Hörenswertes im Bistum Erfurt

Hörenswertes im Bistum Erfurt

Vorträge, Interviews und Predigten

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:06: Hörenswertes,

00:00:07: Ihr Podcast aus dem Bistum Erfurt.

00:00:09: Und der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Erfort.

00:00:19: Herzlich willkommen!

00:00:20: In dieser Podcastfolge hören Sie einen gekürzten Mitschnitt des politischen Salons im Kulturhaus Dacheröthen in Erforts.

00:00:27: zur Frage – Femizide?

00:00:28: Woher kommt die Gewalt gegen Frauen?

00:00:30: und ich ergänze auch gleich was können wir dagegen tun?

00:00:34: Ich bin Ulrich Böhme.

00:00:35: Meine Gäste sind Petra Hildesheim, Sozialpädagogin vom Frauenzentrum Erfurt Dr.

00:00:41: Udo Tiedjen, Richter am Landgericht Erfhurt und einer der beiden Vorsitzenden des Thüringer Richter-Bundes Laura Bacchis, Journalistin und Buchautoren.

00:00:50: Mit dem Thema Femizide und Gewalt gegen Frauen hat sie sich in dem Buch alle drei Tage warum Männer Frauen töten und was wir dagegen tun müssen beschäftigt.

00:01:00: Wir wollen vor allem mit Ihnen dem Publikum ins Gespräch kommen, wenn Sie Fragen haben melden sie sich bitte.

00:01:05: Und noch ein wichtiger Hinweis an diesem Abend reden wir über schwerste Gewalttaten deren Opfer Frauen sind.

00:01:11: es werden auch Tathergänge beschrieben.

00:01:14: Da diese Einleitung aus technischen Gründen vor der Veröffentlichung als Podcast jetzt noch ergänzt wird, gebe ich einen konkreten Hinweis.

00:01:22: Schon in den ersten Minuten der Diskussion wird einer der Teilnehmer die Frage stellen, warum eine Frau die Gewaltbeziehungen, in der sie sich befand, nicht einfach verlassen hat?

00:01:31: Damit entsteht der Eindruck einer Täter-Opfer umkehrt... Zugespitzt gesagt, die Frau kann doch einfach gehen und schon wird ihr nichts passieren.

00:01:39: Im Laufe der Diskussion wird diese Aussage immer wieder aufgegriffen, kritisiert und widerlegt.

00:01:44: Es war gerade die Stärke dieses politischen Salons das sich eine lebhafte und kontroverse Diskussion entwickelt hat.

00:01:51: Am Anfang des Gesprächs am zehnten März, in Erfurt ging es vor allem um die Definition des Begriffs für Mezide und um die juristische Einordnung.

00:02:01: Wir steigen nun direkt in das Thema ein mit der Beschreibung eines Fals aus dem Buch Alle drei Tage von Laura Bacchus und Magarita Betoni.

00:02:09: Ich zitiere Stefanie K ist neununddreißig Jahre alt lebt in Rostock und hat drei Kinder.

00:02:15: Mit Christian B war sie ein knappes Jahr zusammen.

00:02:18: Wenige Wochen nach der Trennung stieß er sie während eines Streits aus dem Fenster.

00:02:23: Als sie unten auf dem Boden lag, starre ihr mit einem Küchenmesser in den Hals.

00:02:27: Er ist angeklagt wegen versuchten Mordes.

00:02:30: Laura Backe setzt fort.

00:02:32: Es war Alkohol im Spiel.

00:02:33: also das entschuldigt nicht die Taten aber bei ganz vielen Fällen sind die Täter vorher unterdrogen oder alkoholisiert.

00:02:40: es ist nicht so dass Sie alle kaltblütig morgens beim Frühstück diese Tat begehen.

00:02:46: Sie trinken sich in die Mut an oder was auch immer.

00:02:50: Die hatten vorher ständig Streit, das war Polizei bekannt.

00:02:54: Mehrmals hatten Nachbarn die Polizei gerufen weil es zum Streit kamen.

00:02:58: Die haben sich draußen auf der Straße gestritten und dann ist deshalb die Polizei gekommen.

00:03:03: Wie später rauskam, war der schon früher verurteilt wegen Vergewaltigung seiner Ex-Freundin.

00:03:10: Das heißt dieser Typ war dermaßen Polizei bekannt Und Stefanie erzählte dann eben vor Gericht, dass irgendwann als mal nachts – also auch als die sich betrunken gestritten haben – kam anscheinend eine Polizistin zu ihr und sagte sowas wie lassen sie den Finger von dem Mann.

00:03:28: Der ist gefährlich so nach dem Auto.

00:03:29: Dann fragte sie halt irgendwie was soll das?

00:03:31: Und dann sagte die Poliziste nichts mehr.

00:03:34: Das heißt da gab es ganz viele Möglichkeiten zu sehen.

00:03:39: Es gibt hier ein Täter der wiederholt Gewalt ausübt.

00:03:43: Es gibt offensichtlich eine Frau, die nicht denkt.

00:03:47: Erst mal nicht denkt es wäre ne gute Idee sich zu trennen sondern denkt ach passt schon irgendwie und hat sich ja getrennt.

00:03:53: das ist leider exemplarisch dass dazu wenig passiert.

00:03:56: wenn also wenn es endlich mein Polizei bekannt ist dass dann trotzdem zu wenig passiert Ja ich habe's genau gesehen.

00:04:07: Ich meine, ich habe gelesen dass Australien und Großbritannien schon soweit sind.

00:04:13: Dass Straftäter die auffällig geworden sind mit Gewalttaten gegenüber Frauen mittlerweile in einem Register festgehalten werden und das daran gearbeitet wird, dass anderen Frauen potenziellen neuen Öpfeln diese Namen bekannt gemacht werden können.

00:04:30: Und jetzt frage ich mich eben, oder jetzt frag ich den Richter im Besonderen hätte diese Polizistin ohne... also ich meine wahrscheinlich spricht dem ja der Datenschutz entgegen das die Polizisten jetzt nicht gemacht hat oder?

00:04:43: Ja und jetzt wäre meine Frage wäre es sinnvoll zumindest dass so aufzuweichen wie's dort vielleicht auch geplant ist

00:04:51: unbedingt Ich glaube, wir reden später noch mal viel ausführlicher darüber was man tun kann.

00:05:00: Was man mehr machen kann.

00:05:01: aber es gibt zum Beispiel in Schleswig-Holstein ein Hochrisikomanagement das nur ganz kurz und die größte Hürde war dass sie das Gesetz ändern mussten um den Datenschutz zu lockern.

00:05:15: ja weil eben anscheinend Behörden dürfen einander den Datenschutz übergehen, um irgendwie Gefahr im Verzug.

00:05:22: Aber wenn bei Hochrisikofällen natürlich auch Frauenhäuser oder Frauenberatungsstellen involviert werden müssen die ja im Zweifel super viel Wissen haben, ja?

00:05:32: Die dürften nicht informiert werden von der Polizei und natürlich einen Opfer erst recht nicht.

00:05:38: Wenn es um Gewaltkurve ist ja schon Opfer Und genau, die haben dann einfach das Gesetz geändert oder ändern müssen.

00:05:45: Das zeigt aber auch wieso es in anderen Bundesländern nicht so einfach übertragbar ist und ich finde also als mir das zum ersten Mal jemand erklärt hat dass das Datenschutz der Grund dafür ist, dass Leute nicht geschützt werden können.

00:05:57: Ich bin wirklich fast vom Stuhl gefallen.

00:05:59: Wie würden sie das juristisch bewerten?

00:06:03: Ja ein solches Register ist mir jetzt nicht bekannt, dass das gibt.

00:06:06: Es wäre sicher eine Möglichkeit.

00:06:09: Ist die Frage wie man's dann tatsächlich umsetzt.

00:06:12: Was es allerdings gibt, nach Sexualdelikten sind sogenannte Hetzpatienten die bekommen Fußfessel.

00:06:22: Neuestens ist auch ja angedacht teilweise schon eingeführt worden eine so genannte spanische Fußfessel dass dann das Opfer der vorherigen Sexualtat in den Nachricht bekommt wenn der Täter mit der Fußfesse in einem bestimmten Bereich nahe kommt, also räumlich nahe.

00:06:46: Das wäre eine Möglichkeit um das frühzeitig zu informieren dass es sich dann auch schon suchen

00:06:54: kann.

00:06:57: Es gibt ja auch verschiedene Risikofaktoren, die man schon vorzeitig erkennen kann.

00:07:02: Also wobei vorzeitig immer relativ ist.

00:07:06: Zum Beispiel kontrollierendes Verhalten des Täters, häustliche Gewaltdrohungen, Stalking, Vergewaltigung, Drogenkonsum des Täter, Arbeitslosigkeit, Trennungssituationen... Inwiefern haben Sie das in Ihrem Buch vertieft?

00:07:20: Dass das greifbar wird für Außenstehende nicht betroffen sind, die mit der Thematik vielleicht auch überhaupt noch nie konfrontiert worden sind?

00:07:32: Ja ich fand es tatsächlich ganz interessant einfach das so aufgezählt zu sehen und an den als wir über die konkreten also wir konkrete Fälle recherchiert haben.

00:07:42: Mit Frauen über lebenden gesprochen haben oder auch Fälle rekonstruiert haben dass eben ganz oft die Täter peinliche Klischeelsachen gesagt haben, wie du gehörst mir oder was willst du mit deinen Freunden?

00:07:58: Was willst du da?

00:07:59: wir sind doch jetzt zusammen.

00:08:01: Das sind so sage ich finde wenn man die so hört das ist für mich fast unglaubwürdig aber ganz oft es genau dass passiert.

00:08:09: das hat wirklich nach und nach diese frauen isoliert wurden und dann auch gesagt haben ja dann habe ich mich halt nicht mehr meinen freund getroffen oder bei der Familie weil ich wollte halt kein Stress.

00:08:21: Ich kann das auch irgendwie nachvollziehen, man liebt ja seinen Partner auch.

00:08:26: Diese Frauen sind ihr erst mal freiwillig mit diesen Männern zusammengekommen und für viele Frauen ist er auch ehrlicherweise eine Beziehung oder eine Partnerschaft das wichtigste Ziel.

00:08:37: so Und das gibt man nicht einfach auf und dann lässt man es halt mit sich machen.

00:08:44: Es herrscht aber sehr wenig Bewusstsein darüber bei den betroffenen Frauen, aber natürlich dann auch im Umfeld dass das eine zum anderen führen kann.

00:08:53: Also dann war irgendwie Geldsorgen wurde als Problem genannt.

00:08:56: Das weiß man auch als Familie.

00:08:58: oder ja der hat mal geschlagen.

00:08:59: Das kriegt man vielleicht auch mit und wir haben uns böse gestritten.

00:09:01: Aber wenn man irgendwie ganz viele von diesen Anzeichen hat, dass das irgendwie das Ganze zu einem Hochrisiko vormacht ist die wenigsten klar Wie man das wiederum im Umfeld, welche Verantwortung man da hat.

00:09:17: Was man weiß ist glaube ich sehr, sehr unterschiedlich.

00:09:20: Ich glaube dass wissen Sie selber es gibt Paare Da weiß man Dass ganz schön viel.

00:09:26: in den Argen liegt und fragt sich Ist das gut oder schlecht?

00:09:28: Und wie spreche ich meine Freundin an?

00:09:30: Ich kenne aber auch Partnerschaften.

00:09:32: die haben sich Leute getrennt und hinterher kam dann was weiß ich was für Abgründe raus und man hatte wirklich keinen belassen Schimmer.

00:09:41: Darf ich vielleicht an der Stelle auch was

00:09:42: sagen?

00:09:42: Ja, natürlich.

00:09:43: Gerade

00:09:43: ein Fallein den ich vor kurzem gelesen habe weil wir den

00:09:46: in

00:09:47: einen anderen Strafverfahren mit Einbeziehen müssen.

00:09:50: da ging es auch darum dass dann ein Mann seine Partnerin getötet hat aber die waren schon ein ganz komisches Bra.

00:10:02: also er hat sie ständig geschlagen.

00:10:05: Sie hat sich trotzdem aus der Partnerschaft nicht gelöst und irgendwann fragt man sich dann schon als geneichter Leser, warum hat sie es dann so lange mit diesem Mann ausgehalten?

00:10:15: Wenn er sie ständig drangsaliert hat, gepeinigt hat geschlagen hat.

00:10:19: Und schließlich ist es dann zu einer Tötung gekommen.

00:10:23: Erst mal Frau Hildesheim und dann die Frage aus dem Publikum.

00:10:26: Genau also das ist glaube ich auch so ein Thema was bei uns in der Beratung Vielleicht für uns auch manchmal so Fragezeichen hinterlässt, wenn eben Frauen aus solchen Gewaltsituationen berichten oder solchen Partnerschaften.

00:10:39: Dass man natürlich am liebsten auch sagen würde hey geh einfach raus es wird wahrscheinlich nicht besser als es wird wohl eher noch schlimmer und das ist aber vielen Frauen wirklich schwer fällt sich daraus zu lösen und eben genau aus dem Grund weil man eben eine gute Partnerschaft möchte und immer wieder dieses Vertrauen hat, es wird bestimmt besser oder ich kann das lösen.

00:11:00: Ich kann das machen also ich kann etwas tun.

00:11:03: aber Es ist wirklich schwierig sich das anzuhören Und zu akzeptieren dass die frau des entscheidet dass nicht wir das entscheiden können und dürfen sondern sie alleine entscheidet das und

00:11:17: Ja.

00:11:17: und was ich noch dazu sagen wollte es gibt zu einer gefährdungsanalyse gibt es eine eigentlich eine sehr, sehr gute App, die entwickelt wurde in Berlin von einem Start-up Unternehmen.

00:11:28: Die sich genau damit beschäftigt und die zu einer sehr großen Prozentzahl voraussagen kann bin ich gefährdet oder nicht?

00:11:37: Es gibt einen Fragebogen.

00:11:39: es gibt einmal so ein kurzen Frageboggen von sieben Fragen den man relativ schnell in der Beratung nutzen kann.

00:11:44: Es gibt aber auch einen sehr langen Frageboden der vielleicht so zwanzig bis dreißig Minuten dauert wo genau gesagt wird In den nächsten drei Monaten wird es in dieser Beziehung eine Gewalttat geben oder es wird ein, also in mehreren körperliche sexualisierte Gewalt finanzielle Gewalt digitalisierte Gewalt.

00:12:04: Also alles das kann diese App sehr gut herausfinden und wir hatten eine Fortbildung zu dem Thema und wir möchten eigentlich gern auch als Frauenzentrum gerne mit dieser App arbeiten.

00:12:15: Es gibt wohl acht Bundesländer wo mit dieser app gearbeitet wird.

00:12:20: Es ist eine KI-gesteuerte App.

00:12:22: Aber sie scheint einen sehr, sehr großen Wirkung zu haben.

00:12:26: Ich glaube, ich glaube, dass es in der Voraussage, dass etwas passieren kann.

00:12:31: Und ich denke das ist schon eine große Hilfe wenn man das weiß und wenn man mit den Frauen darüber sprechen kann.

00:12:39: Jetzt bitte die Frage aus dem Publikum.

00:12:42: Ja also vielen Dank nochmal für Ihre Zusammenfassung.

00:12:45: Herr Tietin, ich würde Sie einfach bitten bei so einer Frage zu bedenken, dass viele Betroffene beziehungsweise Opfer sich dadurch ja auch angegriffen fühlen könnten.

00:13:00: Auch wenn sie nicht so gemeint haben würde ich sagen das die Aussage ja auch bei manchen die berühmt brüchtigte Täter-Opfer um Kehr gleich assoziiert.

00:13:11: Sicherlich so gemein.

00:13:13: Das glaube ich Ihnen aber... Alles völlig klar, weil ich habe früher auch so gedacht.

00:13:17: Wie kann man sich sowas antun?

00:13:19: Beziehungsweise warum bleiben unabhängig vom Geschlecht Partner zusammen die sich gegenseitig verletzen zu stören?

00:13:28: wie auch immer.

00:13:29: Aber je mehr man sich mit diesen Fällen auseinandersetzt oder wie sie es eben tagtäglich hören müssen wird doch ganz schnell klar dass viele Frauen einfach keine andere Wahl haben oder sich eben gar nicht weiter Unterstützung suchen können, sodass die Aussage man fragt sich ja wie gleich wieder auch eine Teilschuld bei der Frau irgendwo assoziiert.

00:13:55: Es sollte jetzt nicht Schuld im juristischen Sinne sein?

00:13:59: Das weiß ich und ich gucke ja nicht von der juristische Seite sondern von der emotionalen Seite wenn ich das höre.

00:14:05: deswegen würde ich Sie bitten dass sie da nochmal reflektieren wie sieht es?

00:14:11: vielleicht kann ich zumindest ein bisschen Wissen hineinbringen, weil ich kann das auch emotional total verstehen.

00:14:20: Was Sie da sagen?

00:14:21: Wenn man das liest und wird wütend und denkt sich sowieso, aber ich glaube, man muss eben bedenken dass gerade Leute dienen... Also es gibt einfach Menschen die sind in gewaltvollen Familien zum Beispiel groß geworden.

00:14:36: Das heißt wenn dann ein Partner Gewalt ausübt ist das kein Trennungsgrund, weil das ist ja so wie man es kennt.

00:14:43: So zum Beispiel ganz platt gesagt und finanzielle Abhängigkeit und emotionale Abhängigkeiten.

00:14:49: Es ist einfach dieses Gefühl dass sie haben, dass ich habe hoffentlich auch viele andere diese Dass man seine eigene Frau ist, dass man alleine im Leben steht, dass mein eigenes Konto hat Und eine Arbeit und irgendwie mehr als zwei Tage allein über die Runden kommt Ist halt einfach nicht überall da.

00:15:08: Ich habe da auch mal ein paar Argumente zusammengetragen.

00:15:11: Das könnte sein, ich bin froh dass ich wenigstens ihn habe.

00:15:14: was tut er denn wenn ich ihn verlasse?

00:15:16: Ich bin nichts wert!

00:15:17: Ich finde eh keine anderen mich beschützt.

00:15:19: ja keiner erlässt es an den Kindern aus.

00:15:21: dann kommen wir später noch einmal dann möglicherweise die Gefahr einer Rache dem neuen Partner gegenüber oder die Zeit im Knast des Begrenzten kommt wieder raus und dann geht's von vorne wieder los.

00:15:32: Wenn es aber Warnzeichen gibt die vielleicht auch die Frau erkennen kann Was kann sie denn tun?

00:15:38: Es gibt ja in Deutschland zum Glück auch eine Menge Stellen, wo man sich hinwenden kann.

00:15:44: Also es gibt das Hilfe-Telefon und ganz viele Beratungsstellen.

00:15:48: Was aber auch wichtig ist, ist glaube ich das Umfeld – also die Öffentlichkeit.

00:15:53: Dass die Öffnlichkeit mehr darüber informiert wird was eigentlich häusliche Gewalt ist oder was digitalisierte Gewalt, dass man die Öfnlichkeit informiert und auch irgendwo das öffentlich macht.

00:16:06: Dass man nicht die Augen verschließt sondern Was, was ich in irgendwelchen anderen Schleswig-Kollstellen oder gibt es tolle Plakataktionen?

00:16:13: Also dass man das sichtbar macht.

00:16:17: Dass man rauskommt aus dieser Dunkelheit sondern dass man ist wirklich präsent hat.

00:16:22: Das ist glaube ich ganz wichtig und dass die Frauen wissen, dass es die Stellen gibt wo sie sich hinwenden können und dass sie das natürlich auch nutzen sollten.

00:16:33: Das müsste natürlich noch viel früher anfangen.

00:16:35: Also die Prävention müsste natürlich viel früher starten, nicht erst wenn die Frau in der Partnerschaft hängt sondern eben schon allein in der frühen Kindheit, in der Familie und in der Schule.

00:16:46: also da überall müsste im Prinzip die Prrävention anfangen mit der Aufklärung.

00:16:52: Was bedeutet es?

00:16:53: Was muss ich mir eigentlich gefallen lassen, was ist eigentlich noch irgendwo normal oder was ist schon distanzlos oder was is übergriffig.

00:17:00: Also dass das ein junger Mensch auch weiß und sie weiß wenn das passiert dann ist das schon ein Zeichen.

00:17:08: Das ist schon merkwürdig.

00:17:09: also das ist irgendwo schon zu viel.

00:17:11: Was muss sich zulassen oder was darf ich zulassen?

00:17:15: Dass wir die junge Leute im Prinzip stärken?

00:17:18: selbst zu wissen möchte ich und wo ist meine Grenze.

00:17:21: Welche Beratungsangebote haben Sie konkret?

00:17:24: Also wir haben im Frauenzentrum Erfurt die Psychosoziale Beratung, die bieten wir täglich an.

00:17:31: da kann jede Frau sich melden bei uns und wir haben sonst noch rechtliche Beratungen also Familienrecht Arbeitsrecht Wir haben eine Suchtberatung Teilhabeberatungen gynäkologische Beratunge.

00:17:42: also in sehr vielen Themenbereichen kann man sich bei uns Hilfe holen und Unterstützung.

00:17:47: Gibt es da auch so eine Art, vierundzwanzig Stunden Nottelefon oder müssen Sie da an einer anderen Stelle verweisen?

00:17:53: Genau.

00:17:54: Das gibt es nicht.

00:17:55: also wir sind im Prinzip ein Haus für Frauen wo sich Frauen hinwenden können und was täglich geöffnet ist.

00:18:01: aber wir haben kein Vierundzwzig-Stunden-Dienst sondern wir verweisen dann an das Frauenhaus Erfurt oder an Stadtmissionen Also an die Stellen wo Frauen sich wirklich auf vierund zwanzig stunden hinwänden können.

00:18:12: Oder Rathaus frautet er kann man auch immer anrufen wenn man in Not ist.

00:18:15: Können Sie die Frau gegebenenfalls auch begleiten ins Frauenhaus?

00:18:18: Ja, auf jeden Fall.

00:18:20: Begleitung ist im Prinzip auch eine Tätigkeit, die wir machen.

00:18:23: wenn sich die Frau nicht alleine traut oder einfach nicht weiß wie sie dahin kommt dann begleitet natürlich auch die Frauen zur Polizei.

00:18:30: Wenn sie Hilfe brauchen Unterstützung und Begleitungen dann machen wir das natürlich.

00:18:33: Ich habe noch kurz mal zu Ihnen eine Frage zu der App.

00:18:37: Ist dir für jeden zugänglich dieser App?

00:18:39: Ich frage nur deshalb weil es wäre für viele Frauen Keine Situation wäre das ja höfreich dann auch, wenn die da in irgendeiner Scheißsituationen stecken.

00:18:47: Genau.

00:18:47: Die ist jetzt nicht für Privatpersonen zugänglich, sie ist vor allem zugängig für Frauenberatungsstellen, die im BFF organisiert sind.

00:18:55: Sie sitzen in Berlin und da sind ganz viele Frauenberatsungsstellen und Frauennotrufe integriert und man muss im Prinzip eine Beratungsstelle finden und darüber kann man diese App nutzen.

00:19:05: um nochmal auf die Frauenhäuser zu kommen wobei sie ja kein Frauenhaus sind.

00:19:10: Es gab vor kurzem eine Statistik, es gibt selten freie Plätze.

00:19:14: Haben Sie da auch schon negative Erfahrungen gemacht?

00:19:17: Also wir haben zumindest in Erfurt als es noch viel strenger war und viel eingeschränkt hat.

00:19:23: man muss immer die Ortschaft mit bedenken.

00:19:26: Die Frauen aus Erfhort müssen in das Frauenhaus in Erfurth gebracht werden Und das hat sich zum Glück alles gelöst und wir können irgendein ganz Thüringen Frauenhäuser suchen im Prinzip jetzt auch bundesweit, weil es gab natürlich auch Engpässe gerade in Erfurt dass das Frauenhaus voll ist.

00:19:43: und dann muss man fragt man in Gotha ein Weimar?

00:19:48: also man erkundigt sich wo ist noch ein Frauenhaus in Thüringen und guckt dann ob wir da einen Platz finden genau.

00:19:54: Sie hatten es ja auch an ihrem Buch geschrieben Frau Backers.

00:19:57: Es ist oft hilfreich wenn jemand Außenstehendes eingreift Wenn eine Mutter zum Beispiel die Tochter ermutigt geht doch zur Polizei.

00:20:04: aber wie können Außen stehende als Nachbarn, Familie, Freunde auch Kollege und Kollegen richtig eingreifen.

00:20:11: Also dass man möglicherweise... Man könnte ja auch sagen wenn man die Frau anspricht auf die Partnerschaft das da möglicherweise manches jetzt vorsichtig ausgerückt im Argen liegt, dass sie dann erst mal dicht macht und gar nicht drauf eingeht?

00:20:27: Ja ich glaube es ist relativ realistisch ist, also je nachdem wenn man sagt was willst du damit dem das dann jemand zumacht.

00:20:35: Ich glaube halt zuhören und wenn jemand anfängt zu erzählen dass er unzufrieden ist dann einfach nachfragen und dann Vorschläge machen sich zb Frauenberatungsstelle zu wenden die ja irgendwie finde ich wäre so meine Annahme eine kleinere Hürde als zur Polizei zu gehen.

00:20:54: Dann ist das aber, selbst wenn man zur Frauenberatungsstelle geht.

00:20:57: Das haben Sie ja gerade gesagt.

00:20:58: Also auch dann passiert ja nicht automatisch jemand zu Polizei und dann gibt es Ermittlungen und da gibt's eine Verurteilung.

00:21:04: sondern das sind so viele Schritte auf dem Weg dahin.

00:21:08: ich würde auch sagen zuhören offen sein vielleicht nicht verurteilen sondern einfach offen sein ist das was man tun kann.

00:21:14: Aber es klingt jetzt paradox.

00:21:16: Ich sehe total die Verantwortung in unserer Gesellschaft.

00:21:19: Ich würde aber nicht sagen dass jeder Einzelne die absolute Verantwortung hat

00:21:24: jetzt

00:21:24: seine Nachbarin zu retten.

00:21:25: Das ist total viel, diese Last kann man eigentlich gar nicht vertragen finde ich.

00:21:32: Ja hier von Bitt.

00:21:33: Vielen Dank für Ihre Anregung!

00:21:35: Mich würde interessieren, Stichwort Prävention ist ja schon gefallen?

00:21:40: Gibt es denn im schulischen Kontext also im Ethikunterricht Aufklärungen diesbezüglich?

00:21:46: oder wird dieses Thema angesprochen?

00:21:49: Im Prinzip das ist genau das was ich vorhin gemeint habe.

00:21:53: Es gibt jetzt kein Unterrichtsfach in der Richtung.

00:21:56: Es gibt Biologieunterricht, es gibt Ethik genau und das ist im Prinzip auch ein Thema, den wir uns mehr annehmen wollen.

00:22:04: Wir wollen jetzt mehr in die Schulen gehen und über bestimmte Themen sprechen natürlich ab einem bestimmten Alter.

00:22:10: erst, dass man sagt ab acht, neun oder zehnte Klasse gibt es Themen, die wir mit euch besprechen können.

00:22:16: wenn es zum Beispiel sexualisierte Gewalt, häusliche Gewalt.

00:22:19: So das wäre ein Thema was man erst mit Jugendlichen besprechen kann die schon bisschen gefestigter sind.

00:22:26: Was auch wichtig wäre im Prinzip die Fachkräfte also auch die Lehrer und Lehrerin zu Schulen auf das Thema zu gucken, zu wissen was gibt's für Anzeichen?

00:22:34: Was gibt es für Wandzeichen?

00:22:36: woran kann ich auch an einem Kind erkennen da ist irgendwas im Argen.

00:22:39: Es gibt in vielen Schulen jetzt die Schulzitsahlerbeit Die sicher da auch sehr, sehr viel auffangen und auch sehr eng mit dem Jugendamt zusammenarbeiten.

00:22:47: Aber ich denke es könnte noch mehr in diese Richtung zumindest angesprochen werden.

00:22:52: Das muss jetzt kein Thema sein was jetzt ständig im Schulalltag präsent ist weil man will ja auch nicht die Kinder damit irgendwie überfordern.

00:22:59: aber Ich denke es gibt schon noch so bestimmte Dinge die sehr wichtig wären Und ich finde gerade so was Jung- und Mädchen betrifft ab der fünften Klasse, dass man da auch mal genau hingucken müsste.

00:23:10: Was wird für die Mädchen gemacht?

00:23:12: Das wird für den Jungen gemacht.

00:23:13: Weil ich finde das ist auch ein Thema wir sprechen ganz viel über Mädchen und ganz viele über Frauen aber müssen auch ganz ganz viel jungs sprechen wie die groß werden und wie sie auch Raum finden und wie die ernst genommen werden weil es wirklich so, dass Mädchen oft ein ganz anderes Bildungsniveau erreichen als Jungs und da muss man sich vielleicht auch mal fragen, ob man da nicht noch irgendwelche Konzepte findet um Jungs besser zu stärken.

00:23:39: Nicht zu stärkern damit sie stark sind, damit sie kräftig sind sondern damit sie innerlich stark sind.

00:23:44: Zu Anlaufstellen, die haben gesagt so man kann seine Nachbarin nicht retten.

00:23:47: gibt es dann für mich als Ausschnitt nur GBS für mich eine Anlaufstelle, die dann vielleicht mit der Nachbarine geht so heimlich wenn da manchmal nicht da ist oder so keine Ahnung.

00:23:54: gibt's da irgendwelchen Möglichkeiten da irgendwas in den Wege zu leiten?

00:23:58: Wenn man da mitkriegt das ist was im Orgen.

00:24:01: Na ja, Sie können die Polizei rufen.

00:24:03: Wenn was im Argen ist dann kommt die aber... Sie können

00:24:06: doch das Hilfetelefon auf jeden Fall anbieten?

00:24:10: Sie können natürlich auch wenn sie so ein freundlicher Nachbar sind Google'n Beratungsstellen google'n konkret hier etwas in die Hand geben.

00:24:17: Also wenn Sie wirklich merken da ist irgendwas stimmt da nicht Da ist was faul Ihr irgendwas konkret in die hand geben Ein Zettel keine Ahnung also nicht einfach nur sagen hier Mensch ich merke da ist irgendetwas geh eine beratung Sondern etwas geben sofort ne Nummer geben.

00:24:30: Aber es ist toll, wenn Sie da wirklich so aufmerksam sind und hinschauen.

00:24:34: Das ist sowieso wichtig.

00:24:36: Aber ich glaube je konkreter die Hilfe ist, desto besser ist es.

00:24:41: Ich möchte gerne auf die Frage des Herrn eben beantworten.

00:24:46: Es gibt auch in den Wohnungsbaugelossenschaften zumindest hier in Erfurt weiß ich sie haben Soziallotsen.

00:24:51: Die können auch eine Hilfe sein.

00:24:53: Auch bei allgemeinen Fragen muss ja nicht immer Gewalt gegen Frauen sein das kann ja auch Finatell Probleme sein oder was auch immer gerade im Argen da ist.

00:25:01: Und dann hier?

00:25:01: Ja, ich habe noch mal eine Frage an den Juristen.

00:25:04: Ich kann mich erinnern dass vor ein zwei Wochen in den Medien die Info kamen.

00:25:10: Ich weiß leider nicht mehr das Land Das also dort entsprechende Straftäter ihre Fußfessel bekommen und das es seitdem eine signifikante Reduktion von Femiziden gab.

00:25:24: Also sie nicken...also ich weiß jetzt nicht mehr welches

00:25:27: Land es war

00:25:28: Bitte?

00:25:29: Spanien.

00:25:30: Okay, ja.

00:25:32: Sehen Sie das im deutschen Kontext auch möglich?

00:25:36: Weil es war ja unmittelbar nach der Information über die letzte Statistik und wo man dann sagt okay also Ja wir wissen ja aber dunkelziffer ist nach wie vor sehr hoch.

00:25:50: Können sie sich diese Fußfessel im deutschen Context vorstellen?

00:25:55: Also es gibt schon eine Fußfessel Die gibt es ohnehin.

00:25:59: Aber die spanische

00:26:00: Fußfessel ist jetzt halt gerade so im Kommen, sag ich mal?

00:26:03: Weil

00:26:03: das die App oder die Information der betroffenen Frau damit verbunden hat.

00:26:05: So habe ich sie verstanden

00:26:09: als

00:26:11: spanisch.

00:26:12: Und wenn der Mann, der hier vorher was angetan hat wie da frei ist.

00:26:18: aus dem Gefängnis heraus bekommt ihr Sende und wenn er zu nahe kommt dann schlägt der Sender an Und dann hat sie halt die Möglichkeit, sich dann Hilfe zu suchen weil er ihr dann zu nahe gekommen ist.

00:26:29: Ich weiß jetzt aber nicht genau wie groß die Entfernung ist dass dieser Sender dann anschlägt.

00:26:34: Aber das ist jetzt erst angelaufen und ich denke eine Auswertung gibt es dazu in Deutschland?

00:26:39: Ich glaube es gibt.

00:26:40: also ich weiß gerade weil ich Schleswig-Holstein da recherchiere aber da gibt's also die sagen nicht die offizielle Zahl aber ne kleine einstellige Zahl.

00:26:49: ich glaube die mussten auch das Gesetz dafür ändern.

00:26:52: Ich glaube, Sie haben vollkommen recht und sagen das ist auf dem Weg.

00:26:56: Also ich glaube in den verschiedenen Bundesländern glaube ich dass das eingeführt wird und dann immer mehr wird genau weil die Fußwessel für irgendwie Sexualstraftäter gefährliche oder auch Terroristen gibt es ja aber dass man das quasi Fächendecknis ein großes Wort dafür viele Fälle von häuslicher Gewalt einsetzt.

00:27:13: ich glaube dass das kommen wird.

00:27:14: Hätte ich das vor fünf Jahren, haben wir das als exotisches Beispiel da aufgefasst.

00:27:18: Ich hätte niemals gedacht dass das in Deutschland auch passieren wird.

00:27:22: und wir haben hier eine weitere Frage.

00:27:23: genau das würde ich gerne noch mal ergänzen.

00:27:26: also wir haben diese Spanne die Fußpferze nach dem spanischen Modell.

00:27:29: das ist gerade politisch und eben auch auf Behördenebene ganz viel Thema.

00:27:35: es gibt Bestrebungen das ins Gewaltschutzgesetz mit einzublegen im Rahmen der Kontrolle von Verstößen gegen das Gewaltgesetz beispielsweise.

00:27:44: Und dann parallel quasi sind die einzelnen Bundesländer aktuell daran, ihre Polizei-Gesetze zu ändern, weil man es quasi auch als eine Präventivmaßnahme im polizeilichen Sinne verändern kann sozusagen oder anordnen kann.

00:28:00: Aber dazu müssen eben die Gesetze geändert werden und wir wissen alle wie das ist mit Gesetzen.

00:28:04: Das dauert immer ein bisschen aber auch in Thüringen gibt's da aktuell einen Entwurf der debattiert wird.

00:28:10: Was solche Kontaktverbote natürlich erheblich erschwert sind wenn Täter und Opfer gemeinsame Kinder haben dem Täter einen Umgang mit den Kindern erlaubt wird.

00:28:20: Also genau, wenn es eben umgang gibt mit den kindern was ja erst mal denkt man sie ist ja schön wenn die Kinder ihren vater sehen können kann man auch anders sehen.

00:28:29: aber der fall den den wir recherchiert haben der vor gericht war ist eben so.

00:28:34: da hat der vater die kinder.

00:28:36: also Das Fiese ist, finde ich, wenn es schon eine gewisse Routine gibt.

00:28:40: Also wenn die Frau sich in Sicherheit wähnt weil sie seit sieben Monaten zum Beispiel der Umgang alle zwei Wochen einen Nachmittag gut funktioniert.

00:28:49: Es ist klar geregelt.

00:28:50: Die Kinder werden unten abgegeben.

00:28:52: Sie gehen alleine die Treppen hoch so dass es quasi keinen Blickkontakt gibt zwischen Frauen und Mann, also wenn die Familie getrennt ist.

00:29:00: Und dann aber in diesem Fall hat er auch war mit den Kindern nachmittags unterwegs hat sich anscheinend Die Hucke vollgetrunken und ist dann hochgekommen mit den Kindern, anders als sonst.

00:29:11: Und hat versucht seine Frau mit den zerbrochenen Flaschen zu töten.

00:29:16: Sie hatte natürlich keine Chance.

00:29:17: also man hat so lange dieser Umgang gesetzlich geregelt ist und die Gerichte darauf bestehen das Kinder auch umgang haben mit ihren Väter damit da keine... keine Entfremdung stattfindet, gibt es diese Gefahr.

00:29:30: Und in diesem Fall wurde natürlich verurteilt.

00:29:33: aber diese Frau lebt mit ihrem Kindern im Zeugenschutzprogramm weil offenbar die Familie des Täters nicht auf ihrer Seite stand sondern auf seiner Seite.

00:29:43: also diese Konsequenzen nicht nur dass sie vom Leben gezeichnet ist sondern dass sie jetzt auch einfach unter einer anderen Identität leben muss ganz schön Verstörend.

00:29:53: Das ist interessant, dass Sie das jetzt sagen, weil dann haben wir ja eine Antwort gefunden auf die Frage, die der Richter vorhin hatte also warum es dazu kommen kann, da sich eine Frau jahrelang verprügeln lässt statt einfach zu gehen unter anderem.

00:30:04: Also erst mal seitdem bin ich etwas aufgeregt, Also nichts gegen Sie, aber wenn ich bei so einer Podiumsdiskussion einen Richter höre der ganz augenscheinlich Straftaten aus dem Bereich Leib und Leben behandelt.

00:30:22: Und er sagt dass er nicht verstehen kann warum eine Frau die verprügelt wird und das über eine ganze Zeit nicht einfach geht dann ist glaube ich das einfache Konzept von Domestic Abuse noch gar nicht durchdrungen.

00:30:34: Und wenn das bei unseren Richtern noch so ist, dann weiß ich gar nicht was entschieden werden soll.

00:30:38: Dann weiß ich auch nicht wie wir Präventionsarbeit leisten sollen und dann ist es eben so, dass natürlich so einfache Antworten gar nicht gefunden werden können.

00:30:47: Nach dem Motto bis dahin, bis zu diesem Schlagen ist die Form der Kontrolle schon soweit gegangen, das Freundeskreise involviert sind und zwar zugunsten des Täters, das Familieninvolvieren sind und sogar zugunstens des Täter, sodass ich keine Betreuung mehr für meine Kinder habe, sodasse ich keine Rückzugsorte mehr hab usw.

00:31:05: Und sofort, dass mir eben schon damit getroht wird, dass wenn ich mich trenne, meine Kinder wechseln denn er weiß ja wo die zum Kindergarten gehen?

00:31:12: Ich bin mittlerweile aber schon so finanziell abhängig, dass ich mich halt auch nicht mehr verflüchtigen kann.

00:31:17: Also bis dahin ist dieses Kontrollnetz ja schon so intensiv gespannt, das sie sich ja gar nicht mehr entfernen kann.

00:31:23: und meistens ist es dann auch schon so, dass eben die ersten Male mit Femizid getroht wird.

00:31:29: und wer lässt sich denn dann nicht lieber noch zehn Jahre verwackeln als sich oder die Kinder zu töten?

00:31:35: Also wenn das an mich gerichtet ist, in dem Fall den ich skizziert habe gings gab es keine gemeinsamen Kinder.

00:31:41: Das Argument was Sie jetzt so angedeutet haben leutete mir da oder...

00:31:47: In dem multiplen Fall den Ich Skizziert hab ging's jetzt auch primär nicht unbedingt um Kinder, dass ist nur eine weitere Größe die eben dieses Netz noch dichter spinnt.

00:31:57: Es geht um die bis dahin schon extrem dichte Kontrolle per se.

00:32:01: Kinder verschlimmen das sicherlich noch, aber die brauche ich dafür ja nicht.

00:32:04: Mir kann auch ohne die Kinder schon mit Tötungen oder Ähnlichem gedroht werden.

00:32:14: Entschuldigung,

00:32:15: ich will nicht allein Dialog mit Ihnen jetzt entspinnen.

00:32:18: Unbedingt ist das so und deswegen rate ich wirklich an es gibt mittlerweile wirklich Professoren Teams gerade um Pebbelingen und so zu Domestic Abuse die sich wirklich in Langzeitstudien schon damit beschäftigen.

00:32:28: ist wirklich interessant was sie eben erheben für Daten warum man sich genau dann nicht rennt weil eben der ganze sozusagen rechtsstaatliche Apparatum rum noch nicht gewährleistet obwohl man die Gefahr genau kennt, eben aus dem Staub zu machen.

00:32:46: Weil man teilweise verfolgt wird.

00:32:48: Teilweise hat bis dahin derjenige schon alle Zugänge zu allen digitalen Accounts.

00:32:53: Er weiß mit welchen neuen Vermieter du schreibst.

00:32:55: Er weiss wen du anrufst.

00:32:56: er hatte ich auch schon am Auto oder am Fahrrad getrackt.

00:32:59: also Du kannst sich ja vielleicht schon gar nicht mehr so frei bewegen dass dir überhaupt noch irgendwas möglich ist und du weißt das

00:33:06: aber

00:33:07: oft genug ist es eben schon soweit dass du die Möglichkeiten nicht mehr hast.

00:33:12: Und dann würde ich gerne auch noch mal anknüpfen, in so einer Situation auch nochmal zu sehen wie Sie es vorhin schon beschrieben haben wenn eine Frau halt von Kind an eigentlich nur negative Erfahrungen hat.

00:33:24: Also Gewalterfahrung von klein auf eigentlich mitbekommen sei es weil die Mutter vielleicht Gewalterfahren hat durch den Partner oder eben auch Mutter und Kind gar nicht richtig einordnen kann, was ist richtig und was falsch eigentlich in einer partnerschaftlichen Beziehung.

00:33:41: Und das noch obendrauf dann Kinder vielleicht noch dazu?

00:33:44: Und dann muss ich auch sagen, was sich auch noch als Frage an Sie richten wollte vom Frauenzentrum weil sie ja vorhin gesagt haben dass sich das auch ein bisschen gewandelt hat von den wie soll jetzt sagen von von den Frauenhäusern also die Zugänge zu den Frauen häusern Weil es ja auch nochmal einen Punkt war Ich weiß nicht wieder aktuell ist, aber dass ja Frauen die zum Beispiel auch berufstätig sind ja das Frauenhaus selber bezahlen müssen.

00:34:10: So und das ist natürlich auch nochmal eine Sache also ich deswegen sage ich weiß nicht wie es aktuell ist aber das ist so wenn ich im Hinterkopf habe und denke okay eigentlich möchte ich mit meinem Kind irgendwo hin und möchte fliehen und möchte mir was neues aufbauen und dieser Partnerschaft endlich zu entkommen.

00:34:23: aber man hat gar keine Möglichkeiten weil man die finanziellen Mittel gar nicht hat und dann vielleicht noch Schutz sucht im Frauenhaus aber auch dann sehen muss ok eigentlich kann gar nicht leisten, dann ist natürlich auch nochmal so diese Frage wie soll man denn gehen aus einer Partnerschaft und dann eben auch noch wie sie es gerade hinten gesagt hat.

00:34:42: Wenn dann halt da noch ein Femizid im Raum steht und ich mein Kind dann vielleicht noch schützen möchte, dann halte ich's einfach aus

00:34:48: Frauenhäuser sind kostenlos inzwischen durch das Gewaltschutzgesetz oder durch dieses Chancengleichheitsgesetz in Thüringen, also sind zumindest die Plätze hier in Thürien kostenlos.

00:35:01: Also das ist schon mal ein ganz großer Vorteil weil sie genau recht haben, dass Frauen natürlich sich fragen kann ich mir das leisten überhaupt in einen Frauenhaus zu gehen und wie lange kann ich mich das leisten?

00:35:10: Mir ist gerade aufgefallen wir auch schon vor etwa einer halben Stunde.

00:35:15: Wir schauen uns jetzt sehr an wo liegt die Verantwortung bei den Frauen, die hier in dem Fall die Opfer sind?

00:35:22: Ich habe so ein bisschen gehofft, dass wir heute Abend auch mal die Perspektive wechseln.

00:35:25: Ich weiß nicht ob es thematisch noch kommt aber warum suchen wir jetzt nach vielen Ursachen-Argumenten?

00:35:32: Warum Opfer sich so oder so verhalten oder nichts an ihrer Situation ändern?

00:35:38: beziehungsweise ist alles richtig und wichtig unsere Kinder aufzuklären die Mädchen gut vorzubereiten Auch Präventionskurse wie immer.

00:35:48: Aber eine kleine Sache ist schon mal angesprochen worden, dass wir auch eben die Jungs mit einbeziehen.

00:35:54: Den ich hinten runter fallen lassen und noch so viele andere Sachen.

00:35:59: Wie sprechen wir über solche Fälle in den Medien?

00:36:02: Ist überhaupt die Sprache schon geändert worden, weil ganz wichtig ist doch dass dieses Wort sich etabliert hat.

00:36:09: Um eben von solchen Worten wie Ehrenmord oder Gewalt hat es ja dann noch nicht mal bezeichnet sondern Liebestat oder was für schreckliche Sachen in den Medien da genutzt wurden Dass das sich endlich ändert und vor allen Dingen Wir brauchen im Fall eben auch die Männer bzw die Väter, die Großväter irgendwelche anderen männlichen Bezugspersonen, die eben ganz klar auch mit drauf achten.

00:36:37: Wie ist die Sprache?

00:36:38: Wie gehen wir miteinander oben?

00:36:40: Ja das eben nicht schon vom Kindesalter einen Unterschied gemacht wird wer es mehr wert, wer kann mehr?

00:36:45: wie auch immer weil Bevor ein Täter zum Täter wird, passiert auch noch ganz viel anderes.

00:36:50: Er wird nicht gestoppt wenn er Frauenfeindliche Witze erzählt.

00:36:54: Er würde nicht gestopt, wenn er seine Partnern schlecht behandelt im Freundeskreis.

00:36:59: Ich glaube nicht dass aus der Kalten heraus so einen Fall passiert sondern da sind bestimmt schon viele kleine Schritte vorher gewesen die das Umfeld entweder bewusst nicht gezeigt bekommen hat oder eben niemand was gesagt hat.

00:37:12: und es wäre schön wenn wir jetzt nochmal gucken aus Täterperspektive Wie kommt es denn überhaupt zu diesen Taten und was könnte man da noch präventiv ansetzen?

00:37:23: Und da ist ein großer Punkt für mich eben die Sprache.

00:37:26: Können Sie sich irgendwie auch Frauen als Täterinnen vorstellen, also ich habe jetzt mal hier kurz im Netz geschaut und da wird also gesagt als Aussage des Weißen Rings, das macht ja eine relativ einseitige Organisation sein.

00:37:40: Aber die behaupten, zwei tausendunddreiundzwanzig waren vierunddraschzigtausend Männer in Deutschland betroffen von partnerschaftlicher Gewalt, sexuelle Gewalt durch Frauen an Kindern wird tabuisiert.

00:37:53: Siebzig Prozent der Opfer häuslicher Gewalt sind Frauen, aber dann bleiben wir auch ein paar Männer übernommen.

00:37:58: Das relativ wird überhaupt nicht das was bisher gesagt wurde, aber ich möchte es vielleicht mal ergänzen.

00:38:03: Also ich würde das jetzt einmal in drei Themenkreise aufteilen.

00:38:06: Das eine ist die Sprache auch in den Medien.

00:38:09: Das zweite ist wie wird jemand zum Täter?

00:38:13: Das kann man vielleicht auch ein bisschen pauschaler betrachten Herr Titian.

00:38:17: und das letzte ja sind auch

00:38:25: Ja, die Sprache.

00:38:26: Diese furchtbaren Begriffe wie Familiendrama und Liebestragödie gibt es in deutschen Medien fast gar nicht mehr.

00:38:37: Da hat sich was verändert den letzten Jahren.

00:38:38: also da gab es einen gesellschaftlichen Aufschrei würde ich sagen.

00:38:41: es gab so viele Beschwerden.

00:38:42: dass das nicht mehr passiert ist ändert nichts daran Femizid genüsslich ausbreitet, sie nennt es nur nicht mehr Familiendrama dazu.

00:38:54: Es hat trotzdem immer noch was Voyeuristisches wieder darüber berichtet wird.

00:38:58: Dort wird ja sogar viel über die Täter berichtet.

00:39:00: ich finde in der Berichterstattung ehrlicherweise.

00:39:02: Da wünsche ich mir manchmal dass das Opfer sogar mehr im Fokus steht und ansonsten ist natürlich also allgemein also meinen Sie jetzt nur in den Medien oder auch allgemeinen unsere Sprache in der Gesellschaft?

00:39:13: Die Medien haben da große Verantwortung zu tragen, aber auch untereinander wie wir miteinander umgehen.

00:39:20: Das ist doch noch irgendwo davon auch

00:39:23: geprägt.".

00:39:24: Also ich habe auch mit einem Polizisten erst vor zwei Wochen gesprochen und hab mit ihm über seine persönliche Entwicklung in der häuslichen Gewalt gesprochen und er ist so Mitte fünfzig würde ich sagen und er hat mir relativ klar auch gesagt dass eben als er anfing das Thema zu bearbeiten.

00:39:40: Es war nicht sein einziges Thema weil ja auch Sojadlar lasst das doch mal die junge Sachbearbeiterin machen.

00:39:44: Und er sagte auch, und Kollegen von ihm, die sagten wirklich bis zu den Neunzigern war das so.

00:39:50: Man ist da zwar hingegangen als Streife, ist dazwischen gegangen wie jemanden, der je Nachbarn gerufen hat aber dann hat man halt gesagt, ja es ist halt Privatsache

00:39:58: ne?

00:40:00: Also hat er selber gesagt dass ich würde immer den quasi unterstellen oder ich hätte den das immer unterstellen.

00:40:05: aber die haben das genauso gesagt, dass sich das eben, dass das so war was gewandelt hat in den letzten zwanzig Jahren.

00:40:13: Ich habe die dann auch gefragt, wieso?

00:40:14: Weil ich würde auch nicht sagen alles ist gut aber es gibt eben diesen gesellschaftlichen Wandel.

00:40:18: Ich hab da eben schon dran gedacht, was sich verändert hat und was man tun kann.

00:40:22: Das ist manchmal gar nicht so einfach, aber wenn wir über Mitu- und sexualisierte Gewalt sprechen das war zwei Jahrzehnte.

00:40:28: Es ist jetzt knapp zehn Jahre her!

00:40:30: Diese ganze Aufschrei, was alles passiert an Anübergriffigkeiten... Ich kann mich noch genau daran erinnern, da war ich irgendwie und beim Spiegel, neue junge Kolleginnen.

00:40:41: Und meine ganzen älteren Kollegen haben es gar nicht verstanden was das Problem ist.

00:40:47: Ich kann mich erinnern dass ganz viele Dinge die damals über Twitter berichtet wurden ich plötzlich so bei mir dachte ach das mir auch passiert.

00:40:55: ja also fand ich nie gut aber war halt so als ich mit sechzehn in der Disco war und jemand hat mir einen Hinteran gefasst fand ich das nicht gut.

00:41:04: Ich wusste, dass es nicht gut ist.

00:41:05: Also dieses Unrechtbewusstsein war da aber mich zu beschweren auf die Idee wäre ich nie bekommen.

00:41:10: meine beste Freundin hat sich beschwert und hat diese Typen immer so beschimpft.

00:41:14: Es war mir ultra-peinlich, was die für einen Aufstand gemacht hat.

00:41:18: Und ich habe mich dann wiederum vor zehn Jahren wahnsinnig geschämt dafür, dass ich sie peinlich fand anstatt gedacht habe, wow da hat sich mal jemand getraut, was zu sagen... Ich glaube das ist eine Art von gesellschaftlicher Entwicklung, die wir eben schon durchmachen, dass wir eine junge Generation an Menschen meinen auch bewusst, hoffentlich Männer mit verstehen dass diese Sachen nicht okay sind.

00:41:39: Das heißt nicht das sie nicht mehr passieren aber das ist vielleicht eben sich mehr Leute wissen, dass es falsch ist diese Grenzüberschreitungen zu akzeptieren und vielleicht eher was sagen und dass ich dadurch schon etwas verändern

00:41:51: kann.

00:41:51: Herr Tietchen eine letzte Sache zum Thema sensible Sprache- und Täteropferumkehr.

00:41:57: das ist genau die Sache.

00:41:59: also Sie Sie haben vorhin gesagt, wieso ist sie nicht gegangen?

00:42:03: Und meine Frage ist einfach warum hat er sich weiter verwackelt.

00:42:06: Wieso ist er denn bei ihr geblieben?

00:42:08: also er ist doch bei ihrgeblieben obwohl sie anscheinend so unzulänglich war dass man sie unbedingt schlagen musste?

00:42:14: das ist doch die frage.

00:42:15: er blieb und er hat was falsch gemacht.

00:42:18: Er hat sie geschlagen und nicht andersrum, warum sie nicht gegangen ist.

00:42:22: Also es wäre schön wenn das ab jetzt irgendwie immer die Lesart von solchen Vorkommnissen wäre.

00:42:27: Frau Hildesheim Sie wollten gerade auch was sagen?

00:42:29: Es ging um die Sprache genau und um dieses erkennen, Grenzen erkennen.

00:42:33: und das denke ich, dass haben wir alle in der Schulzeit erlebt oder viele von uns haben das erlebt, dass es irgendwie Lehrer gab Lehrer männliche Lehrer, die irgendwie zu nah waren.

00:42:44: Die irgendwie sich über dich drüber gebeugt haben und die irgendwas korrigiert haben und wo du so das Gefühl hattest als Kind?

00:42:50: Das ist irgendwie komisch!

00:42:51: Aber natürlich hat man das nicht gesagt.

00:42:53: Niemals hätte ich mich gewagt irgendetwas zu sagen dass mein Werken-Lehrer sich zu nah an mich rangebeugt hat aber dieses Gefühl also den Kindern zu vermitteln.

00:43:01: Du darfst es ruhig sagen wenn dir irgendwas komisch erscheint Wenn du irgendwie so ein komisches Bauchgefühl hast dann sag das ruhig.

00:43:07: Ich will jetzt nicht damit sagen, dass man alles überbewerden muss oder das jetzt gerade Männer, wenn es geht ja sehr häufig um Männer sich immer in der Deckung halten müssen und sich nichts mehr trauen dürfen.

00:43:19: Das meine ich nicht aber dass man irgendwo dieses Gefühl was man hat was komisch ist dass man das sagen darf und dass man sich an irgendjemand wenden darf eine Vertrauenspersonen in der Schule das finde ich wichtig und dann auch mit demjenigen spricht mir diesen Menschen spricht um den es geht Und dennoch anspricht und vielleicht sagt hey, vielleicht kannst du ein bisschen mehr Abstand.

00:43:38: Man merkt das vielleicht oft auch selber nicht ich will nicht jeden irgendwas unterstellen aber dass man es ihm sagt.

00:43:43: und ich meine wir haben das Beispiel jetzt erst gerade gehabt in Erfurt Wir zwei Lehrer.

00:43:47: Sie wurden nicht angesprochen, also sie wurden nicht darauf hingewiesen.

00:43:49: Sie haben es machen können!

00:43:51: Sehr sehr lange und alle haben irgendetwas gespürt und gewusst... Nicht direkt gewusst aber gespürt.

00:43:58: Keiner hat sie irgendwie gestoppt und das kann doch nicht sein.

00:44:00: Und natürlich gibt es auch Männer die betroffen sind und ich sehe das ja.

00:44:03: genau deswegen sage ich ja Ich finde müssen die Männer gerade die Männer auch Männer jetzt hier sind Das ist toll.

00:44:09: Das sind Männer sich für das Thema interessieren.

00:44:11: Aber wie viele sind das?

00:44:13: Drei

00:44:13: drei drei interessieren sich für das Thema, aber genau die drei sind wichtig.

00:44:19: Die sind wichtig und ich denke wir müssen trotzdem viel mehr auch die Männer mit einbeziehen und diese neuen Generationen, die jetzt kommen, die einbeziehen weil ich denke sie sind oft schon sehr viel weiter als vielleicht die späteren Generationen.

00:44:34: also ich hatte einen Seminar in der FSJ Gruppe und da waren auch viele Jungs dabei so zwischen sechszehn und vierundzwanzig Jahren.

00:44:44: Es ging um das Thema sexualisierte Gewalt, und diese jungen Männer waren sehr sensibel wenn es darum ging ein Mädchen läuft auf die Straße und ich bin mit meiner Jungsgruppe unterwegs.

00:44:55: dann haben sie gesagt wir wollen versuchen dieser jungen Frau keine Angst einzujagen indem wir vielleicht auf die Straßen seid also wir wechseln.

00:45:03: Also Sie waren irgendwo sensible dafür zu wissen okay Frauen fühlen sich oft ein bisschen unheimlich wenn da so eine Jungs Gruppe kommt Und das fand ich toll.

00:45:12: Und da war auch ein junger Mann dabei, der gesagt hat er wurde auch belästigt von einer Frau.

00:45:16: also es gibt diese Fälle natürlich und ich denke es müsste noch mehr... Also bin ich der Meinung Beratungsstellen für Männer geben weil es gibt auch Männer die auch unter ihren häuslichen Beziehungen leiden.

00:45:28: Das kann man nicht unterschlagen.

00:45:30: Es ist zwar viel weniger als dreizig-siebzig aber die gibt es auch.

00:45:33: Ja ich mach wieder Ich würde noch früher ansetzen, noch vor der Schule.

00:45:38: Wenn in einer Kita im Kindergarten dem kleinen Mädchen gesagt wird wenn es vom anderen jungen Gepisa genägt aber auch gebrügelt wird.

00:45:46: Pass mal auf bei Jungs ist das so?

00:45:49: Wenn die dich ganz doll mögen dann sind sie so!

00:45:52: Der ist wahrscheinlich endlich verliebt.

00:45:54: ich hoffe dass das immer weniger vorkommt.

00:45:56: Aber so sind Frauen sozialisiert von klein auf und irgendwo müsste auch da wieder der Punkt kommen Warum tut sie sich das an?

00:46:06: Wenn von klein auf solche Sprüche kommen, wird es irgendwo normalisiert.

00:46:10: Und da ist es in Verantwortung schon vom Kleinaufzuschauen wie schützen wir die Kinder und zwar unabhängig vom Geschlecht?

00:46:18: natürlich.

00:46:19: aber wir sind ja heute nicht hier um zu sagen die und die zahlen und dass es jetzt schlimmer oder nicht schlimmer gibt diese männlichen Opfer, aber was ist der Hintergrund?

00:46:28: Warum trauen die sich nicht.

00:46:30: Wie sind sie sozialisiert?

00:46:32: Das einfach das große Ganze zu betrachten.

00:46:35: Warum gibt es Frauenfeindliche Sprache, die zu frauenfeindlichen Aktionen führt und warum gibt es männliche Opfer ,die sich nicht trauen darüber zu sprechen?

00:46:45: also vielleicht könnten wir das auch nochmal ansprechen.

00:46:49: Ich wollte auch noch mal sagen ich finde sollte mehr Beratungsstellen geben für männliche Opfer.

00:46:55: Es sollte aber auch mehr Beratungsstellen geben, für männlichen Täter.

00:46:58: Ja wir brauchen ja auch viel Täterarbeit und da wird gerne mal gespart weil das nicht so etabliert ist oder weil man ja auch irgendwie hat ja so ein Hilfskomplex im Sinne von die Frauen dürfen... Wir müssen ja den Frauen helfen, das ist ja richtig!

00:47:10: Aber bei der Täter-Arbeit sparen wir dann mal und das natürlich fatal.

00:47:14: Weil also die Frauenhäuser füllen sich ja immer weiter wenn halt Männern nicht aufhören das zu tun.

00:47:21: und eine Sache wollte ich nochmal sagen es gibt natürlich jedes Jahr Männer, die von ihren Partnerinnen oder Ex-Partnerin getötet werden.

00:47:28: Also das waren irgendwie ... also wir hatten ... ... zwei tausend vierundzwanzig hundertdreißig Frauen, die getötete wurden und vierund zwanzig Männer.

00:47:35: Und der Unterschied ist aber es eine ganz andere Dynamik.

00:47:39: Die Männer töten die PartnerInnen oder ExpartnerInnen weil sie sie besitzen wollen.

00:47:44: Sie sagen wenn ich dich nicht haben kann dann soll's zu sterben.

00:47:47: Es ist ganz oft so ein Verhältnis von Besitz.

00:47:52: Und nach allem, was wir wissen sind die Frauen, die ihre Männer töten wollen sie loswerden.

00:47:57: Die wollen raus aus der Beziehung und wissen nicht wie Sie sie loswerten können.

00:48:00: also es gibt einfach eine ganz andere Dynamik in der Partnerschaft das zu dem Frut führt, was furchterlich ist aber macht irgendwie einen Unterschied.

00:48:08: auf jeden Fall Also ist nichts dasselbe Muster.

00:48:10: Wir haben noch eine Frage noch nicht beantwortet nämlich und die geht jetzt an Herrn Tietjen warum wird denn überhaupt jemand so ein Straftäter?

00:48:17: Welche Erkenntnisse haben Sie?

00:48:18: Ja,

00:48:18: die Frage war gestellt worden nach dem typischen Täter.

00:48:22: Also aus juristischer Sicht betrachten wir natürlich jeden Fall gesondert also Einzelfallbetrachtung.

00:48:27: aber man kann vielleicht schon generalisieren sagen dass die meisten Täter von schweren Straftaten schon eine ziemlich schlechte Biografie haben.

00:48:37: Es fängt halt an im Elternhaus wenn es dann auch ein Elternhaus ist.

00:48:41: häufig ist es halt nur einer Alleinerziehende, dann ja meist Frau.

00:48:48: Der meist oder häufig häufiger natürlich männliche Täter hatte dann sehr schnell keinen Kontakt mehr zu seinem Vater.

00:48:57: Ja und das schaukelte sich dann halt so hoch wenn der Junge dann in die Pubertät gekommen ist hat er die Mutter auch keine Kontrolle über den Jungen?

00:49:05: Und da ist er natürlich noch in die falschen Kreise gekommen.

00:49:08: und das hat sich dann also eine Dynamik entwickelt dass die Schwere der Straftaten anging, weil man kann schon sagen, dass eine Vielzahl der Täter halt wirklich schlechte Ausgangssituationen hatte und ja, die Biografie einfach schlecht war so das er schlechte Startchancen hatte.

00:49:30: Und da würde ich dann wieder Frau Hildebrand dazu stimmen.

00:49:34: Da müsste es dann mehr Hilfsangebote geben, dass in dem Fall Jungs auch nicht zu Straftättern werden.

00:49:44: Ich habe hier noch zwei Fragen entdeckt.

00:49:45: Ja,

00:49:46: gerne!

00:49:46: Sie haben gerade gesagt dass es auch auf die Ausgangsbedingungen zurückzuführen ist soweit ich weiß.

00:49:51: Es ist aber ja nicht begrenzt also zum Beispiel häusliche Gewalt Auf eine spezifische Personengruppe das kann ja auch übersämtliche Gehaltsschichten etc.

00:50:04: auch hinausgehen Also auch durchaus Personen die sehr im Leben verankert sind können ebenfalls

00:50:12: zu

00:50:12: Gewalttätern werden.

00:50:14: Also da wollte ich einfach nochmal fragen, also weil Sie haben das jetzt gerade sehr so dargestellt als wäre das immer eine typische Biografie?

00:50:21: Ich habe extra eingeleitet dass wir schon den Einzelfall betrachten aber es war ja dann die Frage gestellt worden Ja des typischen Täters wie mal sagen der Mehrzahl der Täter.

00:50:30: Das schließt nicht aus dass es auch in scheinbar funktionierenden Familien Gewalt geben kann.

00:50:37: Ich glaube sie machen vielleicht der Kriminal Das hätte allgemein, oder?

00:50:40: Also ich glaube das ist vielleicht auch nochmal dann eine Eigengrenzung, wenn es um häusliche Gewalt geht.

00:50:46: Da spielt natürlich auch andere Sachen also Besützdenken spielt eine Rolle.

00:50:48: Das ist nämlich unabhängig von der sozialen Situation.

00:50:51: Ehrlicherweise auch einfach Persönlichkeitsstörung und Impulskontrolle.

00:50:54: Wer impulsgestört ist, schlägt

00:50:57: halt eher.

00:50:58: Wenn man vor allem als Mann, wenn man nicht anders gelernt hat damit umzugehen.

00:51:02: Und bitte die nächste Frage.

00:51:03: Ja, Hatikian, vielleicht noch eine konkrete Interventionsfrage.

00:51:07: Wenn es um den Platzverweis bzw.

00:51:10: Wohnungsverweis geht, da kann man das erst mal bei der Polizei erwirken und nach einer gewissen Zeit binden dann nur noch richterlich.

00:51:19: Können Sie das Prozedere kurz erläutern?

00:51:21: Wie ihr es aussieht?

00:51:23: Nicht so wirklich!

00:51:24: Also was sie ansprechen ist das Gewaltschutzgesetz.

00:51:27: Da gibt's die Möglichkeit von Gewaltschutzanordnung.

00:51:30: Das macht allerdings der Familienrichter und ich hatte bislang noch nie mit Familien Sachen zu tun.

00:51:36: also Einzelheiten zur Gewaltschutzzahnordnung kann ich Ihnen nicht sagen.

00:51:40: Das ist jetzt Familienrecht und Nicht-Strafrecht?

00:51:44: Also wir werden ja als Straflehrer ästhetisch, wenn der Tat passiert ist.

00:51:47: die Gewaltschutzanordnung soll ja eine Art von Prävention sein, wenn es schon vielleicht Andeutung gegeben hat.

00:51:53: aber letztlich um ein potenzielles Opfer zu schützen

00:51:58: Dass es stattfinden kann, hat ja das Opfer schon mal Strafanzeige bei der Polizei gestellt.

00:52:05: Die Gewaltschutz-Anordnung ist halt schon darauf gerichtet

00:52:09: dass dann

00:52:10: der Täter sich beispielsweise dem potentiellen Opfern auf eine bestimmte Entfernung nicht nähert natürlich die Wohnung nicht betritt und Ähnliches aber es ist schon in Richtung Prävention gerichtet natürlich ausgehend von dem was schon Mal war.

00:52:27: wenn noch nie irgendwas war, wird natürlich auch keine Gewaltschutzanordnung erlassen.

00:52:31: Aber gerichtet ist es schon in Richtung

00:52:33: Prävention.".

00:52:34: Und hier drüben wir noch eine Frage?

00:52:36: Also nochmal zu Ihrer Frage grundsätzlich das was auch der Richter schon ausgeführt hat.

00:52:40: aber man kann ganz normal beim Amtsgericht einen Andruck auf die... Das nennt sich dann Annäherungsverbot stellen.

00:52:47: also das heißt dass ich die Person wenn sie mich mit Leib und Leben bedroht sich nicht näher auf einem gewissen Umkreis nähern darf.

00:52:56: Das Papier hat man dann in der Hand.

00:52:59: Passiert auch meistens ohne mündliche Verhandlungen, also relativ schnell weil halt eben Gefahr am Verzug ist.

00:53:04: Ich habe dann ein Papier in der hand mit dem ich aber eigentlich nichts anfangen kann.

00:53:08: Also nähert sich die Person mir wieder.

00:53:10: Dann kriegt sie vielleicht einen Ordnungsgeld was sie nicht bezahlt Hat vielleicht noch die Anwaltskosten.

00:53:15: Aber nach meiner Einschätzung Ist das nicht wirklich ein Mittel um sich zu schützen und dann ist halt eben nur der Weg, um Strafanzeige zu erstatten.

00:53:23: Und ich denke mal da ist das Prozedere oftmals auch so dass die vielleicht... ...dass der Strafantrag nicht gestellt wird und die Person das vielleicht auch im Zweifel wieder zurückzieht.

00:53:32: Ich komme jetzt nochmal auf das Frauenzentrum als Beratungsstelle zurück.

00:53:36: Wir haben ja auch hier in Erfurt viele zugewanderte Frauen-Familien.

00:53:40: Wie funktioniert die Beratung von Frauen mit Migrationshintergrund?

00:53:43: Insbesondere wenn sie nicht Deutsch sprechen?

00:53:46: Genau wir haben da einen schönes Programm, das Linkertel.

00:53:51: Das ist ein Übersetzungsprogramm also wo Prinzip Dolmetcherinnen aus ganz Deutschland registriert sind und man kann in ich weiß nicht wie viel Sprachen fünfzig, vierzig Sprachen auswählen und kann sehr, sehr kurzfristig innerhalb einer Viertelstunde einen Dolmetscherin finden die Sprache eingeben und man kann das mit FaceTime machen oder aber einfach auch nur mit Handy, dass es Handy auf dem Tisch liegt.

00:54:17: Und damit kann man die Frauen beraten.

00:54:19: Sehr gut!

00:54:20: Das ist ein sehr gutes Hilfsmittel.

00:54:22: Wie stark ist die Nachfrage bei ihm im Frauenzentrum durch zugewanderte?

00:54:26: Schon sehr stark.

00:54:27: also ich weiß nicht ob man das jetzt prozent?

00:54:30: Sechzig Prozent?

00:54:32: Also so vom Gefühl so ein bisschen oder fifty-fifty... Aber es ist eine sehr starke Nachfrage.

00:54:39: oder geht es natürlich nicht nur um Gewalt?

00:54:41: Nein, nein.

00:54:42: Genau da geht es um ganz viele andere Themen aber es geht auch um Gewalte.

00:54:46: Gibt es weitere Fragen?

00:54:47: weil sonst würden wir langsam zur Schlussrunde kommen.

00:54:49: das sieht jetzt sich so aus Freuhildesheimen was hat sie denn an diesem Abend überrascht oder berührt?

00:54:57: Berührt hat mich das Interesse also dass ist toll dass so viele Menschen gekommen sind und sich dem widmen wollen.

00:55:06: berührt hat mich glaube ich dieses Gefühl, dass es auch hier in dem Raum viele Menschen gibt die irgendwo diese Erfahrung gemacht haben.

00:55:14: Also das wir nicht über andere reden sondern wir reden über uns.

00:55:18: also wir reden bei unseren persönlichen Erfahrungen und ich könnte mir vorstellen wenn man jetzt die Frage stellen würde dann würden sich viele melden weil ganz viele Frauen wahrscheinlich Frauen jetzt in diesem Raum irgendwie eine gewalt erfahrung erlebt haben Und das ist schon sehr berührend und ich hoffe einfach auch, dass wir als Gesellschaft das irgendwo schaffen, das zu minimieren.

00:55:45: Das wird nie aufhören aber es zu minimierend.

00:55:48: Herr Tietjen über welchen Aspekt aus unserer Diskussion werden Sie möglicherweise nochmal mit Kolleginnen und Kollegen sprechen?

00:55:55: Ja, ich überliege mir das natürlich schon wie die Dame, die mich da kritisiert hat, argumentierte hat, dass sie sicher ein Grund über den man noch mal nachdenken sollte.

00:56:05: Frau Parkes, was war für Sie Neue an diesem Abend?

00:56:09: Tatsächlich war für mich neu das es so viel Austausch gaben während der Veranstaltung.

00:56:12: Ich kenne das eigentlich anders und ich finde das wirklich wahnsinnig berührend um das Wort auch noch mal zu nennen und ich habe davon gehört dass das so stattfinden soll.

00:56:24: und oft gibt's ja solche Aufforderungen und dann meldet sich niemand und ich find' er ist wirklich sehr schön wenn man im Laufe einer Stunde oder anderthalb Stunden so ein Gefühl für das Publikum bekommt, wie mehr und sie ja wahrscheinlich auch untereinander.

00:56:40: Das fand ich wirklich neu und toll.

00:56:41: was sich explizit nicht neu aber dennoch bemerkenswert fand ist dass wir fast immer wenn es dann zu frage rund am Schluss kommt nach der Hälfte irgendjemand völlig zurechts sagt Wir reden hier die ganze Zeit nur über die Opfer Und wie wir die Frauen schützen können und reden zu wenig über die Täter.

00:57:04: Ich stimme dem voll zu.

00:57:05: Gerade in diesem Punkt werden ja eigentlich die Gerichte kritisiert, natürlich ist der Angeklagte der Täter aber häufig ist ja die Kritik dass man über die Opfer zu wenig nachdenkt.

00:57:15: So und hier nutzt jemand noch die letzte Chance?

00:57:18: Ja genau ich habe vielleicht doch eine kleine Anregung, ich weiß nicht ob die zu viel Diskussion nochmal aufbringt weil das Thema Prävention oder auch allgemein wenn Täter zu Tätern geworden sind kann ich ja auch im Rahmen Strafe irgendwie drüber nachdenken.

00:57:35: Also es gibt ja viele Formen gerade bei Drogen, dass man irgendwo eine psychologische Stelle aufsucht und Therapieform wahrnimmt.

00:57:42: Ich finde das ist auch was, was man überdenken kann im Rahmen des Strafrahmens oder der Therapie nach der Tat.

00:57:51: Und das ist ja schon irgendwo dann Aufgabe des Gerichtes das mit anzubringen und anzuregen und das vielleicht auch in einem gewissen Punkt Strafbildern zu berücksichtigen ob das eine Option ist.

00:58:01: Vielleicht kann ich die Frage noch zuletzt stellen?

00:58:04: Das, was Sie skizziert haben, passiert halt nicht so häufig.

00:58:07: Deshalb ist diese Frage jedenfalls bei den schweren Straftaten eher selten.

00:58:12: Was aber zu wenig basiert, ist dass dann der verurteilte Straftäter in der Haft zu wenig Resozialisierungsmaßnahmen bekommt.

00:58:23: Da bräuchte man sich auch Therapeuten

00:58:27: Wie gesagt,

00:58:28: die Kassen sind leer und dann wird halt auch an der Stelle gespart wo es vielleicht nötig wäre um die Grote der tatsächlich resozialisierten nach der Haft deutlich zu vergrößern.

00:58:38: Eine letzte Anmerkung ist hier noch ich

00:58:40: stelle auch keine Frage Einfach noch mal auf die Prävention, auch auf die Kosten, die damit einhergehen.

00:58:48: Ich habe zehn Jahre jetzt im Kindergarten gearbeitet und es ist immer eine persönliche Einstellungssache von den jeweiligen Pädagogen.

00:58:54: Und ich denke das braucht nicht immer Geld sondern es braucht einfach nur Offenheit zu dem Thema und es braucht eine gute Reflexion.

00:59:00: und ich hab den jüngsten ob das jetzt im kindergartenbereich oder im Krippenbereich war immer auch schon deutlich gemacht.

00:59:06: so du darfst dein sagen und stopp und mein Körper gehört mir also dass das brauche gar nicht immer so ein ganz großes Thema, was man aufreißt oder viele Gelder sondern einfach auch eine persönliche Haltung den Themen gegenüber ja eine gute Reflexion und auch ein Interesse sich damit auseinanderzusetzen.

00:59:24: Auch wenn es schwere Kost ist und so kann ich im Prinzip bei den Jüngsten so auch anfangen und dann muss ich gar nicht differenzieren zwischen Jungs und Mädels, sondern mein Körper gehört mir und das ist egal Wer mich berührt, sondern ich darf auch Stopp sagen und egal wie alt ich bin.

00:59:41: Und das zieht sich so durch.

00:59:42: aber jetzt aktuell Kinder, also Kinder Jugend- und Mütterheimen und auch da zieht es sich das durch und es ist immer wieder ob das jetzt das eigene Zimmer ist wo ich sage du darfst entscheiden wer in dein Zimmer kommt?

00:59:54: Du darfst Grenzen setzen!

00:59:56: Du darf für dich einfach ganz klare Statements abgeben und dass ist glaube ich wichtig einfach zu sehen.

01:00:02: Es braucht nicht immer Geld sondern einfach eine gute Erhaltung.

01:00:05: Ich denke, das war ein starkes letztes Wort.

01:00:07: Das war der politische Salon.

01:00:09: zur Frage Femizide, woher kommt die Gewalt gegen Frauen?

01:00:12: Ich war im Gespräch mit Peter Hildesheim Sozialpädagogin vom Frauenzentrum Erfurt Dr.

01:00:18: Udo Titian Richter am Landgericht Erf hurt und einer der beiden Vorsitzenden des Thüringer Richterbundes und Laura Backe Journalistinnen und Buchautoren.

01:00:27: Vielen Dank an Sie alle dass sie da waren, dass sie sich so rege beteiligt haben.

01:00:31: Das haben wir so in der Form noch nicht erlebt.

01:00:33: Es war wirklich ein sehr angenehmes Gespräch in beide Richtungen.

01:00:39: Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend, auch wiedersehen gerne beim nächsten politischen Salon.

01:00:43: Einen schönen Abend!

01:00:44: Wünscht Ihnen Ulrich Böhmel.

Über diesen Podcast

Spannende Vorträge und Interviews aus dem Bistum Erfurt,
aufgenommen bei Veranstaltungen des Katholischen Forums,
der katholisch-theologischen Fakultät Erfurt
sowie Fortbildungen im Bistum Erfurt.
Feedspot listet uns unter den 20 besten katholischen, deutschsprachigen Podcasts und laut anderer Podcast-Charts gehören wir zu den etablierten Christentum-Podcasts.
Einfach hörenswert!

von und mit Niklas Wagner (Katholisches Forum Thüringen), Matthias Hülfenhaus (Fortbildung), Juliane Körber (Onlineredaktion), Sophie von Kalckreuth (Universität Erfurt), Ayline Plachta (Missio)

Abonnieren

Follow us