veränderung aufrufen.
00:44:40: Letztlich lässt sich der Appell dieses Vortrags mit einem sehr Instagram-tauglichen Zitat von Elvis Presley zusammenfassen.